Neujahrsempfang: Nesselwangs Bürgermeister zeichnet "Ehrenamtliche des Jahres" aus

"Goldene Nessel" für Briechle und Reinold

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Bürgermeister Franz Erhart zeichnet Gerlinde Briechle (links) und Imelda Reinold mit der „Goldenen Nessel“ aus.

Nesselwang – Imelda Reinold und Gerlinde Briechle sind die „Ehrenamtlichen des Jahres“ der Gemeinde Nesselwang. Am Dienstag zeichnete sie Bürgermeister Franz Erhart anlässlich des Neujahrsempfangs der mit der „Goldenen Nessel“ aus.

„Sie machen es zuverlässig, kompetent und ohne Entgelt. Sie empfinden ihr Tun als Selbstverständlichkeit. Es ist Teil ihres Alltags geworden“, ging Bürgermeister Erhart auf den aktuell „etwas sperrig gewordenen Titels des Ehrenamts“ bei der Verleihung der „Goldenen Nessel“ ein. „Es ist persönliche Motivation aus eigener Entscheidung heraus“, lobte das Gemeindeoberhaupt Imelda Reinold und Gerlinde Briechle. Beide hätten diese Entscheidung getroffen und setzten sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Gemeinschaft ein. Mit großer Freude überreiche er den beiden Damen die Auszeichnung für ihr ehrenamtliches Engagement, so Erhart weiter. 

Imelda Reinold war viele Jahre Vorsitzende des katholischen Frauenbundes und ist auch heute noch in der Vorstandschaft tätig. Sie ist im Pfarrgemeinderat im Sozialausschuss engagiert, seit mehreren Jahren Lektorin in der Kirche, im Heilig-Geist-Stift setzt sie sich für die Bewohner ein und hilft bei der Betreuung und Freizeitgestaltung. Sie war 12 Jahre im Marktgemeinderat und hier mit viel Einsatz als Senioren- und Behindertenbeauftragte tätig. Als Sprecherin der Bürgerwerkstatt Senioren war sie ebenfalls viele Jahre ehrenamtlich tätig. Gerlinde Briechle betätigt sich dagegen seit vielen Jahren in der Nachwuchsarbeit der Harmoniemusik Nesselwang. Sie gründete die Nesselholzer Jungmusikanten, die Jugendkapelle des Nesselwanger und Rückholzer Musikernachwuchses. Auch das Schülerblasorchester an der Nesselwanger Schule hat sie ins Leben gerufen und bildet hier den Nachwuchs aus. 

Seit mehr als 30 Jahren bildet Gerlinde Briechle an Trompete, Flügelhorn und Bariton aus. Des Weiteren war sie viele Jahre Jugendwartin und Dirigentin, ist bis heute stellvertretende Dirigentin und darüber hinaus im Kirchenchor und Orchester tätig. Zu der Auszeichnung der beiden waren eine ganze Reihe von Ehrengästen aus dem Bundes-, Land- und Bezirkstag, der stellvertretende Landrat sowie die Bürgermeister der benachbarten Gemeinden ins Pfarrheim St. Andreas gekommen. 

Als besonderen Gast begrüßte Bürgermeister Erhart Dr. Rainer Oechslen, den Beauftragten der evangelischen Kirche in Bayern für interreligiösen Dialog und Islamfragen. Oechslen ging in seinem Vortrag auf die Rolle des Islam im letzten Jahrhundert ein. „Der Islam ist eine Religion des Friedens“, so Oechslen. Er bat die geladenen Gäste, den Islam nicht mit den Un- und Gräueltaten gleichzusetzen, von denen in den Medien aus Somalia, Kenia und Syrien berichtet wird. So hätten im Herbst vergangenen Jahres 120 hochrangige islamische Gelehrte dem Führer des Islamischen Staates (IS), Abu Bakr al-Baghdadi, dem selbsternannten Kalifen, jegliches Recht abgesprochen, den Koran nach seinen Vorstellungen zu interpretieren. Es gebe viele Gemeinsamkeiten bei den Religionen. 

Angefangen von Abraham über Jesus Christus und seiner Mutter Maria, denen auch im Islam eine besondere Verehrung gilt. Nach dem Zerbrechen des Osmanischen Reichs nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Region mit ihren vielen Völkern unter den Kolonialmächten aufgeteilt und erlangten auch dadurch keine Unabhängigkeit. Aus dieser erneuten Kolonialisierung hätten sich viele bis heute andauernde Probleme und Kriege entwickelt. Oechslen verwies auf den verstorbenen Peter Scholl-Latour, den bekannten Journalisten und Autor, der in seinem letzten Buch „Der Fluch der bösen Tat – Das Scheitern des Westens im Orient“ eindringlich diese Rolle beschreibt. 

„Gönnen sie es dem IS nicht, den Islam für sich zu vereinnahmen“, bat Oechslen die anwesenden Nesselwanger zum Ende seines Vortrags. Musikalisch wurden dieses Jahr neue Töne angeschlagen: Gottfried Allgaier mit Sohn Tobias und Julia Gerbold boten leichten Jazz, was bei den Gästen des Empfangs sichtlich gut ankam. Franz Erhart dankte dem Trio für die passende musikalische Umrahmung.

Herbert Hoellisch

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