Touristiker wollen grenzüberschreitend in Gesundheitstourismus investieren

Gesundheit als Touristenmagnet

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Die Werbegemeinschaft Lech-Wege, Füssen, Breitenwang und der TVB Lechtal arbeiten gemeinsam an gesundheitstouristischen Angeboten.

Für dieses grenzüberschreitende Projekt bewilligte der Begleitausschuss des Interreg-Programms Bayern-Österreich demnach kürzlich etwa 1,3 Millionen Euro an Förderungen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Die gemeinsame Klammer für dieses Projekt bildet der Wildfluss Lech. Viele Menschen kommen auf dem 125 Kilometer langen Lechweg wieder zur Ruhe.

Der Lech steht hier sinnbildlich für die Kraft der Natur, die heilende Wirkung auf stressgeplagte Menschen hat. Der Entwicklungspfad in Richtung naturnahen Qualitätstourismus soll nun mithilfe naturgebundener Heilressourcen und Heilkompetenzen gestärkt werden. In Füssen verstehen es die Touristiker seit vielen Jahrzehnten, die heilende Kraft der Natur im Sinne der Kneipp’schen Gesundheitslehre zu nutzen.

Diese Lehre basiert auf den fünf Säulen Wasser, Bewegung, Kräuter, Ernährung und innere Ordnung. Dieses Gesundheits-Know-how soll nun in der Lechweg-Region verankert und für die Entwicklung neuer Angebote genutzt werden. Dazu werde es in den kommenden Monaten ein umfangreiches Qualifizierungsprogramm für Beherbergungsbetriebe geben, kündigen die Verantwortlichen an.

In Füssen arbeiten die Zuständigen derzeit an einer Therapie gegen lebensstilbedingte Schlafstörungen. Ergänzend zu Füssen soll ab 2017 in der Gemeinde Holzgau ein zweites Kneipp-Zentrum mit der entsprechenden Infrastruktur entstehen.

Kompetenzen ausbauen 

Darüber hinaus soll die im Lechtal bereits vorhandene Kräuterkompetenz weiter ausgebaut werden.

Die Ruhe in den strukturschwachen Lechtaler Seitentalgemeinden sei Ausgangspunkt für eine touristische Positionierung als „Auszeitdörfer“, so die Überlegungen. Hier spielten die beiden Kneipp’schen Säulen „innere Ordnung durch gesunden Schlaf“ und „Bewegung in entsprechender Höhenlage“ eine wichtige Rolle.

Heilwasser im Fokus 

Zentrales Element der grenzüberschreitenden Gesundheitsregion ist das Bad Kreckelmooser Heilwasser. Es handelt sich hierbei um ein für Trink- und Badekuren zertifiziertes Kalzium-Sulfat-Wasser, das bereits im 16. Jahrhundert für Heilzwecke verwendet wurde. 1555 entstand im Breitenwanger Ortsteil Kreckelmoos schließlich die erste Badehütte.

Im 18. Jahrhundert wurde diese großzügig ausgebaut. Mit der Schließung des alten Krankenhauses geriet allerdings auch das Heilwasser in Vergessenheit. Derzeit rinnt es ungenutzt in das Kanalnetz. Seit einigen Jahren denken die Verantwortlichen in Breitenwang deshalb über eine Reaktivierung der alten Heilquellen nach. In Primar Dr. Eugen Ladner, medizinischer Leiter des Bezirkskrankenhauses, fanden die Breitenwanger einen engagierten Mitstreiter.

 Das Heilwasser soll mittels einer Schauquellstube gefasst und in Flaschen abgefüllt werden. Mit einem stimmigen Zusammenwirken all dieser Elemente wollen die Partner entlang des Lech einen gesundheitstouristischen Erlebnisraum im Sinne der Kneipp’schen Lehre entwickeln, so das Ziel.

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