Neues Verkehrsgutachten analysiert die Situation in Füssen und Umgebung

"Pförtnerampel" für die Lechbrücke?

+
Eine sogenannte Pförtnerampel, die an der Lechbrücke den Verkehr von Schwangau kommend nach Füssen hinein bedarfsgerecht steuert, wird vom Straßenbauamt vorgeschlagen.

Füssen – Der Durchgangsverkehr spielt in Füssen nicht die Rolle, die man ihm bis dato immer zugeschrieben hat. Das geht aus einem neuen Verkehrsgutachten hervor, das am Montag im Rathaus vorgestellt wurde.

Um den Verkehr in der Stadt besser lenken zu können, schlagen die Verkehrsexperten eine Pförtnerampel an der Lechbrücke vor. Natürlich hatte der Ostallgäuer CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke nicht nur seinen Fraktions- und Bundestagskollegen Ulrich Lange zur Diskussion mit der Stadt Füssen gebeten (siehe Bericht auf Seite 3). 

Am Tisch saßen am Montagvormittag neben einem Vertreter der Gemeinde Schwangau (Vizebürgermeister Peter Helmer) auch Vertreter des staatlichen Bauamtes in Kempten. Neben dem Bereichsleiter für den Straßenbau im Ostallgäu, Josef Merk, war auch der neue Behördenleiter Thomas Hölzl gekommen. Merk hatte ein interessantes Zahlenwerk im Gepäck – das neueste Verkehrsgutachten des Ingenieurbüros Kölz. Druckfrisch hatte Merk das Gutachten, das auf Arbeiten aus dem vergangenen Jahr basiert, kurz zuvor erhalten. 

Die Ingenieure hätten die Ist-Situation aufgrund von Verkehrszählungen und Befragungen der Verkehrsteilnehmer analysiert und mit Hilfe von Rechenmodellen die Auswirkungen und Maßnahmen kalkuliert, beschrieb Merk das Gutachten. „Die Daten sind brandneu“, betonte er. Und sie würden zeigen, dass die Verkehrsströme durch Füssen in der Hauptsache von den Nachbarorten zum touristischen Zentrum und ins Gewerbegebiet führten. Dazu komme der Pendlerverkehr und der Verkehr zu den Einkaufszentren, „als Stichwort sei hier der Theresienhof genannt“, betonte Merk. 

Der Durchgangsverkehr spiele weiträumig dagegen nicht so sehr eine Rolle. Eines der besten Mittel, den Verkehr in der Lechstadt zu beeinflussen, sei eine Pförtnerampel. Wobei Merk auf Nachfrage des Kreisboten klarstellte, dass deren Einsatz im Nordwesten, also im Hopfener Dreieck, eine gute Wirkung erziele. Dazu müsste aber eine weitere an der Lechbrücke kommen, um den Rückstrom der Fahrzeuge aus Richtung Schwangau nach Füssen hinein zu kontrollieren. Eines der größten Probleme der Stadt Füssen seien allerdings die Fußgängerströme innerhalb der Stadtgrenzen. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) deutete bereits während des Pressegesprächs an, dass die Stadtverwaltung daran arbeiten wolle, den Innerstädtischen Verkehr stärker in Fluss bringen zu wollen – allerdings ohne dabei die Fußgänger zu gefährden. Neuralgische Punkte seien dabei vor allem die Querung am Luitpoldpark sowie über die Sebastianstraße im Bereich des Theresienhofs. Die Diskussion hierzu ist mittlerweile bald 50 Jahre alt.

Oliver Sommer

Meistgelesene Artikel

1649 Stunden im Einsatz

Reutte – Viel zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr Reutte im vergangenen Jahr. Das wurde bei der Generalversammlung der Wehr im Hotel „Goldener …
1649 Stunden im Einsatz

Arbeiten am Comeback

Füssen – Die Freien Demokraten von der FDP wollen im September zurück in den Bundestag. Der Kemptener Stephan Thomae als erfahrener Kandidat und der …
Arbeiten am Comeback

Erfreuliche Entwicklung

Füssen – Beim Thema „Sport“ ist sich die Runde beim ersten SPD-Stammtisch im neuen Jahr einig. Besonders gefällt den Teilnehmern in den …
Erfreuliche Entwicklung

Kommentare