Das Alter schon einmal "anprobiert" – 20 Jahre Seniorenheim Phönix-Haus Karwendel – Simulation verdeutlicht Altersbeschwerden

Bürgermeister Hornsteiner versucht sich mit schweren Handschuhen und Trübungsbrille am Computer. Foto: Wehmeier

Das Mittenwalder Seniorenheim Phönix-Haus Karwendel feierte am Wochenende sein zwanzigjähriges Bestehen. An drei Tagen gab es aus diesem Anlass verschiedene Veranstaltungen, vom ökumenischen Festgottesdienst, musikalischem Nachmittag, u.a. mit der Musikkapelle Mittenwald sowie den offiziellen Festakt mit Grußworten und Ansprachen und einem Rückblick auf zwanzig Jahre Phönix-Geschichte. Auch gab es für die Kleinen einen Kinder-Malwettbewerb mit Preisverleihung.

Bei den Feierlichkeiten wurde durch Einrichtungsleiter Klaus Kudella ein außergewöhnliches „Design“ vorgestellt: Der „Alterssimulationsanzug“ von „Produkt und Projekt Wolfgang Moll“. Dieser Anzug soll jüngeren Menschen in helfenden Berufen und in der ambulanten Pflege durch eigene Erfahrung vor Augen führen, wie die typischen Schwierigkeiten und Einschränkungen des Älterwerdens und des Altseins aussehen. Durch das Anlegen verschieden starker Gewichte an Bein, Knie, Handgelenk, Brust und Schulter sowie einer Halskrause, dicker, störender Handschuhe, Ohrenstöpsel und Brillen mit verschiedenen Augentrübungen, kann dieser gerontologische Testanzug dem Jüngeren simulieren, mit welchen Einschränkungen der sensomotorischen Fähigkeiten man im Alter leben muss. Auch die Bewegungsunsicherheit mit Einengung des Gesichtsfeldes, der Kopfbeweglichkeit, des Greifvermögens und Kraftverlustes, kann mit dem Alterssimulationsanzug nachvollzogen werden. An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde die Wirksamkeit der Simulation in der Ausbildung von Medizinstudenten untersucht. Hierbei haben Studenten ein Praktikum unter Einsatz eines solchen Anzuges durchlaufen müssen und danach festgestellt, dass die Empathie für ältere Menschen gefördert wird. Bürgermeister Adolf Hornsteiner stellte sich als „Versuchskaninchen“ zur Verfügung, und ließ sich von Klaus Kudella den Testanzug anpassen und war dann einer Science-Fiction-Figur sehr ähnlich. Da aber der Bürgermeister sehr sportlich und fit ist, empfand er die Körpergewichte zwar als einschränkend, aber für kurze Zeit erträglich. Schwierig waren da schon eher Computerbedienung, Feinmotorik, Gesichtsfeldeinschränkung und der simulierte Gehörverlust. Das Seniorenheim Phönix-Haus Karwendel hat diesen Alters- simulationsanzug erworben, um seinen Pflegern und Helfern nach eigenem Ausprobieren den Umgang mit den Phönix-Bewohnern zu erleichtern.

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