Füssener Standortkameradschaft feiert 40-jähriges Bestehen

40 Jahre Kameradschaft

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Oberstleutnant Karsten Rodde (rechts) verabschiedet Stabsfeldwebel Franz Jung im Rahmen eines Festaktes im „Haus der Gebirgsjäger“ aus dem aktiven Dienst.

Füssen – Mit einem Festakt im „Haus der Gebirgsjäger“ hat die Standortkameradschaft Füssen jetzt ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Für den Vorsitzenden der Standortkameradschaft, Stabsfeldwebel Franz Jung, war es jedoch ein Abend des Abschiednehmens – seine Dienstzeit geht zu Ende.

Unter den zahlreichen Teilnehmern der Feierstunde war auch Oberst a. D. Ulrich Kirsch. Er hat viele Jahre als Bundesvorsitzender des Bundeswehrverbands Interessen von Soldatinnen und Soldaten vertreten. Und weil es in Füssen noch eines der weniger gewordenen „Soldatenheim“ gibt, wurde der Festakt auch hier abgehalten. Für die musikalische Umrahmung im „Haus der Gebirgsjäger“ sorgte flott mit Märschen die Fliegerhorstkapelle Kaufbeuren. Stabsfeldwebel Franz Jung, Vorsitzender der Standortkameradschaft Füssen, leitete den Festakt und begrüßte Ehrengäste aus Politik, Kirche und Wirtschaft. Er wurde später von Oberstleutnant Karsten Rodde vom Gebirgsaufklärungsbataillon 230 aus dem aktiven Dienst verabschiedet. 

Die „Wehrpflicht“ gibt es derzeit nicht mehr. Die Bundeswehr ist jedoch für die jungen Erwachsenen weiter ein möglicher Arbeitgeber. Doch ist sie so gesehen auch attraktiv? Diese wichtige Frage – vor dem eigenen Berufsstart – müsse jeder für sich entscheiden, betonten die Redner, die mit dem Bundeswehrverband die stolzen „40 Jahre“ feierten, in denen in Füssen diese Interessenvertretung bereits aktiv ist und „Anstöße von unten gibt“. 

Der Verband mische sich mit Nachdruck stets dort ein, wo etwas noch nicht geregelt sei. Diese über das Tagespolitische hinaus gehenden Aktivitäten wurden von Hauptmann Andreas Steinmetz mit Beispielen belegt. Der Festredner, Vize im Bundesverband, bekam im „Haus der Gebirgsjäger“ viel Applaus. Unter den Gästen war auch Alois Jäger. Der heutige Hauptmann a. D. war Motor dafür, dass die Kameradschaft in und um die Allgäu Kaserne zusätzlich in gut organisierter Form gepflegt wird. Heute führt Jäger die Kameradschaft der „Ehemaligen Soldaten, Reservisten und Hinterbliebenen (ERH)“ unter dem Dach des Deutschen Bundeswehrverbands. 

In Füssen heimisch fühlen 

Als Vorsitzender der Füssener Standortkameradschaft freute sich Stabsfeldwebel Jung mit den Gästen zu hören, dass die Soldatinnen und Soldaten in Füssen und im Ostallgäu willkommen sind und sich heimisch fühlen. Dies betonten Füssens dritter Bürgermeister Andreas Ullrich (FW) und der stellvertretenden Landrat Lars Leveringhaus (CSU) in ihren Grußworten. Insgesamt 687 Soldaten sind inzwischen Mitglied am Standort – „Tendenz in Füssen steigend“, so Jung. 

Von der Basis kommen Vorschläge, wie sich der bereits vor 57 Jahre gegründete Verband in Zeiten der „Mammutreform“ zu gesellschaftspolitischen Fragen wie „Vereinbarkeit von Familie und Dienst“ oder der vom zuständigen Ministerium angekündigten „Attraktivitätsoffensive“ positionieren solle. Die Herausforderungen auf diesem Feld skizzierte Hauptmann Steinmetz in seiner Festrede. Dass es dem Verband um mehr gehe als nur um „Geld und Gerät“, ist den Gästen der Veranstaltung sehr deutlich vermittelt worden. 

Bei der künftigen Ausrichtung der Bundeswehr biete man eine „konstruktive Zusammenarbeit“ an. Von Verbandsseite werde in Berlin aber auch „klares Kontra“ gegeben, damit in Plänen die „berechtigten Interessen“ der Soldatinnen und Soldaten berücksichtigt werden könnten. 

Abschied für Jung 

Beim Festakt stand außerdem die Verabschiedung von Stabsfeldwebel Franz Jung an. Er verpflichtete sich im Jahr 1980 bei der Bundeswehr und blickt, wie er sich ausdrückte, auf eine „erfüllte Zeit von 408 Monaten oder 12.418 Tagen im Dienst “ zurück. 

In diese lange Zeitspanne fielen auch vier Auslandseinsätze. Nach fünf Versetzungen, die ihn zuletzt nach Füssen führten, scheidet Jung, Jahrgang 1960, aus dem aktiven Dienst aus. Dem Deutschen Bundeswehrverband diene er weiterhin, sagte Jung, sichtlich bewegt. Er bleibt im Landesverband Süddeutschland des Deutschen Bundeswehrverbands als Bezirksvorsitzender Bairisch- Schwaben aktiv. 

Jungs „vorbildliche Haltung als Soldat, Kamerad und Mandatsträger“ würdigten Oberstleutnant Karsten Rodde, Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 und Standortältester in der Allgäu Kaserne, und der süddeutsche Verbandschef, Stabsfeldwebel a. D. Gerhard Stärk. Eine Auszeichnung für ihre langjährige Mitgliedschaft im Deutschen Bundeswehrverband erhielten außerdem Dieter Wittmann (20 Jahre), Jürgen Schäfer (25 Jahre), Celine Köhler und Franz Döring (beide Bronze).

Chris Friedrich

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