Wirtschaft ist Chefsache

Bei ihrer zweiten Ortsteilversammlung hat sich Michaela Waldmann kürzlich in Kappel vorgestellt. Dabei betonte sie, dass ihr Hauptleitfaden im ganzheitlichem Denken und Handeln mit und für die Bürger bestehe. Denn „das Drehen an einer Schraube hat nicht nur Auswirkungen an einer, sondern an vielen Stellen“.

Die Bereitschaft, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen habe sie von ihren Eltern mitbekommen und dabei früh gelernt, dass man nicht auf andere warten darf, wenn etwas gut bleiben oder besser werden soll. Was sich in ihrem ehrenamtlichen und kirchlichen Engagement und ihrer beruflichen Tätigkeit beim Landratsamt seither niederschlägt, wie die 44-Jährige darstellte. Ein Bürgermeister müsse bei der täglichen Arbeit hineinhören, was die Leute bewegt, Themen durchdringen und Entscheidungen treffen, die die zukünftige Entwicklung Pfrontens im Blick haben. So hänge beispielsweise der Tourismus, das Gewerbe, der Handel, das Handwerk und die Dienstleistung mit dem Thema Familien zusammen. Denn Jugend- und Familienpolitik bedeute günstige Baumöglichkeit für Familien, Kindergärten, Hort und Spielplätze ebenso wie eine wirksame Politik für alle Gewerbebereiche. Diese erfolgreich umgesetzt, schaffe Perspektiven für Jung und Alt, so Waldmann. Sie bilde die Basis für Lebensqualität und eine gute Infrastruktur. Die Grundlage für gute Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind eine gute Schulbildung, Ausbildung und Arbeitsplätze im Ort. Kappel spielt wichtige Rolle Das Rathaus müsse ganz nah an der Wirtschaft sein, forderte Waldmann, was weitestgehend Chefsache sei. Zudem soll das ein Wirtschaftsreferent in der Verwaltung sicherstellen. Eine positive Weiterentwicklung sei aber nur durch den Dialoge möglich. Dabei seien die Bedürfnisse des bestehenden Gewerbes ebenso wichtig wie neue Betriebe anzusiedeln, unterstrich Waldmann. Neue Gewerbeflächen auszuweisen, sei dabei für beide Anliegen unerlässlich. Kappel spiele nicht zuletzt wegen der „historischen Situation“ nach Öffnung der Ortsumgehung eine wichtige Rolle. Auch das Dornier-Gelände in Weißbach möchte Waldmann in die Überlegungen miteinbeziehen. Die Bedürfnisse des Gewerbes, die Immobilien- situation in einem auf zwei Seiten durch Berge gefassten Ort, möchte Waldmann mit weiteren Punkten wie beispielsweise Verkehrsanbindungen in Einklang bringen. Die Planungshoheit liegt bei der Gemeinde, wer deshalb Ausreden in übergeordneten Behörden suche, mache es sich zu leicht. Genauso wie durch den Verweis auf das interkommunale Gewerbegebiet des Zweckverbandes Allgäuer Land in Füssen. „Wenn wir vor Ort die Fläche wirklich nicht haben, dann ist mir das südliche Ostallgäu lieber als anderswo. Aber nur dann“, so Waldmann. Dorfladen fraglich Konkret erkundigte sie sich nach der Dorferneuerung und hier vor allem nach der Maßnahme zehn: Bau und Betrieb einer zentralen Wärmeversorgung. Da aber zu wenige daran teilnehmen, sei sie nicht wirtschaftlich und deshalb auf Eis gelegt, erfuhr Waldmann. Die Diskussion über einen Dorfladen bezog die Nahversorgung in Steinach mit ein. Auch hier war das vorläufige Ergebnis, dass ein reiner Dorfladen keine Überlebenschance habe. Nur ein Laden, der – wie der Berghof in Wald – ein größeres Angebot zur Auswahl habe, hätte eine Chance, so ein Mitglied der Arbeit der Dorferneuerung. „Wenn hier ein Bürgermeister nicht hingehört, wo dann“ erklärte Waldmann und versprach sich einzusetzen.

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