Experten der St. Vizenz Klinik informieren über die Möglichkeiten arthroskopischer Eingriffe

Was kann die Arthroskopie?

+
Dr. Christian Schoch (links, Oberarzt Orthopädische Chirurgie) und Dr. Johannes Spengler (Chefarzt Chirurgie).

Pfronten – Im Rahmen einer sehr gut besuchten Patienteninformationsveranstaltung in der St. Vinzenz Klinik informierten Chefarzt Dr. Johannes Spengler und Oberarzt Dr. Christian Schoch über die Möglichkeiten arthroskopischer Eingriffe am Knie in Pfronten.

Dabei machten beide deutlich: Der Erfolg aller Techniken ist abhängig von der Operation – aber vor allem auch von der konsequenten Nachbehandlung seitens des Patienten.

Eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ist ein Verfahren, mit dem die Gelenke untersucht und behandelt werden können. Die Methode eignet sich sowohl zur Diagnose von Gelenkschäden, als auch für operative Eingriffe. Am häufigsten wird sie am Kniegelenk vorgenommen. Aber auch an anderen Gelenken wie beispielsweise am Schulter- oder Hüftgelenk kann eine Arthroskopie erfolgen.

Dr. Christian Schoch ging zunächst auf die generellen Fortschritte der minimal-invasiven Therapien (Eingriffe mit kleinstmöglichen Verletzungen von Gewebe) am Knie ein. Die moderne Medizin wird immer patientenindividueller und bietet sowohl in der Diagnostik als auch in der Behandlung zahlreiche Vorteile.

Bei einem Meniskusschaden werden die Ursachen entweder konservativ und operativ behandelt. Im Falle einer Operation können die Chirurgen Teile des Meniskus entfernen (Teilresektion) oder einen Riss wieder zusammennähen. Auch bei einer Einklemmung des Meniskus können Schäden entstehen, die erhebliche Schmerzen verursachen und daher arthroskopisch operiert werden sollten.

Gewebe heilt nicht

Knorpelschäden in den Gelenkflächen entstehen häufig durch Abnutzung oder Unfälle. Sie stellen ein Problem dar, da zerstörtes Knorpelgewebe nicht heilt. Je nach Größe des Schadens und des Patientenanspruchs an die Belastung und Beweglichkeit gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten: der Knorpel kann beispielsweise geglättet oder angebohrt werden. Bei einer „Knorpelanbohrung“ bildet sich ein sogenannter Blutkuchen.

Die darin enthaltenen Knorpelvorläuferzellen können sich zu Knorpelzellen differenzieren und körpereigenes Knorpelersatzgewebe bilden. Knorpel-Knochen-Transfer-Operationen oder auch eine Therapie mit Knorpelnachzüchtung – dafür seien zwei Eingriffe erforderlich – werden in ausgewählten Fällen ebenfalls in Pfronten vorgenommen. Auch bei einer Kniescheibenluxation (lat. luxare „verrenken“) kann eine operative Versorgung notwendig werden.

Bei sportlich aktiven jungen Patienten oder einer chronischen Instabilität des Gelenkes genügt die Stabilisierung über die Muskulatur meist nicht für die hohe Gelenkbeanspruchung aus. Durch eine sogenannte Bandplastik des Halteapparates kann eine erneute Verrenkung des Gelenkes vermieden werden.

Im zweiten Teil des Vortrages zeigte Dr. Johannes Spengler die Behandlungsmöglichkeiten bei einem Kreuzbandriss auf. Verletzungen des vorderen Kreuzbandes kommen wesentlich häufiger als die des hinteren Kreuzbandes vor. Sie können isoliert oder kombiniert mit anderen Verletzungen (Knochenbrüche, sonstige Knieverletzungen) auftreten.

Ein Riss des vorderen Kreuzbandes muss meistens operiert werden, der des hinteren dagegen nicht immer. Die Behandlung erfolgt auch hierbei individuell. Konservative Therapien (nicht-operativ) zum Muskelaufbau können beispielsweise bei älteren Patienten oder bei geringem Anspruch wie beispielsweise keine schwere körperliche Arbeit oder kein Sport erfolgreich sein.

Bei allen sportlich aktiven Patienten oder Menschen die schwere körperliche Arbeiten verrichten, ist ein operativer Eingriff erforderlich. Durch einen Sehnenersatz (eine Naht ergibt kein stabiles Ergebnis) kann die Stabilität im Gelenk wieder hergestellt werden.

Die nächste Patienteninformationsveranstaltung in der St. Vinzenz Klinik findet am 9. November um 19 Uhr statt. Im Rahmen der Herzwoche 2016 wird Dr. Stefan Heetel, Facharzt für Kardiologie und Angiologie zum Thema „Herz unter Stress: Risiken erkennen, vorbeugen und behandeln“ informieren.

kb

Meistgelesene Artikel

"Tage wie diese" im Kaisersaal

Füssen – Sie haben es tatsächlich getan: Unterstützt von zahlreichen Kindern des AWO-Kinderhorts und Füssenern hat der Stadtrat am Dienstagabend im …
"Tage wie diese" im Kaisersaal

Sündenbock für Missernten

Füssen – Über Hexenglaube, Verfolgung und Hexenprozesse im Allgäu und Außerfern informierte jetzt Historikerin Birgit Kata im Kolpinghaus Füssen.
Sündenbock für Missernten

Neues Programm für Silvester

Füssen – Anders als in den Jahren zuvor wird die Silvesterparty 2016 auf dem Gelände des Festspielhauses Füssen gefeiert. Wie Hartmut Heinz, Direktor …
Neues Programm für Silvester

Kommentare