Schwangauer SPD zeichnet langjährige treue Sozialdemokraten aus

Historische Dimensionen

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Der Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert (v.l.) mit den Geehrten Elisabeth Bucerius, Margot Blau, Dieter E. Kenkmann, Marlies Renner und Vorsitzenden Roman Seider.

Schwangau – Im Beisein des Füssener SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert würdigte der Schwangauer SPD-Ortsverein jetzt langjährige verdiente SPD-Mitglieder.

Für 25 Jahre SPD-Mitgliedschaft erhielt Marlies Renner von Roman Seider, Vorsitzender der Schwangauer Sozialdemokraten, eine Auszeichnung. Sie bezeichnete sich als „Wiederholungstäterin“, die eigentlich schon viel länger in der Partei sei, aber bereits einmal ausgetreten war. Der Füssener Karl Brandner habe sie dann aber hartnäckig umworben und zum Wiedereintritt bewogen. Sie hatte sich lange Zeit in der ASF für Frauenrechte und Emanzipation engagiert.

Für 40 Jahre SPD-Mitgliedschaft wurden Elisabeth und Reinald Bucerius geehrt. Bucerius, damals noch im „roten“ Hessen lebend, hatte lange mit sich gerungen, bevor sie der Partei beitrat. Sie wollte sich mit Leistung im Beruf hocharbeiten und keine „Parteibuch-Karriere“ machen. Erst nach entsprechendem beruflichem Erfolg trat sie schließlich der SPD bei, deren Politik-und Gesellschaftsverständnis ihr bereits vorher zugesagt hatten.

Dieter Kenkmann erhielt für seine 50-jährige SPD-Mitgliedschaft eine Auszeichnung. Für ihn als damals engagierten Gewerkschafter war der SPD-Eintritt vor einem halben Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit. Er berichtete den Anwesenden, wie er als Hochgebirgskletterer dazu kam, Kindern in Nepal und Tibet durch seine Stiftung zu Bildungs- und Zukunftschancen zu verhelfen.

Engagement für Nepal

Er informierte auch darüber, wie er im vergangenen Jahr dort das große Erdbeben erlebt hat und zeigte eindrucksvolle Bilder der Naturkatastrophe. Zurück in Deutschland habe sofort „ordentlich Geld einsammelte“, um diese Spendengelder vor Ort für die vertrauten Menschen einzusetzen.

Margot Blau, in Nordrhein-Westfalen gebürtig, aber schon lange in Schwangau lebend, wurde als „Ober-Jubilarin“ für ihre 70-jährige SPD-Mitgliedschaft geehrt. Schon ihr Vater war gewerkschaftlich organisiert und musste im Nazi-Deutschland als SPD-Mitglied mit Benachteiligungen und Repressionen kämpfen. Seine gradlinige politische Haltung wirkte sich auch auf seine Töchter und deren Politik- und Lebensverständnis aus. Ihre ältere Schwester Ruth Rimbach lebt im Seniorenheim St. Michael in Füssen und wird dort demnächst vom Schwangauer SPD-Vorstand geehrt.

Wengert gratuliert

Alle Jubilare erhielten neben einer vom SPD-Bundes-, Landes- und Ortsvorsitzenden unterzeichneten Urkunde eine SPD-Anstecknadel oder -Brosche in Silber oder Gold sowie den Band „Illustrierte Geschichte der SPD“. Dr. Paul Wengert gratulierte und dankte den Geehrten für ihre lange Treue zur SPD und gab einen Einblick in die SPD-Landes-, Bundes- und Europapolitik.

Er verwies darauf, dass wir „vor Herausforderungen historischer Dimension“ stünden und dass sich Europa in Zukunft mehr um das Thema Gerechtigkeit kümmern müsse – ein Thema, für das die SPD seit nunmehr über 150 Jahre engagiert gekämpft habe. Welchen Beitrag die SPD in Bayern mit der „Hoegner-Verfassung“ für unsere heutige Demokratie geleistet habe, aber auch insgesamt in der deutschen Geschichte, dürfe niemals vergessen und muüsse immer wieder erinnert werden. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Rückblick Seiders auf die Geschichte der Schwangauer Sozialdemokraten, die 1970 mit der Gründung des Ortsvereins begann.

Als maßgebliche Gründungsmitglieder nannte er Toni Steinhauer, Fritz Ruckdeschl und Fritz Putz. Steinhauer leitete als erster örtlicher SPD-Vorsitzender auch die AWO in Schwangau und seit 1965 die Jugendarbeit im Falkenheim. 1990 wurde er Ehrenvorsitzender der örtlichen SPD. Auf Anhieb gelangten die drei Vorgenannten 1972 in den Gemeinderat. Sowohl Seider als auch Dieter Walz saßen noch gemeinsam mit Fritz Ruckdeschl am Ratsherrentisch.

kb

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