Symbolischer Spatenstich: Wertachtal Werkstätten in Füssen-West bauen an

"Wir platzen aus allen Nähten"

+
Spatenstich für den Neubau auf dem Gelände der Wertachtal Werkstätten in Füssen-West mit Geschäftsführer Alfons Regler (v.l.), Beschäftigter Klaus Leinweber, Vorsitzender Hans H. Raabe, Strabag-Ingenieur Markus Pfeifer, die Füssener Leiterin Dagmar Rothemund und Füssens Bürgermeister Paul Iacob.

Füssen/Landkreis – Die Wertachtal Werkstätten in Füssen-West expandieren: Vergangene Woche nahmen die Verantwortlichen den symbolischen Spatenstich für den drei Millionen Euro teuren Neubau neben dem Haupthaus in der Hiebelerstraße 17 vor. Im April kommenden Jahres sollen die Werkräume zur Verfügung stehen.

Auf dem weiten Gelände der 2013 eröffneten Wertachtal-Werkstätten in Füssen-West griffen gleich mehrere Hände gleichzeitig zu einem Spaten. Mit dabei war Hans H. Raabe, Vorsitzender der Lebenshilfe Ostallgäu. Raabe hob unter Beifall der zahlreichen Teilnehmer hervor: „Ungewöhnlich positiv war vor drei Jahren schon die Aufnahme unserer Werkstätten“, sagte er. „Diese wurden in der Hiebelerstraße 17 für Menschen mit Handicap eingerichtet und dienen der persönlichen Förderung der hier Beschäftigten. Jetzt sind die damals so gut aufgenommenen Wertachtal Werkstätten in Füssen daheim“, so der Lebenshilfe-Vorsitzende weiter.

Leiterin Dagmar Rothemund begrüßte die vielen Gäste auf dem Baugelände und gab einen Rückblick auf die Betriebsjahre mit innovativen Produkten. Sie freute sich, dass „unsere Nachbarn“ wie Wäscherei Krüger, Maschinenfabrik Bihler und viele weitere, zu der Feierstunde gekommen waren. „Wir platzen aus allen Nähten. Wir mussten Container aufstellen“, begründete sie den Neubau.

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) betonte in seinem Dank an die Initiatoren ein „positives gesellschaftliches Miteinander“, durch das sich die Einrichtung auszeichne. „Es war schon ein Kampf“, sagte Iacob, „die Lebenshilfe nach Füssen zu holen.“ Mit Blick auf die Ideenwerkstatt merkte er an: „Produkte der Wertachtal-Werkstätten nehmen wir sehr gern bei Besuchen im Ausland mit. Das sind originelle Geschenke.“ Bis April 2017 soll der Neubau neben dem Haupthaus fertig gestellt sein, so Architekt Stefan Lieb auf Nachfrage unserer Zeitung. Beauftragt ist das Bauunternehmen Strabag aus Reutte.

Als Gesamtkosten werden drei Millionen Euro inklusive der Fördermittel veranschlagt, erklärt auf Nachfrage Alfons Regler, Geschäftsführer der Wertachtal Werkstätten. Es handle sich um ein „geklärtes Verfahren“, betonte Regler mit Hinweis auf finanzielle Kooperationen. Beteiligt am Projekt sind zum Beispiel das Zentrum Bayern für Familien und Soziales sowie der Bezirk Schwaben. „Wir tragen selbstverständlich die Hauptlast“, so Regler.

Mit dem Neubau neben dem weiter bestehenden Werkstätten-Haupthaus werden künftig 60 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. „Das Personal wächst mit“, kündigte Regler an. Im ersten Jahr der Wertachtal Werkstätten waren es 13 Beschäftigte. Neben der Leitung durch Diplom-Sozialpädagogin Rothemund war Thomas Böck als Werkstattleiter im Einsatz. Laut Regler sieht der Schlüssel vor, dass für zehn Beschäftigte eine anleitende Fachkraft eingestellt sei.

Drei Mal schossen die Böllerschützen ihren Salut für die Werkstätten-Erweiterung. Ein Dankeschön richtete die Leiterin ans ganze Team und speziell an den Kollegen Erwin Kirchdorfer. Als technischer Betriebsleiter löse er die ständig auftretende Aufgabe – so Dagmar Rothemund – die kreativen Ideen und das Machbare unter einen Hut zu bringen.

Chris Friedrich

Meistgelesene Artikel

"Sind zutiefst erschüttert"

Füssen/Kempten – Cro, Rea Garvey, Sarah Connor – das Staraufgebot beim diesjährige „Königswinkel Open Air“ am Festspielhaus war groß. Im kommenden …
"Sind zutiefst erschüttert"

"Ich finde das einfach frech"

Füssen – Zuerst Wirthensohn, jetzt Schlichtling: Auch der Abschleppdienst hat sich nicht an alle Vorschriften des Bebauungsplans gehalten, die im …
"Ich finde das einfach frech"

Holz aus der Region – Pellets für die Region

Ruderatshofen – Holzpellets haben in der letzten Zeit mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt durch die ständig steigenden Heizöl und …
Holz aus der Region – Pellets für die Region

Kommentare