Die Arbeit kann jetzt los gehen – Institut für Wintersport als dauerhafte Hochschuleinrichtung

V.li.: Prof. Dr. Dirk Heering, Bürgermeister Thomas Schmid und Prof. Dr. Florian Kainz nach der Vertragsunterzeichnung. Foto: Glas

Die Vertragsunterzeichnung im Rathaus Garmisch-Partenkirchen durch Bürgermeister Thomas Schmid und den Vizepräsidenten der Hochschule (FHAM), Prof. Dr. Florian Kainz, war eher unspektakulär. Lediglich Wirtschaftsförderer Matthias Reiser, Prof. Dr. Dirk Heering und drei Vertreter der heimischen Medien waren anwesend, als die Ansiedlung des Instituts für Wintersport besiegelt wurde. Mit ihren Unterschriften stellten Schmid und Prof. Kainz die Weichen für eine feste Hochschuleinrichtung in Garmisch-Partenkirchen, die es in dieser Form im gesamten Alpenraum noch nicht gab.

Mit Hilfe der Gemeinde bezieht das Institut noch in diesem Monat Räume im Olympia-Skistadion, die während des Schanzenbaus als Baubüro genutzt wurden. Der operative Betrieb wird im Dezember aufgenommen. Schmid freute sich, dass nach dem gelungenen Testlauf im letzten Winter eine Dauereinrichtung entstand: „Wir sind deshalb natürlich noch kein Hochschulstandort, die hat die Staatsregierung schon vor einiger Zeit limitiert, aber wir versuchen es eben auf einem anderen Weg. Das ,Institut für Wintersport der Fachholschule für angewandtes Management’ passt zu uns. Immerhin haben wir in Garmisch-Partenkirchen alles, was zum Wintersport gehört. Was uns noch fehlte, war eine universitär geprägte Einrichtung im wissenschaftlichen Bereich, die wir jetzt auch haben.“ Prof. Kainz berichtete von intensiven Gesprächen, die dem Vertragsabschluss vorausgingen. Die Leitung des Instituts für Wintersport liegt in den Händen von Sportmanager Prof. Dr. Heering, der unter anderem auch als lizenzierter Trainer im Alpinen Skirennsport tätig ist. Der Garmisch-Partenkirchner Professor will es nicht bei der bereits erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem SC-Garmisch belassen, sondern auch mit weiteren Vereinen, Clubs und Verbänden aus der Region zusammenarbeiten. Wie er betonte, gilt dies besonders in der Jugend- und Nachwuchsarbeit, da ja nicht alle Hoffnungsträger von Morgen die Angebote des Olympiastützpunkts Garmisch-Partenkirchen nutzen können. So können die lokalen Trainer auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse zurückgreifen, die von den 40 bis 50 Studenten erarbeitet werden. Ob es jetzt um Vergleichswerte oder Kraftmessungen geht, ein alpiner Rennläufer braucht die Kraft woanders als ein Springer oder Biathlet, die erstellten Profile werden den Trainern in den Clubs eine wertvolle Unterstützung sein. Hilfreich ist sicher auch die bereits bestehende Partnerschaft zwischen dem Olympiastützpunkt GAP und der privaten Hochschule, die, so Prof. Kainz, zu den „Top Fünf“ in Deutschland zählt. Für die Mitglieder der Alpinen Nationalmannschaft soll ab Mitte des kommenden Jahres ein Kursangebot erstellt werden, das die Spitzensportler auf die Bereiche Marketing, Finanzen und den Umgang mit den Medien vorbereitet. Die drei Semester auf nicht-akademischem Niveau können dann natürlich auch von heimischen Spitzensportlern belegt werden. Ob auf Sicht auch die Sportmedizin, die ja im Kreisort bereits ein eigenes Netzwerk unterhält, mit ins Boot geholt wird, wollten die Professoren nicht ausschließen. Da es sich bei den Lerninhalten, die in Garmisch-Partenkirchen vermittelt werden, um sogenannte Module handelt, könnte man sich vorstellen, dass es am Institut für Wintersport irgendwann einmal auch ein Modul „Sportmedizin“ geben wird.

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