Bereuter sorgt mit seinem Kabarett "Die Psyche der Frau" für Unterhaltung

"Ihr macht uns Männer kaputt"

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Ein Mann, viele Worte: Der österreichische Schauspieler Aurel Bereuter vom Landestheater Schwaben klärt das Publikum in der Remise am Lech  über „Die Psyche der Frau“ auf. 

Füssen – Da saß er nun in einem Bademantel auf einem Pappkarton und machte seinem ganzen Verdruss über diese Welt Luft: Bühne frei, hieß es für den Schauspieler Aurel Bereuter am dritten Abend der diesjährigen Theater- und Kleinkunsttage „Alpenrandschauplätze“ in der Remise am Lech.

Dort freute sich Festivalorganisatorin und Gastgeberin Miriam Dunja Berraissoul über den „Weltmeister im Selbstmitleid“, der die rund 60 Zuschauer in einem Gastspiel des Landestheaters Schwaben für etwa eineinhalb Stunden auf „eine Beziehungssafari“ mit dem Titel „Die Psyche der Frau“ mitnahm.

Dabei handelte es sich um eine ganz bestimmte Frau, nämlich Bereuters Ex-Freundin Sonja. Der Vorarlberger zog in seinem parodistisch kabarettistischen Rundumschlag aber nicht nur gegen sie vom Leder, sondern auch zahlreiche Register seines mimischen Könnens.

 Demgemäß schlüpfte er in seinem unterhaltsamen Auftritt in mehrere Rollen, wie zum Beispiel vom Österreicher zum Asylbewerber und vom Schauspieler zum Hartz IV-Empfänger. Schließlich bekannte er anfangs selbst: „Ich bin ja so viele.“ So gab er zunächst ein wahres Bild des Jammers ab, als er wie ein Schlosshund heulend die Trennung von seiner Freundin im Jahr 2007 beweinte und den Frauen allgemein vorwarf: „Ihr macht uns Männer heutzutage kaputt und behandelt uns so, wie wir euch vorher über Jahrtausende behandelt haben.“

In der Folge präsentierte er sich aber auch kämpferisch, als er als Reaktion darauf, dass ihn Sonja wegen eines afrikanischen Zahnarztes verlassen hatte, behauptete, dass er selber auch Afrikaner sei. Immerhin ist „bei uns in Vorarlberg der ganze Landtag schwarz“, und auch „ein Mohrenbräu wie bei uns in Österreich“ gebe es in Deutschland nicht.

Wilde Tanzeinlage 

Mit einer dicken schwarzen Perücke auf dem Kopf sang er daher Bill Withers´ „Just the two of us“. Und nach der Pause lebte Bereuter mit einer Bananenkette um den Hals wild tanzend sein ganzes afrikanisches Temperament aus. Dazu führte er die Zuschauer auf der Suche nach seiner Freundin quasi virtuell nach Afrika. Nachdem er den Besuchern aber schließlich anhand eines Diabildes die Kuh Sonja vorgestellt und zugegeben hatte, dass seine wahre Liebe „eigentlich den Kälbern“ gelte, wurde er gegen Ende des Abends richtiggehend nachdenklich.

Seiner gesungenen Aussage, dass diese Welt doch wohl „groß genug, weit genug und reich genug für uns alle“ sein müsste, stimmte dann vermutlich auch das Publikum weitestgehend zu, das hinterher sehr langen und kräftigen Beifall spendete.

lex

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