DSV Schock: Für Fritz Dopfer ist die Saison nach Trainingssturz beendet

Das ist bitter!

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Fritz Dopfer hatte sich auf die Saison gefreut. Wegen dem Sturz ist die Saison für ihr gelaufen.

GAP – Fritz Dopfer vom SC Garmisch hat sich am vergangenen Sonntag bei einem Trainingssturz im Zillertal einen Schien- und Wadenbeinbruch am linken Unterschenkel zugezogen. Der 29-jährige WM-Silbermedaillengewinner im Slalom wurde bereits erfolgreich operiert. Prof. Dr. Christian Fink führte den Eingriff, in Absprache mit den DSV-Mannschaftsärzten, in der Privatklinik Hochrum bei Innsbruck durch.

„Die Operation verlief sehr gut“, sagt Prof. Fink nach der einstündigen Operation, in der das Schienbein mittels eines Marknagels stabilisiert wurde. „Fritz Dopfer wird noch einige Tage stationär behandelt und kann bereits morgen mit ersten physiotherapeutischen Maßnahmen beginnen. Einen günstigen Heilungsverlauf vorausgesetzt, ist ein Training auf Schnee in etwas sechs Monaten wieder möglich.“

Für Fritz Dopfer, der seit Jahren eine fixe Größe im Herren-Technik-Team darstellt, ist die Saison damit zu Ende, bevor sie richtig begonnen hat. „Es ging alles sehr schnell“, sagt Dopfer. „Ich habe beim Einfahren die Kontrolle über die Ski verloren und bin gestürzt. Die Folgen sind bitter. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich schon so manchen Rückschlag in meiner Karriere überwunden habe.“ Mathias Berthold, Bundestrainer der Herren zeigte sich geschockt: „Es tut mir wahnsinnig leid für Fritz. Jetzt geht es vor allem darum, die Verletzung vollständig auszuheilen.“

Dopfer startet für den SC Garmisch, wurde aber in Innsbruck geboren. Er wuchs in Schongau auf. Auf dem berühmten Skigymnasium in Stams in Tirol schloss er mit dem Abitur ab. Wohnhaft ist Dopfer, der mit Skirennläuferin Lena Dürr liiert ist, in Leutasch. Doch er trainiert in Garmisch-Partenkirchen und startet für den Deutschen Skiverband. Auch seine Wurzeln sind aus beiden Ländern. Seine österreichische Mutter war Skilehrerin und -trainerin, der Vater aus Bayern ebenfalls Skilehrer, aber auch ein Triathlet und kluger Wirtschafter. Die schulische und skifahrerische Ausbildung absolvierte Dopfer in Stams, an der Hochschule in Ansbach studiert er International Management. 2007 wechselte der ausgebildete Zollwachtmeister zum DSV. Beim Zwergerlrennen des SC Schongau auf dem Streckenberg in Oberammergau kämpfte er mit Gegnern wie Maria Riesch und Felix Neureuther. An das Ergebnis erinnert er sich übrigens nicht – nur noch daran, dass sein Vater ihm den Kurs mit farbigen Bändern markieren musste, damit der die richtige Linie findet. Die hat er bis heute getroffen. Und das, obwohl in den ersten Jahren im Weltcup mit hohen Startnummern und schlechten Pisten viel Geduld gefordert war. Der frühere DSV-Cheftrainer Charly Waibel brachte ihm dann auch noch den richtigen Kampfgeist bei. Als der erfuhr, dass sich Dopfer im Training „fast keine Stürze“ leiste, lautete der eindeutige Kommentar: „Dann fährst Du nicht am Limit.“ Das nahm sich der Skifahrer zu Herzen.

2015 wurde er Vize-Weltmeister im Slalom

Ein wichtiges Datum seiner Karriere war der 4. Dezember 2011. Hier erzielte er seine erste Podestplatzierung im Weltcup, als er in Beaver Creek im Riesenslalom auf den dritten Platz fuhr. Nur fünf Wochen später wiederholte er dies beim Lauberhornslalom in Wengen. Am 12. Januar 2013 wurde er im Riesentorlauf von Adelboden Zweiter und landete damit abermals auf dem Stockerl. Bei der Weltmeisterschaft 2013 in Schladming gewann Dopfer seine erste Medaille: Bronze im Mannschaftswettbewerb. 2015 wurde er Vize-Weltmeister im Slalom. Vor diesem Wettbewerb war er in sämtlichen technischen Saison-Rennen (13 Slaloms und Riesenslaloms) nie schlechter als Zehnter und erreichte drei zweite Plätze. Was ihm aber noch fehlt: Ein Weltcupsieg. Einige Male war er schon nahe dran, am nächsten wohl am 11. Januar 2015, als er im Slalom von Adelboden trotz Führung im ersten Durchgang letztendlich um zwei Hundertstelsekunden von Stefano Gross abgefangen wurde. In dieser Saison zeigte Dopfer mit Platz acht beim Slalom in Levi/Finnland einen Aufwärtstrend, nachdem der Auftakt beim Riesenslalom in Sölden/Österreich vor vier Wochen gründlich daneben gegangen war und er nur 27. wurde.

Das DSV-Team wird nun umso mehr darauf hoffen müssen, dass Top-Star Felix Neureuther seine bislang gute Verfassung nutzen und für weitere Spitzenergebnisse sorgen kann. Berthold setzt aber auch auf einen Leistungssprung von Athleten wie etwa Stefan Luitz. „Für unser Team ist der Ausfall von Fritz ein herber Verlust. Nun sind unsere jungen Aktiven gefordert, die Chance zu nutzen und sich in Szene zu setzen“, sagte er. Dopfer wird sich nun auf seine Genesung konzentrieren und ein Comeback für den Olympia-Winter 2017/18 anstreben. „Ich werde meine Rehabilitation mit großer Disziplin vorantreiben, damit ich in der Olympia-Saison wieder angreifen kann“, kündigte Dopfer an. Berthold meinte: „Wir werden Fritz bestmöglich unterstützen und sind zuversichtlich, dass er die Mannschaft in der olympischen Saison wieder verstärken kann.“

Von Titus Fischer

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