Felix Neureuther im Glück

Was Wimbledon für die Tennisspieler ist, ist Kitzbühel für die Skifahrer. Dort feierte Felix Neureuther am vergangenen Wochenende den ersten Weltcupsieg seiner Karriere. Bislang war die Saison sehr durchwachsen gelaufen, erst vor kurzem hatte er sich für die Olympischen Winterspiele in Vancovuer qualifiziert und dann das: Er gewann das Rennen und holte den ersten Weltcupsieg seiner Karriere!

Im Zielraum des Ganslerhangs gab es kein halten mehr: Tränen flossen sowohl bei ihm als auch bei seinem Vater Christian, der an gleicher Stelle vor 31 Jahre gewonnen hatte. Felix, der schon auf dem besten Weg war, als ewiges Talent zu gelten, war nun endlich der Glückliche. Selbst der Alpin-Chef des Deutschen Ski-Verbandes, Wolfgang Maier, gab zu: „Ich hatte meine Zweifel, dass irgendwann noch der Funke überspringt zum Top-Läufer.“ Auch Felix Neureuther selbst haderte: „Ich war wirklich am Boden, die Motivation war weg. Ich habe mich zurückgekämpft“, sagte Neureuther. „In so einer Situation wird man dann auch von vielen Leuten niedergeknüppelt, da macht man sich ganz einfach viele Gedanken. Hinzu kamen Motivationsprobleme, ich hatte einfach keine Lust. Enorm geholfen hat mir das Training mit meinem Vater am Gudiberg. Dort habe ich viel Sicherheit gewonnen und dann gedacht – das Jahr 2010, das wird dein Jahr, das wird ein Neuanfang in vielen, kleinen Schritten, die zum Erfolg führen sollen. “ Sein zweiter Lauf war ein Rodeo-Ritt à la Bode Miller. Aber Neureuther brachte ihn ins Ziel, wo der Jubel über den Sieg unbeschreiblich war. „Dass ich das ausgerechnet in Kitzbühel schaffe, ist unfassbar. Das macht so stolz, das kann man sich nicht vorstellen,“ sagte er über seinen großen Erfolg kurz vor Olympia. Und fügte hinzu: „Ich habe so gekämpft und war kurz vorm Aufhören. Das ist wirklich unbeschreiblich. Wenn man denkt, vor drei Wochen hieß es noch, der Junge muss um die Quali kämpfen und jetzt gewinne ich Kitzbühel. Was Schöneres gibt es eigentlich gar nicht.“ Der 25Jährige kam quasi mit Ski auf die Welt. Bereits mit zweieinhalb Jahren stellten seine Eltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther den kleinen Felix erstmals auf die Bretter. Kurz darauf feierte er seinen ersten Sieg bei den Kinderclubmeisterschaften des SC Partenkirchen, natürlich unter den Augen von Papa, seinem ersten Trainer und sportlichen Vorbild. Der prominente Name sei nicht immer ein Vorteil gewesen, sagt Neureuther: „Es gibt ein paar Sportler, die mit einem großen Namen auf die Welt kommen. Und es gibt nur wenige, die es wirklich ganz nach oben schaffen.“ Und auch Vater Christian weiß, dass Felix ein Leben lang habe lernen müssen, mit dem prominenten Namen zu leben. Während Papa Christian mit 20 Jahren sein erstes Weltcup-Rennen bestritt, gab Felix bereits mit 18 Jahren sein Weltcup-Debüt in Kranska Gora, allerdings erfolglos. Felix Neureuther schied damals aus. Erstmals fuhr Deutschlands bester Slalom-Fahrer im Dezember 2003 in die Weltspitze hinein. Beim Slalom von Madonna di Campiglio wurde er Achter. Mit der deutschen Mannschaft gewann Neureuther 2005 in Bormio den WM-Titel im Teamwettbewerb. Erstmals im Weltcup stand der Slalom-Spezialist aus Partenkirchen im Winter 2006/2007 auf dem Treppchen.

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