Deutsches Tierschutzbüro e.V. ruft zum Boykott von Bogner auf – Unternehmen antwortet

"Tierquälerei soll ein Ende haben"

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Mit der Kampagne „Bogner tötet“ ruft das Deutsche Tierschutzbüro zum Boykott auf.

GAP – Im Rahmen seiner Anti-Pelz-Kampagne ruft das Deutsche Tierschutzbüro e.V. zum Boykott des Unternehmens Bogner auf. Solange das Modelabel noch immer Echtpelz verkauft, sollten Verbraucher Bogner-Produkte nicht kaufen, so das Deutsche Tierschutzbüro. Das Münchner Unternehmen nahm Stellung zur Kampagne.

ls funktionales und modisches Element hat in unserem Unternehmen Tradition. Selbstverständlich halten wir die national sowie international geltenden Gesetze, Verordnungen und Richtlinien vorbehaltlos ein. Unsere Echtpelz-Verbrämungen sind größtenteils abknüpfbar, um den individuellen Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden“, so eine Pressesprecherin von Bogner. Der Verein macht in seiner Kampagne auch auf die Tierhaltung aufmerksam. Der Pelz an Kapuzenkrägen und Mützen stammt vornehmlich aus Finnland und auch aus China. Bogner sagt dazu: „Wir arbeiten mit nur zwei zertifizierten Pelzhändlern zusammen – und das seit Jahrzehnten. Unter der Marke Bogner werden ausschließlich Pelze aus Finnland, Spanien und den USA verwendet. Lediglich bei unserer Untermarke Bogner Fire + Ice werden neben europäischen auch asiatische Pelze verarbeitet. Die häufigste Pelzart in unserem Sortiment ist der Finnraccoon, der von unseren beiden Pelzhändlern aus Finnland bezogen wird. Deren Pelze sind mit dem Zertifikat OA (Origin Assured = aus gesicherter Herkunft) ausgezeichnet und werden auf der Auktion in Helsinki erworben.“

Für den Verein ist aber klar: „Wie dort die Tiere gehalten und getötet werden, ist allgemein bekannt und kann man sich kaum vorstellen“, so Jan Peifer vom Deutschen Tierschutzbüro. „Ich habe mir mehrfach selbst ein Bilder der Pelzproduktion gemacht. Die Tiere müssen in engen Käfigen leiden, haben keinen Auslauf, sie leiden unter der enge und der nicht artgerechten Haltung.“ Alle Pelztiere zeigen seiner Meinung nach in Gefangenschaft starke Verhaltensstörungen, da sich ihr Revier in der Natur über mehrere Quadratkilometer erstreckt. Mit dem Kauf von Echtpelz würde man eine Industrie unterstützen, die keine Rücksicht auf die Belange der Tiere übernimmt. „Im Rahmen unserer Kampagne ,Bogner tötet‘ rufen wir nun zum bundesweiten Boykott von Bogner auf“, so Peifer. Die Tierschützer wollen ihrer aktuellen Kampagne damit Nachdruck verleihen und, wie sie in der Pressemitteilung schreiben, somit Bogner weiter unter Druck setzen: „Die unnötige Tierquälerei für Bogner muss endlich ein Ende haben“, fordert Jan Peifer. Wenn es nach dem Willen des Deutschen Tierschutzbüros geht, soll niemand mehr bei Bogner einkaufen gehen, solange dort Echtpelz angeboten wird.

Auf die Frage des Kreisboten, ob Bogner auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt habe, falschen Pelz, also sogenanntes fake-fur zu verwenden, antwortet die Pressesprecherin: „Wir haben vor zwei Jahren eine Kollektion mit falschem Pelz gehabt. Diese wurde von unseren Kunden gar nicht angenommen. Da es keine Nachfrage gab, gibt es auch das Angebot nicht mehr. Bogner verwendet Echtpelz ausschließlich als Design-Element oder als Accessoire. Im Jahr 2015 beträgt der Anteil von Pelz an der Gesamtzahl der produzierten Teile vier Prozent. “

Wie der Verein schreibt, versuchen sie seit Anfang 2015 in einen Dialog mit Bogner zu treten - bisher erfolglos. „Das stimmt, wir vermeiden den Kontakt. Die Aktivisten möchten mit uns keine Diskussion führen, sondern sie haben eine Forderung: Keine Echtpelze mehr. Da Pelz bei uns Tradition ist, werden wir es weiterhin verkaufen. Daher sehen wir in einem Gespräch keinen Sinn.“ Eine Aktion ist Garmisch-Partenkirchen ist derzeit nicht geplant, erklärte Pfeifer. „Es ist die einzige Gemeinde, in dem wir nicht vor Ort sein werden, da wir dort leider keine Aktivisten haben“, erklärte er.

Alma Jazbec

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