Ein Brückenschlag unter Freunden – Festlicher Kabbalat-Schabbat im Hotel Zugspitze mit Bayerischem Rundfunk

Der jüdisch-boarische Stammtisch führte beim ersten Schabbat in der Geschichte von Garmisch-Partenkirchen Vertreter verschiedenster Konfessionen zusammen. Foto: Privat

„Man hätte ihn in New York oder Tel Aviv vermutet, aber nicht im bayerischen Oberland“, wunderte sich der Sprecher vom Radiosender Bayern 2, als er über den jüdisch-boarischen Stammtisch erstmals berichtete. Im Rahmen des ersten Treffens wurde damals nicht nur der Stammtisch gegründet, sondern auch mehrheitlich als erste Veranstaltung ein offener, festlicher Empfang des Schabbats beschlossen. Dieser fand vor kurzer Zeit erstmalig in der Geschichte Garmisch-Partenkirchens statt.

Zunächst fand sich ein kleiner Kreis mehrerer Konfessionen zum Schabbat-Abendgebet ein. Stellvertretend für ihre Gemeinschaften nahmen der Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Beth-Shalom in München Jan Mühlstein teil, der Rabbiner Tom Kucera ebenfalls von Beth Shalom, Bürgermeister Thomas Schmid für die Marktgemeinde, der Vorsitzende der muslimischen DITIP-Moschee Ömer Anilir aus Garmisch-Partenkirchen, Pfarrer Wolfgang Scheel aus Mittenwald als christlicher Vertreter, aus dem Marshall-Center als Ansprechpartnerin der dortigen jüdischen Mitbürger Natalie Hassman sowie extra aus München angereist vom Zentrum für tibetischen Buddhismus Edward Crookes. Im Anschluss versammelten sich rund 80 interessierte Mitbürger vielfältiger Konfessionen im festlich geschmückten Speisesaal des Hotels Zugspitze. Mit dem Entzünden der Schabbatkerzen und dem Segen über Wein und Brot begann der kulinarische Teil des Abends mit einem traditionell jüdischen Fünf-Gänge-Menü, immer wieder aufge- lockert durch Schabbatlieder, Erklärungen zu den Ritualen und persönlichen Anekdoten. Beispielhaft für die freundschaftliche Atmosphäre war die Rede von Gülabi Erkoc aus Garmisch-Partenkirchen, der alle Anwesenden zum Gegenbesuch in die Moschee einlud. An diesem Abend fand ein großer Brückenschlag statt. Stellvertretend für viele andere fasste dies Margalit so zusammen: „Wie sehr mir so eine Begegnung gefehlt hat.“ Dieser Schabbat fand sein Ende am darauffolgenden Abend mit einer Toraauslegung und dem Entzünden der Hawdallah-Kerze.

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