Nur ein wenig länger

Von Ratlosigkeit und Missverständnissen war die Diskussion im Hauptausschuss am Dienstag vergangener Woche geprägt, als die Räte dort über Ausnahmegenehmigungen von der Baulärmordnung zu befinden hatten. Am Ende standen dennoch einstimmige Ergebnisse: So dürfen zwei Baufirmen in Bad Faulenbach ausnahmsweise bis 31. Mai bauen und am Pavillon in Hopfen dürfen die Arbeiter – unter Vorbehalt – bis 15. Juni werkeln. Ein weiteres Hopfener Projekt bekam keine Genehmigung, ein drittes stellten die Räte zurück.

„Es wäre wesentlich leichter, wenn wir Grundsätze hätten, wann so eine Sondergenehmigung zu erteilen ist“, brachte Dr. Hans-Martin Beyer, Stadtrat der CSU, ein Problem auf den Punkt, das mehrere Räte zu teilen schienen. Unterschiedliche Projekte in unterschiedlichen Gegenden Füssens sollte der Ausschuss unterschiedlich lange von der Baulärmverordnung befreien. Die besagt, dass während der Saison nicht mehr gebaut werden darf, um dem Tourismus nicht zu schaden. In Bad Faulenbach gilt das Verbot ab 15. Mai, in Hopfen ab 1. Juni. Es einmal zu erlauben und woanders zu verbieten, damit taten sich die Räte schwer. Zumal es auch um das Projekt des Info-Pavillons in Hopfen am See ging, den auch die Stadt bald fertig gestellt wissen will. „Vergangene Woche war Hebauf, sonst ist da nicht viel passiert“, kritisierte Stadtrat Herbert Dopfer (Füssen Land), die Baustelle stehe still. Warum die Baufirma dann aber per Sondergenehmigung den ganzen Juni über arbeiten will, leuchtete ihm nicht ein, ebenso wenig wie Stadtrat Martin Lochbihler (CSU), der ebenfalls Verzögerungen kritisierte. Nur drei Tage liege die Firma wetterbedingt hinter dem Zeitplan, so Bürgermeister Paul Iacob (SPD) – für einige Ausschussmitglieder machte das keinen Sinn. Die Lösung: Die Firma darf in den ersten beiden Juniwochen bauen, sofern sie versichert, dass sie den Pavillon in dieser Zeit fertigstellt, zumindest außen. Denn die Innenarbeiten fallen nicht unter die Verordnung. Wann die Hopfener Touristinfo dort einziehen kann, dürfte damit in den Sternen stehen. Gänzlich lehnten die Räte das Ansinnen eines Nachbars ab, der mit Arbeiten für eine Garage außerhalb der erlaubten Zeit beginnen wollte. „Zum Fertigstellen halte ich Ausnahmen für sinnvoll, aber nicht, um eine Baustelle anzufangen“, erklärte Lochbihler. Der Ausschuss schloss sich an und lehnte ab. Einen weiteren Ausnahmeantrag stellte der Ausschuss zurück – hier wäre eine sinnvolle Ausnahme denkbar, erfordere aber Gespräche. In Bad Faulenbach dürfen zwei Baufirmen bis zum 31. Mai bauen. Einstimmig beschlossen die Räte eine Verlängerung um zwei Wochen. Unterschriften der Nachbarn, die sich einverstanden erklärten, erleichterten hier die Entscheidung. Der Fraktionsausschuss, so Iacob, soll sich bald grundsätzlich mit dem Thema Lärmschutzverordnung befassen. ps

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