Ein weiteres Juwel

Maximilian Stock vom Finanzamt (v.l.), Cornelia Bodenstab vom Staatlichen Bauamt, Bürgermeister Paul Iacob und Historiker Joachim Zeune im Terrassengarten. Foto: prs

Im Jahr 1808 kaufte der Füssener Apotheker Johann Schieder am Südhang des Hohen Schlosses ein Steilgelände und legte dort einen Terrassengarten mit allerlei Arznei- , Heil- und Würzkräutern an. Die Suche nach der früheren Existenz eines Schlossgartens war vergeblich. Nun wurde er aufs Neue angelegt und feierlich eröffnet.

Zwar waren Gärten in Burgen und Schlössern die Regel, für das Hohe Schloss ließen sich – unerwartet – keine historischen Belege für einen Schlossgarten finden. Laut Historiker Dr. Joachim Zeune entstand das Mauerwerk für den Garten um das Jahr 1500. Das Studium historischer Ansichten der Zeit nach 1500 gaben keinen Hinweis auf die Existenz eines Gartens. Die begleitende Unterstützung durch Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller förderte schließlich zwei Gemälde aus den Jahren 1825 und 1827 zutage, auf denen der Terrassengarten des Apothekers deutlich zu erkennen war. Nach Schieder geriet der Garten allmählich in Vergessenheit. Entsprechend war der Zustand, der sich vor der Neuanlage offenbarte: eingestürzte Trockenmauern, eine Treppe, die nur noch ansatzweise erkennbar war und alles überwucherndes Buschwerk. Füssens Schätze zeigen „Wir nehmen Abkehr von Bescheidenheit und wollen jetzt unsere Schätze zeigen“. Mit diesem stolzen Satz gab Bürgermeister Paul Iacob Ausdruck über das neue „Juwel“ und ließ durchblicken, dass etwa mit der zweckentfremdeten Schlossküche noch lohnenswerte Objekte auf Realisierung warten. Das erfolgreiche Zusammenwirken von Finanzamt Kaufbeuren als Grundbesitz verwaltende Behörde, Staatlichem Bauamt Kempten und der Stadt Füssen ermöglichte mit „dem wunderbaren Terrassengarten eine weitere Attraktivität der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, so Finanzamtschef Maximilian Stock, und verwies in seiner Ansprache auf frühere Ergebnisse gedeihlicher Zusammenarbeit, etwa Staatsgalerie oder St. Veits-Kapelle. Nach Auskunft von Cornelia Bodenstab vom Staatlichen Bauamt kostete die Sanierung der Terrassenanlage über 70 000 Euro. Keine sonderliche Summe für ihre Behörde“, bemerkte sie beiläufig, „aber ein besonderer Reiz, denn wann saniere man einen historischen Garten?“. Die Pflege des Terrassengartens übernehmen die Mitglieder des Blumen- und Gartenbauvereins Füssen und die Stadtgärtnerei.

Meistgelesene Artikel

1649 Stunden im Einsatz

Reutte – Viel zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr Reutte im vergangenen Jahr. Das wurde bei der Generalversammlung der Wehr im Hotel „Goldener …
1649 Stunden im Einsatz

Arbeiten am Comeback

Füssen – Die Freien Demokraten von der FDP wollen im September zurück in den Bundestag. Der Kemptener Stephan Thomae als erfahrener Kandidat und der …
Arbeiten am Comeback

"Ein Segen für unser Land"

Füssen – Gegen persönlichen Egoismus und zunehmende Respektlosigkeit setzen die „Blaulichtorganisationen“ in Füssen und im Umland weiterhin ein …
"Ein Segen für unser Land"

Kommentare