Viel Prominenz beim Jubiläums-Festakt der Musikkapelle Schwangau

"Es lebe die Musik!"

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Stolzes Geburtstagskind: Die Musikkapelle Schwangau beim Festakt.

Schwangau – Mit einem Festakt im Schlossbrauhaus hat die Musikkapelle Schwangau am Freitagabend die Feierlichkeiten zu ihrem 200-jährigen Bestehen eingeläutet.

Die Feier, zu der zahlreiche Prominente aus Politik, Adel und Musik nach Schwangau gekommen waren, war gleichzeitig auch der Auftakt für das 31. Bezirksmusikfest des Bezirks III Füssen im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM). „Ich lade Sie alle ein, mit uns diese Festtage zu feiern“, so Bezirksleiter Gottfried Groß in Richtung der Gäste.

 Bezirksleiter Groß war es auch, der die zahlreichen Gäste im Saal des Schlossbrauhaus begrüßte und um Punkt 20.22 Uhr das 31. Bezirksmusikfest des Bezirks III Füssen für eröffnet erklärte. In seiner Begrüßungsansprache hatte er zuvor die Mitglieder der Schwangauer Musikkapelle für ihren großen Idealismus und ihr starkes Engagement gelobt. „Die Gründer wären stolz auf das, was sich hier entwickelt hat“, sagte der Leiter des Bezirks III. Blasmusik und das dazugehörige Vereinsleben seien immer auch ein Ausdruck von „Harmonie, Kameradschaft und Eintracht“.

Centa Theobald, stellvertretende Präsidentin des ASM, erklärte in ihrer Festansprache, dass die Musik auch für Tradition stehe. „Zukunft braucht Herkunft“, betonte Theobald. „Blasmusik ist immer ein Miteinander der Generationen“, so Theobald weiter. Dass es die Musikkapelle Schwangau seit nunmehr 200 Jahren gebe, zeige, mit wie viel Herzblut und Engagement die Schwangauer an ihrer Kapelle hingen. „200 Jahre zeigen eine enge Verbundenheit“, sagte sie. Der Verein habe sich im Laufe der Jahre zu einem „sehr lebendigen Klangkörper“ entwickelt.

Weiblich und charmant

 Erfreut zeigte sich die stellvertretende ASM-Präsidentin über einen stetig steigenden Frauenanteil in den Kapellen des ASM. „Die Kapellen sind weiblicher und charmanter geworden.“ Theobald weiter: „Was wäre eine Kapelle ohne uns Frauen? Wie ein Himmel ohne Sterne.“ Das diesjährige Bezirksmusikfest „wird Tausende in seinen Bann ziehen“, frohlockte Theobald. Sie schloss ihre Rede mit: „Es lebe die Musik! Es lebe die Musikkapelle Schwangau!“

Fotostrecke

Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke überbrachte anschließend die Grüße des Schirmherrn der Veranstaltung, Minister Markus Söder, der verhindert sei. Zum großen Festwochenende habe der Minister aber sein Kommen zugesichert. Rinke bestätigte der Musikkapelle eine besondere Rolle im Schwangauer Vereinsleben. Sie sei nicht nur der älteste Verein im Dorf, sondern „sicherlich auch der wichtigste“, so Rinke.

So finde kaum eine Veranstaltung in der Gemeinde ohne die Blasmusik statt. Außerdem stehe die Kapelle für Tradition und Gemeinschaft. Rinke wies außerdem auf den hohen Einsatz der Schwangauer Musiker hin. „Dem Applaus nach dem Konzert gehen viele Stunden des Übens voraus“, sagte er. Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) wies darauf hin, dass es im Landkreis Ostallgäu eine der höchsten Kapellendichten in Deutschland gebe.

Besonders erfreulich sei, dass es viele junge Musiker und einen hohen Frauenanteil von etwa 40 Prozent gebe. „Musik ist eine integrative Kraft“, sagte die Landrätin. „Das kann man in den heutigen Zeiten der Extreme gar nicht hoch genug bewerten.“ „Dass ein Verein 200 Jahre Bestand hat, ist etwas ganz Besonderes“, gratulierte der Füssener Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert (SPD) der Schwangauer Kapelle. Hin und wieder trage der Wind einige Klänge von Proben der Kapelle bis in den Füssener Weidach. „Ich freue mich dann jedes Mal, wenn ich ein paar Takte auffangen kann“, so Wengert.

Durch den Abend führte Nicolette Schelldorf von der Musikkapelle, die zwischen den Reden und Musikstücken immer wieder Anekdoten aus der langen Geschichte des Vereins erzählte. Sie erinnerte zum Beispiel daran, dass die ersten Notenfunde der Kapelle aus dem Jahr 1816 stammen und verwies auf eine historische Trommel auf der Bühne, die bereits auf dem ältersten erhaltenen Foto der Kapelle zu sehen sei. Dieses wurde wohl 1902 anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Veteranenvereins aufgenommen. Seinerzeit sei es üblich gewesen, dass die Kapelle ausschließlich aus Männern bestanden habe. Dass wie heute mit Vorsitzender Stefanie Bruckdorfer und Dirigentin Alexandra Böhling zwei Frauen die Kapelle führen, „wäre damals völlig unschicklich gewesen“. 

Mit der Organisation des Jubiläums und des Bezirksmusikfestes habe Bruckdorfer, erste weibliche Vorsitzende des Vereins überhaupt, ihre Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Musikalisch umrahmt wurden der Festabend und die Festreden durch die Stücke „Rise of the Firebird“, „Trailermusik“, „Sankt Cäcilia“, „A miigeler Sound“, „Königsklänge“ sowie zum Abschluss des offiziellen Teils die Bayernhymne.

Matthias Matz

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