Stadtrat sagt grundsätzlich "Ja" zum Skatepark

Endlich am Ziel?

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Bei der Sportanlage im Weidach soll ein Fun- und Skatepark, ein Platz für die Baseballer und ein Spezieller Rundkurs für Biker entstehen.

Füssen – 20 Jahre lang haben die Füssener Skater für einen eigenen Skateplatz gekämpft. Nun scheinen sie ihr Ziel erreicht zu haben: Einstimmig hat sich der Stadtrat am Dienstagabend grundsätzlich für den Bau eines Fun- und Skateparks beim Sportgelände im Weidach ausgesprochen.

Damit folgte das Stadtparlament einem Empfehlungsbeschluss des Sportausschusses vom November vergangenen Jahres. Die zahlreich erschienen Jugendlichen bedankten sich für die Entscheidung mit langem Applaus. Initiator Thomas Scheibel hofft nun auf einen Bau der Anlage in 2018. 

Dabei hatte das einstimmige Votum für das Projekt „Funpark“ bis Dienstagmorgen auf der Kippe gestanden. Erst in einem letzten Abstimmungsgespräch am Morgen und am Abend zuvor konnten sich die Beteiligten auf einen Text für die Beschlussvorlage einigen, dem alle Stadträte zustimmen konnten. Dort heißt es: „Der Stadtrat begrüßt grundsätzlich die Errichtung eines Skate- und Funparks“. Gleichzeitig erging an die Stadtverwaltung der Auftrag, „alle Möglichkeiten einer finanziellen Förderung in Erfahrung zu bringen“. 

Die Ergebnisse und die eingegangenen Spendengelder sollen schließlich im Zuge der Haushaltsberatungen dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Dieser entscheidet dann auch, wann es mit dem Bau losgeht. 

Keine feste Zusage

Der ursprüngliche Beschluss war dagegen nicht von allen Ratsmitgliedern mitgetragen worden. Dieser hatte vorgesehen, dass der Stadtrat die für den Bau eines „schlüsselfertigen Skate- und Funparks“ nötigen 350.000 Euro abzüglich der Spendengelder im Haushalt bereitstellt und die Verwaltung die erforderlichen Schritte für Planung und Bau einleitet. 

In der Sitzung hob Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die Möglichkeiten einer Förderung hervor. Demnach könnte sich Füssen an einem Projekt der Stadt Vils und zwei weiterer Außerferner Kommunen anschließen, die eine Freizeitanlage planen. Möglicherweise gebe es für ein grenzübergreifendes Projekt Mittel der EU. „Mit den Fördermitteln bleibt die Belastung der Stadt sehr gering“, betonte er. 

Außerdem verwies er auf Spenden von über 30.000 Euro, die Initiator Thomas Scheibel bislang bereits eingesammelt haben. „Hier gehen laufend Spenden ein“, so Iacob. Auch in der Sitzung zeigten sich Scheibel und Splitgerber kämpferisch. Leidenschaftlich warben sie für ihr Projekt. „Sie haben heute die Chance, der Superstar der Jugend in Füssen zu werden!“

Beide führten den Ratsmitgliedern vor Augen, dass die Stadt Füssen Jugendlichen eigentlich nichts zu bieten hat. „Füssen wirkt in manchen Stunden wie ausgestorben“, sagte Scheibel. „Füssen ist auf dem Weg zum Altersheim.“

Lob für Engagement

Die Stadträte sprachen sich ohne weitere Diskussionen für das Projekt aus. Bereits mit dem vorangegangenen Singen für das Vorhaben im Kaisersaal „haben wir gerade unsere Grundeinstellung gegenüber diesem Projekt gezeigt“, erklärte SPD-Mann Wolfgang Bader. Jürgen Doser von den Freien Wählern sagte: „Man sieht, dass man Politik aktiv gestalten kann. Vor diesem Engagement ziehe ich meinen Hut.“ 

Seine Fraktionsvorsitzende Dr. Anni Derday appellierte: „Wir sollten das jetzt wirklich angehen!“ Schließlich habe der Sportausschuss dem Projekt bereits vor über einem Jahr zugestimmt. „Und bis heute ist eigentlich nichts passiert.“

Keine Benachteiligung

CSU-Fraktionsvorsitzender Heinz Hipp lobte das Engagement der Skater für die Anlage. „Das haben wir selten!“ Auch von der großen Spendenbereitschaft sei er „total überrascht“.

 Allerdings, betonte er, wolle er eine garantierte Förderung der Anlage und eine Gleichbehandlung aller Sportvereine. Damit sprach er ein Thema an, das viele Stadträten umtrieb: Dass sich andere Vereine wie der FC Füssen oder die Baseballer der „Royal Bavarians“ benachteiligt fühlen könnten. Denn beide kämpfen ebenfalls um Gelder der Stadt: Die Fußballer für einen Kunstrasenplatz, die „Bavarians“ für ein eigenes Spielfeld (der Kreisbote berichtete mehrfach).

„Wir wollen keinen Konkurrenzneid“, betonte auch Bürgermeister Iacob. „Aber jede Einrichtung muss ihren Beitrag leisten!“ Die Skater hätten das mit über 30.000 Euro Eigenanteil durch Spenden getan. Darüber hinaus gelte: „Wir werden die Vereine auch weiterhin im Rahmen unserer Richtlinien unterstützen“, betonte Iacob. 

Ohnehin schwebt dem Bürgermeister im Weidach ein großer Sportpark vor, wie er durchblicken ließ. „Ziel muss es sein, die Jugendeinrichtungen dort zu installieren.“ So sei bereits ein Abenteuerspielplatz geplant. Den Umzug des Jugendtreffs dorthin könne er sich langfristig gut vorstellen.

Matthias Matz

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