Walter Altmannshofer aus Roßhaupten bastelt seit Jahrzehnten kleine Modelle

Die Welt der Technik in 1:87

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Als Bub bekam Walter Altmannshofer ein Wiking-Auto geschenkt. Das hat ihn zum Modellbau angeregt, den er seit seinem Ruhestand intensiver als in früheren Jahren pflegt. Gerade hat er den „Getreidewagen“ fertig gestellt.

Roßhaupten – Vor den Vitrinen, die im Haus von Walter Altmannshofer in Roßhaupten thematisch gegliedert aufgestellt sind, möchte man sich stundenlang aufhalten. Ein VW-Bus, typisch für die 1970er Jahre, und viele viele andere Oldtimer und Modellbauszenen wecken sofort nostalgische Gefühle.

Kein Wunder: Schon als Bub, der in Landsberg am Lech aufwächst, begeisterte sich Altmannshofer, Jahrgang 1952, „total für den Modellbau“. Seine wachen Augen sind weiterhin gut in Schuss. Die kleine, aber feine Welt im Maßstab 1:87 lässt den gelernten Elektriker, den es nach seiner Bundeswehr-Zeit 1974 zum Kraftwerk nach Roßhaupten zieht, nicht mehr los. Jetzt, im Ruhestand, hat er sehr viel mehr Zeit für ein Hobby, das für ihn mehr ist als nur ein spielerischer Zeitvertreib. 

Das zeigen auch verschiedene öffentliche Ausstellungen seiner Modelle. Walter Altmannshofer dokumentiert – akkurat bis ins kleinste Detail – die Geschichte der Technik. Er baut prägnante Szenen auf und erzählt mit menschlichen Figuren und unterschiedlichen Maschinen von der Arbeit – vor allem jedoch von der Mobilität, zu Wasser, in der Luft und natürlich auf der Erde. 

Der Kreisbote war bei Altmannshofer zu Besuch und entdeckte hier unter anderem die Mannheimerin Bertha Benz, die zur ersten Autofahrt gestartet ist, und Arbeiter beim Bau des Staudamms Roßhaupten. Die Entwicklung der Bagger im Laufe der Jahre hat es dem gebürtigen Landsberger ganz besonders angetan. Altmannshofer will sich, wenn er seine große Neugier auf technische Errungenschaften auslebt, nicht allein mit Bildern, Fotos oder Bauskizzen begnügen. Stattdessen betont er: „Die dreidimensionale Darstellung übt eine ganz besondere Faszination auf mich aus.“ Vor den vielen Vitrinen in seinem Haus in Roßhaupten unterstreicht er: „Bei meinem Modell sollte alles korrekt sein, bis hin zur zeitgemäßen Bekleidung.“ Dem handwerklichen Schaffen gehe daher stets „eine gründliche Recherche“ voraus, betont er. 

Kein Profi 

Kostproben aus dem riesigen Fundus seiner winzigen Schätze zeigte Altmannshofer bei den Ostallgäuer Modelleisenbahnfreunden. Ein Szenario mit Bauarbeiten diente auch als Zugabe zu der Forggensee-Fotoausstellung im Walderlebniszentrum (WEZ) Füssen-Ziegelwies (der Kreisbote berichtete). „Die Resonanz war positiv“, freut er sich noch heute. Modellbauerprofi wollte er aber nie werden. „Ich bin in meinem erlernten Beruf als Elektriker immer rundum zufrieden gewesen“, sagt er. Altmannshofer war nach eigenem Bekunden gern in der Roßhauptener Staudamm-Mannschaft. „Der Modellbau soll Spaß machen. Das funktioniert nur, wenn die Beschäftigung damit ein Hobby bleibt.“ 

Viele Ideen warten noch 

Während sich Ehefrau Gudrun nebenan in „gute Bücher“ vertieft, sucht er mit wahrer Engelsgeduld in kleinen Kisten aufbewahrte Materialien zusammen, die er benötigt, um eine weitere Idee umzusetzen. Voller Stolz zeigt er eine vor kurzem fertig gestellte ländliche Szenerie. Dazu gehören auch einige „Männchen“, die zuständig für Transporte sind. Eine winzige Figur hat den Lieferschein in der Hand, der logischerweise noch winziger ist, aber vom Betrachter durchaus noch als solcher erkannt werden kann. 

Es ist eine tolle Leistung, die dem Modellbauer – übrigens ohne Brille – bei seinen Darstellungen gelingt. Für den Roßhauptener ist es wichtig zu betonen, dass er „kein Sammler ist“. Er sieht sich als kreativen Gestalter, „mit noch vielen Ideen“. Der Besucher überlegt an dieser Stelle vielleicht sogar, dass man dem routinierten Modellbauer aus Roßhaupten einen Auftrag geben könnte. Doch der winkt freundlich ab. „Was ich mache, mache ich allein für mich“, erklärt er. „Da spielt die Zeit keine Rolle.“ Niemals zähle er die vielen Stunden, die es brauche, „bis das nächste Modell fertig ist. Ich arbeite so lange daran, bis ich wirklich zufrieden bin.“

Chris Friedrich

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