1936, 1972 und 2018?

Die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 hat ihre ersten Kratzer erhalten. Die CSU stellte im Marktrat Garmisch-Partenkirchen einen Antrag auf Ratsbegehren. Das lehnten die Gemeinderäte zwar mit 20:10 Stimmen ab. Die hitzige Diskussion in der Sitzung zeigt aber, dass die Hurra-Stimmung für die Winterspiele im Markt kippt

. Segnete der Marktrat die Bewerbung im November 2007 noch einstimmig ab, stellte die CSU-Fraktion nun einen Antrag auf Ratsbegehren. „Sind Sie bei der derzeitigen Sach- und Kenntnisslage dafür, dass sich der Markt Garmisch-Partenkirchen an den Olympischen Winterspielen beteiligt?“, will die CSU um deren Vorsitzende Elisabeth Koch von den Menschen vor Ort wissen. Sie kritisiert, dass die Menschen nicht in die Bewerbung einbezogen würden. Dabei unterstützt die örtliche SPD-Fraktion die Christsozialen. „Derzeit treibt nicht der Marktgemeinderat die Richtung voran, sondern der Bürgermeister. Aber er hat die Richtung nicht zu bestimmen“, erklärte Dr. Sigrid Meierhofer, SPD-Fraktionssprecherin. Nicht um den Bürger, sondern um Populismus gehe es der CSU, ärgerte sich Dr. Peter Samstag (CSB-Fraktionssprecher) in der Sitzung. „Die CSU will die Olympia nicht, weil nicht sie, sondern der von ihr geschasste Bürgermeister Schmid sie geholt hat“, sagte er. Die Diskussion, die von der CSU vorangetrieben wurde, schade Garmisch-Partenkirchnen und mache den Markt in Deutschland zur Lachnummer. Dem schloss sich Hannes Krätz, dritter Bürgermeister und FWG-Fraktionssprecher, an: „Die CSU polarisiert in Befürworter und Gegner.“ Ein grobes Bild von der Stimmungslage der Menschen im Oberland zeichnete Richard Adam, einer der drei Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft, der drei Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes sowie jeweils ein Mitglied vom bayerischen Freistaat, der Stadt München, dem Markt Garmisch-Partenkirchen und dem Landkreis Berchtesgadener Land angehören. Laut einer repräsentativen Umfrage seien 70 Prozent der Menschen dafür, dass die Olympischen Winterspiele 2018 in Garmisch-Partenkirchen und München ausgetragen werden würden. „Leider sind wir in eine Situation manövriert worden, in der unsere Bewerbung Schaden genommen hat“, erklärte Bürgermeister Thomas Schmid (CSB). Denn der Bund Naturschutz – die Mitglieder befürchten, dass durch die Winterspiele 2018 das Ortsbild und die Landschaft zerstört würden – wolle in jedem Fall versuchen, die Spiele Oberbayern zu verhindern. Mit 20:10 Stimmen sprachen sich schließlich die Markträte nach mehr als einstündiger Diskussion gegen den Antrag von CSU aus. Mit dem selben Verhältnis segneten sie die Bewerbungsmappe, das „Mini-Bid-Book“, ab.

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