Erstes Bürgerforum zur Olympiabewerbung 2018

Das erste Bürgerforum zur Olympiabewerbung 2018 war – angesichts des endlich einmal sommerlichen Abends – mit knapp 400 Zuhörern recht gut besucht. Die Informationen zu den Bewerbungsmodalitäten, zum Sportstättenkonzept, zu Umwelt, Ökologie und zur touristischen Entwicklung waren umfangreich und breitgefächert. Die Zuhörer verfolgten die einzelnen Präsentationen mit Interesse, hakten mit Fragen nach, doch der Funke, den man mit Olympia entzünden möchte, wollte an diesem Abend nicht so recht überspringen.

Viele Zahlen wurden von den Vertretern des Projektentwicklers „Albert Speer & Partner“ und den Vertretern der Bewerbungsgesellschaft München 2018 (u.a. Geschäftsführer Richard Adam, Matthias Schöner) genannt. Doch die Wertschöpfung fürs Werdenfelser Land kann zu diesem Zeitpunkt eben nur geschätzt werden, und so nannte Axel Doering, der Kreis- vorsitzende des Bund Naturschutz, die Erwartungen in Milliardenhöhe überzogen und mahnte an, dass Olympia auch kosten werde. Negativbeispiele nannte nicht nur Doering, auch andere meldeten sich zu Wort und zitierten ernüchternde Bilanzen, die man in Turin (Olympia 2006) ziehen musste, oder in Oberstdorf nach der Nordischen WM. Neben den Bürgerinnen und Bürgern aus Garmisch-Partenkirchen hatten auch etliche Oberammergauer den Weg ins Kongresshaus gefunden, und so gab es mehrere Diskussionsbeiträge zu den „Romanshöhen“. Dort sollen – wenn die Bewerbung von Erfolg gekrönt wird – bekanntlich die Langlauf- und Biathlon-Wettbewerbe stattfinden. Nicht nur die Isartaler hadern mit dieser Entscheidung. Sein Unverständnis äußerte zum Beispiel Fritz Dopfer, der Vorsitzende des Skigaus Werdenfels. Matthias Schöner, der Experte fürs Sportstättenkonzept, bestätigte, dass die Anlage Kaltenbrunn schneesicher und schön ist, doch das Flächen- und Verkehrsproblem stellt die Planer hier vor unüberwindbare Probleme. Hans Gerum aus Oberammergau begrüßte die Entscheidung, sieht die Romanshöhe als idealen Wettkampfort und erklärte: „Wir haben niemandem den Goldring gestohlen, er wurde Oberammergau ins Nest gelegt.“ Richard Adam, der Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft 2018, stellte noch einmal heraus, welche Perspektiven, welche Chancen Olympia für die Region eröffnet. „Sie können dafür sein – was wir sehr hoffen; Sie können dagegen sein, aber neutraler Zuschauer kann man nicht sein, denn es geht um Ihren Ort.“ Keinen Zweifel ließ er daran aufkommen, dass die Bewerbung Fahrt aufgenommen hat. Ein komplexes Verfahren ist in Gang gesetzt, der Zeitplan läuft, Experten sind in verschiedenste Fachkommissionen eingebunden. „Wir wollen Sie gern mitnehmen auf die Reise, wir wollen Sie einbeziehen.“ Adam geht von einer breiten Zustimmung der Bevölkerung aus; das soll noch durch Umfragen dokumentiert werden. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird eine anonyme Umfrage durchführen; Anfang 2011 wohl, denn am 6. Juli 2011 wird die Entscheidung fallen. Sicher wird es bis dahin noch viele Veranstaltungen zur Olympiabewerbung geben. Mit dem Bürgerforum wurde ein Anfang gemacht, der zugleich zeigte, dass noch einiges zu tun ist, um die Bevölkerung „mitzunehmen“.

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