Bahnübergang ist Geschichte, der Verkehr Richtung Bad Kohlgrub fließt

Mit Blick auf den bereits rollenden Kreisverkehr Richtung Bad Kohlgrub wurde am Montagvormittag in Murnau die Beseitigung des Bahnübergangs an der Staatsstraße 2062 gefeiert. Im Zusammenspiel von Bund, Land, Bahn und Kommune wurde die 9,7 Millionen teure Baumaßnahme finanziell gestemmt, die Georg Schmid (der damals das Projekt als zuständiger Staatssekretär begleitete) treffend eine „Jahrhundertentscheidung für Murnau“ nannte.

Lange hatte die Marktgemeinde für diese Maßnahme gekämpft; die Überlegungen zu einer Verkehrsverlagerung raus aus dem Zentrum und damit einhergehend auch zur Beseitigung des Bahnübergangs Richtung Bad Kohlgrub / Saulgrub liegen Jahrzehnte zurück. In einem ersten Schritt wurde die Entlastung von Ober- und Untermarkt realisiert; der zweite Schritt zielte auf die Beseitigung des Bahnübergangs Kohlgruber Straße. Bürgermeister Dr. Michael Rapp, der in seine Dankesworte alle Entscheidungsträger, die Deutsche Bahn, den Freistaat, den Bund und die damit befassten Behörden einschloss, nannte Günter Beckstein namentlich, denn der damalige Innenminister hatte 2007 „grünes Licht“ gegeben und die Verwirklichung des lange gehegten Wunsches vorangetrieben. „Der Bahnübergang an der Kohlgruber Straße war nicht mehr tragbar und stand kurz vor dem Verkehrsinfarkt“, erinnerte Bürgermeister Dr. Rapp die knapp 100 Zuhörer, die zu dem kleinen Festakt an den neuen Kreisel gekommen waren. Den Kreisverkehr mit Bahnunterführung nannte Rapp leistungsfähiger und sicherer als die möglichen Alternativen. Auch Murnaus drittes großes Verkehrsvorhaben vergaß der Bürgermeister nicht zu erwähnen, doch wann die sogenannte Westtangente, die in Kooperation mit Seehausen entstehen soll, tatsächlich kommt, ist ungewiss und wird dauern, zumal dieses Vorhaben zunächst nur in den vordringlichen Bedarf eingetaktet ist. Doch zunächst einmal erfreute man sich daran, dass der Bahn-übergang Kohlgruber Straße Geschichte ist. Bis zu 56 Mal waren die Schranken an manchen Tagen geschlossen, lange Schlangen Richtung Bad Kohlgrub und Rückstaus in Murnau waren die Folge. „Und der Verkehr wird weiter zunehmen“, das stellte Georg Schmid fest. Prognosen rechnen mit einer Verkehrszunahme an LKWs von 60 Prozent und PKWs von 20 Prozent. Eingedenk dieser Zahlen war die Realisierung der 882 Meter langen Straßenbaumaßnahme ganz sicher eine „Jahrhundertentscheidung“ für Murnau. Auch die Finanzierung mit 75 Prozent Zuschuss darf als Beispiel gebend angesehen werden: „Bund, Land, Bahn und Kommune haben an einem Strang gezogen“, wie Landrat Harald Kühn feststellte: „So sieht verantwortungsbewusste Kommunalpolitik gestützt auf guten fachlichen Rat aus.“ Die Murnauer, die mit Regenschirmen bewaffnet auch die kirchliche Weihe durch Pfarrer Hans-Peter Schäfer und Kaplan Jose Cholikara verfolgten, waren’s zufrieden und so mancher stellte fest, dass man schon gar nicht mehr so genau weiß, wie’s ohne den Kreisel aussah . . .

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