Aufklärungsquote von 61,6 Prozent

Die Menschen in der Marktgemeinde Murnau und rund um den Staffelsee leben in einem der sichersten Landstriche Bayerns und somit der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Darüber freut sich Erster Polizeihauptkommissar Joachim Loy, Leiter der Polizeiinspektion Murnau, anlässlich der Kriminalstatistik des vergangenen Jahres.

„Die Zahl der im Jahr 2008 bekannt gewordenen Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 130 zurückgegangen; auf aktuell 1056 Straftaten. Zudem konnte die Aufklärungsquote von 63,6 Prozent auf 64,1 Prozent gesteigert werden.“ Im Bereich der ehemaligen Polizeidirektion Weilheim lag die Aufklärungsquote bei 61,6 Prozent, in Oberbayern bei 62,2 Prozent. Von den 34 Beamten der Polizeiinspektion Murnau werden rund 31500 Einwohner betreut. Die Polizisten ermittelten im vergangenen Jahr 606 Tatverdächtige. Davon waren 441 männlich, 79 gehörten einer ausländischen Nationalität an. Von den Tatverdächtigen waren 34 Kinder unter 14 Jahren, 106 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie 66 Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren. „Den Kindern“, erklärt Joachim Loy, „wurden hauptsächlich Diebstähle zur Last gelegt.“ Zu den Kapitaldelikten zählte 2008 das von der Staatsanwaltschaft als versuchter Mord zur Anklage gebrachte Tötungsdelikt in Uffing. Dabei hatte eine 24-jährige Frau ihren 18-jährigen Bruder mit einem Baseballschläger niedergeschlagen. Als Sexualdelikte bearbeiteten die Murnauer Polizisten sechs Fälle, darunter dreimal den sexuellen Missbrauch von Kindern. Einfacher und schwerer Diebstahl stehen mit 348 Fällen in der Kriminalstatistik der Marktgemeinde; davon 66 Ladendiebstähle. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei 40,5 Prozent. Besonders hoch liegt die Aufklärungsquote bei Raub, Körperverletzung, Misshandlung und Freiheitsberaubung: 93,4 Prozent bis 95 Prozent. Bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden 63 Tatverdächtige festgenommen. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 100 Prozent. Allerdings räumt Joachim Loy ein, dass es im Bereich der Betäubungsmittelkrimminalität eine besonders hohe Dunkelziffer gebe: „Das Rauschgift wird hauptsächlich im Privatbereich und in Diskotheken konsumiert. Der Schwerpunkt liegt mit 85 Prozent beim Genuss von Cannabis.“ Als Fälle, die als „besondere Vorkommnisse“ in der Statistik stehen, bezeichnet Joachim Loy den tödlichen Absturz eines Mountainbikefahrer im Eschenlainetal und auch das „Carjacking“: Dabei wurde auf einem Tankstellengelände in Murnau ein Autofahrer nach dem Tanken von einem Mann mit einem Messer bedroht und zum Aussteigen gezwungen. Der Täter, der mit Dackel unterwegs war, fuhr schließlich mit dem Auto davon. Einsätze der Polizei sind immer wieder bei politisch-motivierten Veranstaltungen gefordert: So anlässlich einer behördlich genehmigten Demonstration des rechten „Aktionsbündnisses Freundschaft Oberland“ und der darauf folgenden Gegendemonstration des „Werdenfelser Bündnisses gegen Rechts“. Loy: „Die Veranstaltung verlief größtenteils störungsfrei. Zu Gewalttaten kam es nicht. Das ist auch auf das besonnene Verhalten der Murnauer Bevölkerung zurückzuführen.“ Zu sogenannten Sonderverkäufen eines Rechtsextremisten in Murnau reisten Rechtsextremisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Südtirol und der Schweiz an. Linksextreme hatten auf ihren Internetseiten zu Gegendemonstrationen aufgerufen; Loy: „Störungen konnten nur durch ein größeres Polizeiaufgebot und sichtbarer Polizeipräsenz verhindert werden.“

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