Zeitplan für das Wasenmoos steht

Zehn Jahre für Wochenendhäuser, 15 Jahre für Hauptwohnsitze – diese Restnutzungsdauer räumt das Landratsamt Ostallgäu den Besitzern der Schwarzbauten im Wasenmoos bei Füssen ein. Dabei ist sich Landrat Johann Fleschhut (FW) der Rückendeckung aus München gewiss: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat jetzt in einem Schreiben die Fristen als „sehr großzügig“ bezeichnet. Entsprechende Verträge will das Landratsamt mit den Hausbesitzern schließen.

Dass seine Behörde ohne Rücksicht vorgegangen sei, das will sich der Landrat nicht vorwerfen lassen. „Das Gegenteil ist der Fall. Wir gehen den viel viel anstrengenderen Weg“, erklärte er am vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Den Brief aus München sieht er als Bestätigung seiner Politik. Neben der Rücksicht auf die Bewohner der teils fast fünfzig Jahre alten Häuser, sei ihm ein konkreter Zeitplan wichtig. Hinfällig ist damit ein Entschluss des Füssener Stadtrates, der den jetzigen Besitzern das Nutzungsrecht auf Lebenszeit plus 15 Jahre für die Erben einräumt. „Das ist eine Politik, de wir nicht wollen“, so Fleschhut, denn das würde die Lösung noch viele Jahrzehnte hinauszögern. Die jüngste Hausbesitzerin sei nämlich Jahrgang 1983, bekam das Haus von ihrem Vater überschrieben. „Ich verstehe den Stadtrat, aber diese Lösung ist nicht praktikabel“, erklärte der Füssener Rathauschef, Paul Iacob (SPD). Er sei bereits der vierte Bürgermeister, der sich mit dem Thema auseinandersetzen muss. Die ersten Schwarzbauten entstanden in den 1960er Jahren, die letzten erst in diesem Jahrzehnt. „Ich kann mir vorstellen, dass das mal ein besonderes Gebiet wird, durch das man durchspaziert“, so Iacob. Frist bis Ende Januar 13 öffentlich-rechtliche Verträge habe das Landratsamt bereits verschickt, fünf kamen unterschrieben zurück. In ihnen ist die Nutzungsdauer von zehn beziehungsweise 15 Jahren geregelt. Sind die Bewohner der Häuser bei Ablauf der 15-Jahres-Frist 80 Jahre alt oder älter, sollen die wohnen bleiben dürfen. Unterzeichnen die Besitzer der ohne Genehmigung erbauten Häuser diesen Vertrag bis Ende Januar nicht, droht die Abrissbirne.

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