Thomas Roth blickt auf sein erstes Jahr als Feuerwehrchef zurück

"War ein heftiges Jahr"

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Kommandant Thomas Roth (vorne links) mit den Geehrten und Ausgezeichneten.

Füssen – Seit etwas über einem Jahr steht Thomas Roth der Freiwilligen Feuerwehr Füssen-Stadt als Kommandant vor. Am Freitagabend legte der Feuerwehrkommandant seinen ersten „ordentlichen“ Jahresbericht vor und machte deutlich, dass Feuerwehrarbeit mehr ist als ab und an einen Löscheinsatz fahren.

Aber auch von anderer Seite gab es Anerkennung für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. „Wenn ich das letzte Jahr Revue passieren lasse, muss ich sagen, es war ein heftiges Jahr“, begrüßte Kommandant Thomas Roth die anwesenden Kameraden, Kommandanten der benachbarten Wehren, Vertreter der Blaulichtorganisationen und der Politik. Aber „nicht was die Einsätze anbelangt. Sondern die Übungen, Lehrgänge und Ausbildungen“. Man sei von großen, schweren Einsätzen in 2014 verschont geblieben, resümierte Roth. 

Nach einem eher kurzen Jahresbericht in der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr, Roth war erst im Oktober 2013 zum Kommandanten gewählt worden, legte Thomas Roth nun die Aktivitäten der Wehr im Jahr 2014 dar. Und das war eben heftig, wie der 35-Jährige in seinem gut 45-minütigen Bericht aufzeigte. So gab es rund 170 Einsätze, neben Sicherheitswachen vor allem technische Hilfeleistungen (33 Einsätze) und die Unterstützung des Rettungsdienstes. 34 Mal mussten die Kameraden auf ausgelöste Brandmeldeanlagen reagieren, meist Fehlalarme oder Alarmmeldungen in Folge von beispielsweise Schweißarbeiten. 

Insgesamt nur neun Mal wurde die Füssener Wehr zu Brandeinsätzen gerufen, wie etwa dem Großfeuer in Halblech und dem Brand im Krankenhaus, das alle Rettungskräfte gefordert hatte. In Summe, so Roth, seien 1388 Frauen und Männer 2357 Stunden im Einsatz gewesen. Bedeutend größer allerdings sei die Zahl der geleisteten Stunden insgesamt, rechnet man alle Übungen und Lehrgänge dazu. 

Damit kämen die Kameraden auf mehr als 5600 Stunden freiwilligen Dienst – ohne die Kinder- und Jugendarbeit, so Roth. Zu diesen Lehrgängen oder Übungen(ca. 3300 Stunden) zählen beispielsweise die Katastrophenschutzübung am Grenztunnel vergangenen Sommer und eine Chemikalienschutzausbildung mit den bunten „Marshmallow“-Anzügen, die die Kameraden luftdicht von ihrer Umwelt trennen. Und dank derer beispielsweise auch ätzende oder hochgiftige Stoffe wie Chlorgas (oft noch in Hallenbädern) bekämpft werden können. 

„Ich hoff‘, dass wir’s nie brauchen“, kommentierte Roth die Fotos. Es sei ein Mordsprozedere, die Schutzanzüge anzulegen, noch mehr aber, „wenn man kontaminiert ist“, diese wieder auszuziehen. Auch die Arbeit darin sei schweißtreibend. Immerhin habe man den Strahlenschutz abgeben können, nachdem nur noch Strahler der Gruppe eins in Füssen vorhanden seien. 

Große Kooperation 

Weiterhin zeigte Kommandant Roth Bilder von Übungen zur technischen Hilfeleistung, nach Verkehrsunfällen beispielsweise, wie man sie im Bauhof üben könne, oder die gemeinsame Übung mit der Bundeswehr in der Kaserne. Nicht nur im Ernstfall kooperieren die Wehren des Ostallgäus, wie Roth aufzeigte. So fand die Katastrophenschutzübung grenzübergreifend zusammen mit den Feuerwehren aus dem Außerfern statt, zusammen mit Schwangau gab es die Truppmannausbildung 1 und 2, die wechselseitig vorgenommen wurde. 

Digitalfunk im Fokus 

Auch heuer wird auf die Füssener Aktiven wieder viel zukommen. So wird „der Digitalfunk heuer bei uns Einzug halten“, informierte Roth die Feuerwehrmänner und -Frauen. Man werde die Geräte heuer bestellen und als „Hausnummer“ gab Roth an: „Man geht davon aus, dass der Einbau der Geräte pro Fahrzeug einen Tag dauert“. 

Außerdem brauche es noch zwei Sendemasten für den Tetrafunk – in Marktoberdorf und Pfronten – damit man ab Herbst dann in den erweiterten Probebetrieb starten könne. Problematisch sei auch, dass in Österreich, wo der Digitalfunk schon umgesetzt wurde, mit einem anderen System gearbeitet werde. Weshalb die Füssener Wehr für ihr Tunnellöschfahrzeug ein österreichisches Funkgerät beschaffen musste. 

Bereits bestellt ist das neue Kommandofahrzeug für die Feuerwehr. Dank eines ordentlichen Zuschusses ist es ein BMW X3, mit dem der Wehrführer künftig in den Einsatz geht. Neben dankenden Worten der Kommandanten aus dem benachbarten Außerfern und seitens der Stadtführung kam auch der Füssener Polizeichef Edmund Martin zu Wort. Der Erste Hauptkommissar dankte der Wehr für ihre Arbeit, vor allem, dass sie immer kommen, wenn man sie rufe. Und er erinnerte dabei, dass es der Job der Polizei sei, zu Unfällen, Feuern und ähnlichem zu fahren. „Dafür werden wir bezahlt“, so Martin. 

„Aber ihr verdient nichts“. Deshalb habe er schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Und endete: „Wenn wir anrufen, seid ihr da für uns“. Und versprach „Wir rufen wieder an“. Für ihre langjährige Treue zur Füssener Feuerwehr erhielten Werner Köpf und Klaus-Peter Bernhard für 35-jährige Zugehörigkeit und auch Falko Baum, Gerhard Ruf und Benjamin Graf für 15-jährige Treue eine Auszeichnung.

gau

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