2000 Läufer trotzen klirrender Kälte – Seit langem wieder große Runde über Linderhof beim 40. König-Ludwig-Lauf – Rezac siegt nur knapp

Trotz der Kälte strahlten diese drei Eismänner im Ziel. Der Schwede Sam Jonathan (Nr. 4182) mit seinen beiden Teamkollegen nach 23 Kilometern im freien Stil. Fotos (3): Johannes Zinner

– Montagmorgen am Sportgelände in Oberammergau, es ist ruhig bei Minus 21 Grad. Wo sich am Tag zuvor noch Tausende von Langläufern und Zuschauern tummelten, sind ein paar Helfer beim Aufräumen. In der Sporthalle wird sauber gemacht, am Sportplatz der große Zielbogen und das Zielhaus abgebaut. Am Parkplatz sind zwei Lkws aus Schweden gestrandet, nichts geht mehr, hier muss der Pannendienst eingreifen. Zwei Tage König-Ludwig-Langlauf, zum 40. Mal, ein Jubiläum mit ausreichend Schnee, und seit langem konnte wieder die große Runde über Linderhof gelaufen werden.

Für Schlagzeilen sorgte ein kräftiges Hoch mit sibirischer Kälte – Minus 20 Grad am Samstagmorgen im Graswangtal, an einigen Stellen sogar noch eisigere Temperaturen. Wegen blockierter Straßen kamen etliche Teilnehmer nicht rechtzeitig zum Start in Ettal, andere reisten erst gar nicht an, sie kapitulierten vor der Kälte. Nur mit kurzer Verzögerung erfolgte der Startschuss, bereits auf der Strecke mussten manche der Kälte Tribut zollen und stiegen aus dem Rennen aus. Alle Hände voll zu tun hatte in Oberammergau das Rote Kreuz, als sich die Situation verschärfte, forderte man Verstärkung an, in der Sporthalle wurde eine feste Betreuungsstation eingerichtet. Nur eine Zehntel-Sekunde entschied über den Sieg Am Sonntag, beim Hauptlauf über 50 Kilometer in klassischer Technik, bot sich fast das gleiche Bild, trotzdem wollten es über 2000 Teilnehmer wissen. Von Anfang an diktierten die Favoriten das Geschehen, an der Spitze eine 30-köpfige Gruppe. Absetzen konnte sich aber keiner, die Zuschauer im Sportzentrum erlebten ein packendes Finale. Nach 50 Kilometern eine Zehntel Sekunde Vorsprung – so knapp fiel die Entscheidung aus zugunsten des Tschechen Stanislav Rezac vor dem Schweden Jerry Ahrlin, dem Vorjahressieger, 1,3 Sekunden dahinter Jorgen Aukland aus Norwegen. Zwischen Rang eins und siebzehn lagen gerade mal zehn Sekunden. Ein knappes Rennen verfolgten die Zuschauer auch bei den Damen: Vier Sekunden betrug der Vorsprung von Susanne Nystroem aus Schweden vor Jenny Hansson (Schweden), Platz drei für die Schweizerin Seraina Boner. Als bester Läufer aus der Bundesrepublik kam Juri Propp aus Erndtebrueck auf Rang 68. Hochzufrieden konnten auch einige Läufer aus dem Landkreis sein. Der Oberammergauer Helmut Fichtl mit Platz 141, der Wallgauer Christian Rappensberger erreichte Platz 285 sowie Holger Meichsner und Peter Eich, beide aus Oberammergau, kamen auf die Plätze 399 und 400. Annelies Rappensberger aus Wallgau lief auf Platz 101. Beim Lauf am Samstag über 50 Kilometer in freier Technik stand Jiri Rocarek aus Tschechien ganz oben auf dem Podest, dahinter Carsten Pump aus Deutschland und Michael Sandoz aus der Schweiz. Bei den Damen lief Sigrid Mutscheller aus Deutschland mit über zehn Minuten Vorsprung einen ganz überlegenen Sieg heraus. Stanislav Rezac holte sich bereits den sechsten Sieg und zog mit dem Finnen Pauli Siitonen gleich, er gewann in den 70er Jahren ebenfalls sechs Mal den König- Ludwig-Lauf. Schweigeminute für verstorbenen 74-Jährigen Am Sonntagmorgen erreichte die Organisatoren dann die schreckliche Nachricht: Kurz nach dem Start in Ettal war ein 74-jähriger Schwede zusammengebrochen und trotz sofortiger ärztlicher Hilfe verstarb er im Krankenhaus. Erster Bürgermeister Arno Nunn informierte unmittelbar vor der Siegerehrung die Zuschauer, mit einer Schweigeminute wurde des Schweden Toivo Harju gedacht. Keine Blasmusik, stark gedrosselte Lautstärke bei den Stadionsprechern – bei gedrückter Stimmung ging die Siegerehrung über die Bühne. Hier noch die Ergebnisse über die 23-Kilometer-Distanz: Freie Technik Männer: 1. Viktor Novotny (CZE) 2. Tobias Rath (GER) 3. Bernhard Benedikt (Saulgrub). Damen: 1. Isabel Brambrink (GER) 2. Maria Novoselova (RUS) 3. Randi Damgaard (NOR). Klassische Technik Herren: 1. Jiri Rocarek (CZE) 2. Josef Wenzl (GER) 3. Daniel Slechta (CZE) Damen: 1. Denise Hermann (GER) 2. Sabrina Schairer (AUT) 3. Renate Forstner (GER).

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