Die Schüler des Meisterkurses begeistern beim Festival "vielsaitig" ihr Publikum

Präzise Technik und starker Ausdruck

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Starkes Finale: Aglaja Vollstedt (v.l.), Hyerim Ma und Anne Schumacher rundeten ein beeindruckendes Abschlusskonzert der Meisterkurse im Kaisersaal ab.

Füssen – Vielleicht nennen sich Sophia Hilger, Anna Maria Dragun, Dorothea Schröder und Giovanni Simeoni ja schon bald Telemann-Quartett und treten eines Tages in die Fußstapfen des Verdi-Quartetts.

Die vier jungen Bratschen-Musiker gaben kürzlich beim Abschlusskonzert des Meisterkurses, den das Verdi-Quartett und Matthias Kirschnereit während des „vielsaitig“- Festivals leiteten, eine imposante Kostprobe ihres Könnens ab.

 Dem standen auch die zwölf anderen Nachwuchsmusiker des Meisterkurses in nichts nach. Vom Publikum im ausverkauften Kaisersaal erhielten die 16 Musiker dafür verdientermaßen langen und lauten Beifall. Mit ihren vier Geigen bildeten Hilger und ihre zwei Kolleginnen sowie Simeoni das größte Ensemble dieses Abends, den Kaori Kashimoto mit einem anfangs stürmisch klingenden Präludium und einer Fuge von Johann Sebastian Bach in glänzender Weise am Klavier einleitete. 

Anschließend stand ihr Myoung-In Choi mit ihrer Violine und Beethovens „Kreutzer“-Sonate, von Hatem Nadim am Klavier begleitet, in nichts nach und legte die Latte damit für die nachfolgenden Künstler entsprechend hoch. Maiko Mine schien davon allerdings nur noch mehr beflügelt zu werden und glänzte mit einer Sonate von Joseph Haydn am Klavier. Präzise in der Technik und darüber hinaus beeindruckend ausdrucksstark präsentierten sich aber auch Yui Tanigawa am Klavier, die gleichfalls ein Präludium und eine Fuge von Bach vortrug. 

Mit einer teilweise wuchtigen und dramatischen Sonate von Paul Hindemith setzte Jookyung Kwon mit der Viola, die Yuko Ellinger am Klavier begleitete, einen merklichen Kontrapunkt zum letzten Stück vor der Pause, mit dem Gayoung Jung an der Violine in brillanter Manier Ernest Cheusson mit einem „Poème“ seine Reverenz erwies. 

Bewegend und gefühlvoll startete danach Jinho Moon am Klavier mit einem Auszug aus Franz Schuberts „Moments Musicaux“ in den zweiten Teil des Abends, der den musikalisch hoch anspruchsvollen Faden aufnahm und weitersponn. Das stellte auch Domonkos Nagy mit einem Konzert von Joseph Haydn unter Beweis, bei dem er beinahe alle Facetten des Spiels mit seinem Violoncello auszubreiten schien. 

Große Harmonie 

Anschließend demonstrierte das Quartett um Dorothea Schröder und Anna Maria Dragun mit seinen Bratschen sehr gelungene musikalische Harmonie. Einen riesigen Applaus vom Publikum erntete danach Jinju Jeong am Klavier, die eine sehr komplexe Ballade von Frédéric Chopin virtuos darbrachte. Anschließend be-stritten Hyerim Ma am Klavier, Aglaja Vollstedt an der Violine und Anne Schumacher am Cello mit einem Klaviertrio von Dimitrij Schostakowitsch das großartige Finale dieses Abends.

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