Ziel: Lebensbedingungen verbessern

Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich „Weltladen"-Vorsitzende Rosalie Nold (links) bei Nur Aenah Ahmad. Rechts Walter König, der die Indonesierin auf ihrer Deutschlandreise begleitet und für sie übersetzt. Foto: ed

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche zum Fairen Handel stattete Nur Aenah Ahmad aus Indonesien als Vertreterin der dortigen Fairhandels-Organisation „Pekerti" dem „Weltladen" in Füssen einen Besuch ab. In Wort und Bild erklärte sie den rund fünfzig Zuhörern im „Haus der Begegnung" über ihre Erfahrungen im fairen Handel und ihre Arbeit vor Ort.

Indonesien besteht aus rund 17.500 Inseln, hat 30 Bundesregionen und 240 Millionen Einwohner. Dominierende Religion ist der Islam, eine religiöse Minderheit bilden Christen, Hindus und Buddhisten. 45 Prozent der Bevölkerung verdienen weniger als zwei Dollar pro Tag und „Pekerti" sieht es als ihre Aufgabe an, die Lebenssituation durch Förderung des Handwerks nachhaltig zu verbessern. 1975 haben Muslimen und Christen gemeinsam die Organisation gegründet. Sie ist eine von weltweit 500 World-Fair-Trade-Organisationen und im asiatischen Fairen-Handel-Netzwerk eingebunden. Wie Nur Aenah Ahmad erklärte, sieht „Pekerti" sein Bestreben darin, Erzeuger sowie Exporteur und Importeur und letztendlich den Verbraucher zu einer Partnerschaft zu bewegen. Im Rahmen des selbst gegebenen Ehrenkodex wird Transparenz untereinander groß geschrieben und lückenlose Kontrollen überprüfen das Einhalten der internen Gesetze. „Wir verstehen uns als Brücke zu den Käufern und wollen erreichen, dass beide Seiten, Erzeuger und Verbraucher, einander besser verstehen" verdeutlichte sie. „Pekerti" gibt technische und praktische Unterstützung, achtet auf hohen Qualitätsstandards und auf faire Arbeitsbedingungen. Dies bedeute ein mühsames und langes Training, „bis dies in den Köpfen realisiert wird". Voraussetzungen schaffen Wichtig ist auch, dass finanzielle Voraussetzungen geschaffen werden und die soziale Absicherung gewährleistet ist. Langwierig sei auch der Prozess der geschlechtlichen Gleichberechtigung und die Sensibilisierung für den Umweltschutz. Die Fair-Trade-Organisation „Pekarti“ hat in den 37 Jahren ihres Bestehens rund 50.000 Produzenten unterstützt, woraus mehrere kleine und mittelständische Unternehmen entstanden sind. „Es ist auch weiterhin unser Ziel die Handwerker nicht von ,Pekarti´ abhängig zu machen, sondern sie zu befähigen, selbstständig zu sein und anschließend auch den lokalen Markt zu bedienen", betonte Nur Aenah Ahmad.

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