Allgäuer Dorf schafft erste Hürde

Nördlich der B310 und westlich der B16 im rot markierten Bereich soll das Allgäuer Dorf entstehen. Den vorhabenbezogenen Bebauungsplan hat der Zweckverband jetzt auf den Weg gebracht. Foto: Bauamt Füssen

Füssen – Das Allgäuer Dorf ist einen Schritt weiter: Der Zweckverband Allgäuer Land hat am Donnerstag die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen. Die meisten Bürgermeister der Mitgliedergemeinden begrüßten das Projekt. Nur der Schwangauer Rathauschef Reinhold Sontheimer stimmte nicht zu.

Während der Riedener und Roßhauptener Gemeinderat das Projekt positiv aufgenommen habe, hätten die Schwangauer Räte einige Bedenken, meinte Zweckverbandsvorsitzender Paul Iacob (SPD). So hätten sie nicht nur vor einer stärkeren Verkehrsbelastung Angst, sondern befürchteten wegen der Erlebnisgastronomie auch negative Folgen für ihr Schlossbrauhaus. Die größten Bedenken aber, so Sontheimer, liegen bei den Beherbergungsbetrieben. Iacob sei zwar optimistisch, dass das Allgäuer Dorf ein „vollständig neues“ Tourismusklientel anspreche, wenn das aber nicht der Fall sein sollte, wäre es für die bestehenden Betriebe „fatal“, meinte der Schwangauer Bürgermeister. Zur Zeit überlege sein Gemeinderat zudem, ob er aus dem Zweckverband austreten solle. Eine Veränderung beim Gästeklientel müsse nicht negativ sein, meinte Iacob. Mit dem Allgäuer Dorf wolle man besonders Familien ansprechen, denn ein „typisches Familienresort“ habe man noch nicht, fügte Iacob hinzu. Dadurch soll eine nachhaltige „wirtschaftliche Belebung“ der Region stattfinden. Bei der Verkehrsanbindung zu dem Projekt sei „alles drin“, erklärte Iacob seinen Kollegen. Das Straßenbauamt stehe einem direkten Anschluss an die B16, einer unterirdischen Verbindung zum Festspielhaus oder auch einem Kreisverkehr an der Kreuzung der B16 mit der B310 aufgeschlossen gegenüber. Mit einer Gegenstimme beschloss der Zweckverband schließlich, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. 

 Kritik am Projekt bleibt bestehen 

Widerstand formiert sich derzeit in Füssen gegen das Projekt. So hat eine Facebook-Gruppe „gegen das Allgäuer Dorf“ bereits über 1000 Mitglieder. Im Stadtrat forderte Dr. Hans-Martin Beyer (CSU) jüngst bereits zum zweiten Mal mehr Transparenz. „Ich habe das Gefühl, das wird ein Flop“, sagte Petra Schwartz (Grüne). Iacob vertröstete die Räte auf Ende März, erst dann könne er Informationen zu den Ankermietern bekanntgeben. Bis dahin bestehe eine Stillschweigevereinbarung mit den Projektentwicklern. Unzufrieden damit, dass Füssen nur 35 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen bekommt und der Rest an die Partnergemeinden im Zweckverband Allgäuer Land geht, zeigte sich Klaus Keller (FW). Iacob und Hauptamtsleiter Andreas Rist erinnerten daran, das das Allgäuer Dorf von Anfang an ein Projekt des Zweckverbands gewesen sei, schon als es noch in Nesselwang angedacht war. Iacob und Rist versprachen dem Stadtrat noch Einwirkungsmöglichkeiten bei der Festlegung des Städtebaulichen Vertrags. Bei dem sei die Stadt Füssen neben den Investoren und dem Zweckverband noch dritter Vertragspartner, da das Dorf im Bereich des Füssener Flächennutzungsplans angedacht ist. kk/ps

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