Geplante Wasserskianlage wird erneut nicht im Stadtrat diskutiert

Keine Entscheidung in Sicht

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Ob am Westufer des Forggensees eine Wasserski- und Wakeboardanlage gebaut werden wird, ist nach wie vor völlig offen.

Füssen – Als die Pläne in der Öffentlichkeit bekannt wurden, war die Begeisterung vor allem bei Touristikern und Kommunalpolitikern groß. Doch mittlerweile ist es ruhig geworden um den geplanten Bau einer Wasserski-Anlage am Forggensee.

Und auch in der Stadtratssitzung am 29. November soll das Thema entgegen ursprünglicher Verlautbarungen doch nicht behandelt werden – weil noch weitere Abstimmungsgespräche stattfinden sollen, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) auf Anfrage erklärte. Investor Thorsten Dischereit arbeitet unterdessen an „Plan B“. 

Das Thema Wasserskianlage ist erneut von der Tagesordnung für die Stadtratssitzung am Dienstag, 29. November, gestrichen worden. Das bestätigte Bürgermeister Iacob am Freitag auf Anfrage des Kreisbote. Dabei sollte eigentlich längst eine Entscheidung gefallen sein. Diese war jedoch in der Vergangenheit immer wieder wegen fehlender Gutachten und Stellungnahmen verschoben worden. Diese sind nötig, da die Anlage in einem Landschaftsschutzgebiet errichtet werden soll. 

Nun ist mit der Sitzung am kommenden Dienstag, 29. November, der nächste Termin geplatzt.

 Laut Iacob soll zuerst noch ein gemeinsames Gespräch mit den beiden potenziellen Investoren Franziska Thurm und Thorsten Dischereit – die, wie mehrfach berichtet, unabhängig voneinander eine solche Anlage im Bereich des Ehrwangers Hofs bauen wollen – sowie Vertretern der Wasserschutzpolizei, der Wasserwacht und der Forggenseeschifffahrt stattfinden. 

Im Rahmen des Treffens im Rathaus sollen Iacob zufolge die Bedenken der drei genannten Einrichtungen diskutiert werden. „Bevor wir alles doppelt besprechen, machen wir eine Gesamtbesprechung“, sagte Iacob. Er hoffe zu einem Ergebnis zu kommen, damit das Thema in der Dezember-Sitzung endlich beraten und möglicherweise auch schon entschieden werden kann. Außerdem habe er seinen Schwangauer Kollegen Stefan Rinke gebeten, im dortigen Gemeinderat ein Stimmungsbild einzuholen. 

Widerstand der Vogelschützer 

Tatsächlich weht den beiden Investoren bereits seit Bekanntwerden der Pläne ein scharfer Gegenwind vonseiten des örtlichen Vogelschutzbundes und der Segler entgegen. Beide lehnen die Anlage entschieden ab. „Kein Vogel wird neben einer solchen Monsteranlage landen“, so Peter Griegel, stellvertretender Vorsitzender des LBV Ostallgäu.

Er bat Bürgermeister Iacob kürzlich in der Bürgerversammlung im Haus Hopfensee darum, die von den beiden Bauwerbern genannten Zahlen genau zu überprüfen. Denn diese seien seiner Ansicht nach falsch. Denn Bau der Anlage bezeichnete er als „Todsünde“.

Gutachten gegen Gutachten 

Iacob sicherte ihm seinerzeit zu, die Zahlen genau zu prüfen. 

Allerdings stehe man erst am Anfang eines demokratischen Prozesses. „Ich werde nicht sagen: Nur, weil ein Verband das nicht will, machen wir das nicht. Die Mehrheit entscheidet!“ Gegenüber dem Kreisbote sagte Iacob am Freitag, dass er eine Wasserskianlage am Forggensee als „nicht schlecht“ bewerte. Voraussetzung für einen Bau sei allerdings, dass die Auswirkungen und Eingriffe auf und in die Natur so gering wie möglich ausfallen, betonte der Rathauschef. 

Ob das gelingt, ist zumindest aus Sicht der Fischereifachberatung des Bezirks Schwaben zweifelhaft. Sie hat sich gegen den Bau ausgesprochen, wie Gudrun Hummel, Leiterin der Bauverwaltung am Landratsamt, auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Allerdings sei bereits ein Gegengutachten erstellt worden. „Die Gutachten gehen gerade hin und her“, sagte sie. Daher sei eine Prognose, wann eine Entscheidung fallen könnte, derzeit nicht möglich. „Solange keine rechtlich eindeutigen Antworten da sind, ist das schwierig.“ 

Investor Thorsten Dischereit zeigte sich unterdessen im Gespräch mit dem Kreisbote besorgt über die ständigen Verschiebungen. Er befürchtet, dass sich die Gegner durchsetzen könnten. Sollte der Stadtrat das Vorhaben aber tatsächlich ablehnen, habe er bereits einen „Plan B“. „Um damit auf die Bedenken und Sorgen zu reagieren“, wie er sagt.

Matthias Matz

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