Vereine und Soldaten gedenken den Opfer von Gewalt und Krieg

Künftige Gewalt verhindern

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Die beiden Volkstrauertag-Redner Oberstleutnant Marc Paare (v.r.) und Füssens Bürgermeister Paul Iacob bei der Feierstunde am Ehrenmal.

Füssen – „Nie wieder Krieg!“, war der Tenor der Reden, die anlässlich des Volkstrauertags vor dem Ehrenmal zu hören waren. Während die Glocken von St. Mang läuteten, stand ein minutenlanges Gedenken am Schluss der öffentlichen Feier, zu der sich Vereine und Kameradschaften eingefunden hatten.

Die gemeinsame Feierstunde am Ehrenmal schloss sich an die Sonntagsgottesdienste der christlichen Gemeinden an. Nachdem der Männerchor „Liederkranz“ zur traditionellen Veranstaltung unter freiem Himmel seinen Beitrag zum Gedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg geleistet hatte, betonten Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Oberstleutnant Marc Paare aus der Allgäu Kaserne, dass es keine jährliche Routinehandlung sei, diesen Tag in der Gemeinschaft zu begehen.

Iacob unterstrich: „Unsere Aufgabe ist es, derer zu gedenken, die gelitten haben – deren Leben vernichtet wurde.“ Dabei gehe es nicht nur darum, zweier schrecklicher Weltkriege zu gedenken. „Unser Auftrag ist es, den Bezug aus der Geschichte zur Gegenwart herzustellen, um Gleiches oder Ähnliches zu verhindern“, sagte der Bürgermeister.

Iacob hob ausdrücklich „aktive Friedensliebe“ hervor, die als „wesentlicher Grundstein zu unserer Demokratie gehört“. Die Werte der humanistischen Gesellschaft „für uns und unsere Erben zu sichern, ist unsere Verpflichtung im Sinne all derer, die ihre Gesundheit oder ihr Leben in Kriegen verloren haben.“

Iacob warnte vor „populistischen Reden“. In seinem Appell ging es darum, „gemeinsam kraftvoll für eine friedliche Zukunft unserer Gemeinschaft“ zu stehen. Er schloss seine Ansprache mit dem Wunsch: „Bleiben wir Beispiel gebend wie in den vergangenen Jahrzehnten unseres Landes.“

Die Friedensbotschaft von Heimkehrern aus der Kriegsgefangenschaft, sei zeitlos gültig, erklärte Oberstleutnant Paare von den in Füssen stationierten „Gebirgsaufklärern“. Er betonte ebenfalls: Der Volkstrauertag sei „kein Tag der ausschließlichen historischen Reflexion“. Ein besonderer Dank, so Paare, gelte der Arbeit des Volkbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Auf beide Ansprachen folgten, angekündigt durch Hauptamtsleiter Andreas Rist, die Kranzniederlegungen. Nach den Hymnen – die „Harmoniemusik“ mit Dirigentin Sandra Linder intonierte die Bayerische Hymne und die deutsche Nationalhymne – und dem Salut der Böllerschützen stellten sich die Teilnehmer auf, um vom Magnusplatz zur Florianstube der Feuerwehr zu marschieren.

Chris Friedrich

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