Gelungenes Theater-Film-Projekt

„Gold - Segen oder Fluch?“ Regisseurin Tatjana Pokorny vom Kleinen Theater am Richard-Strauss-Platz, hat dieses noch immer faszinierende Thema nach einer wahren Begebenheit aus dem 18. Jahrhundert von Manuel Brückl inszeniert. „Der Berg der wiederkehrenden Seelen“ ist eine spannende und interessante Film-Theaterproduktion. Zusammen mit Autor und Kameramann Manuel Brückl sowie Gero Kutzner, ist es Tatjana Pokorny gelungen, die Handlung auf zwei Ebenen, teils im Film und teils auf der Bühne spielen zu lassen und die Dialoge aus dem 0ff der Leinwand mit den Akteuren auf der Bühne zu verbinden. Ein ungewöhnliches, bemerkenswertes Projekt, und ein großes Lob für die Kameraführung, die Regie, die Technik und nicht zuletzt für die Schauspieler.

Im dunklen Zuschauerraum spricht eine Stimme von einem alten Goldschatz bei Ohlstadt, den ein Ritter von Weichs um 955 n.Chr. auf dem Heimgarten, Nähe der Kas-alm, versteckt haben soll. Mysteriöse Funde, ein noch offener Stollen, das reiche Kloster Schlehdorf, aber auch von den Gefahren ist die Rede, für den, der dem Ruf des Goldes folgt. Wunderschöne Filmaufnahmen zeigen dem Publikum die Loisach, Bergmassive, Heimgarten und Herzogstand, Wiesen, Bäche, eine Mühle, eine graue Berghütte, und einen jungen Mann, den 1728 geborenen Joseph Hägle (hervorragend und glaubwürdig Joachim Mark), der gerade im Streit mit der Schlehdorfer Geistlichkeit seine Arbeit als Steinmetz wegen Zahlungsrückstand verloren hat. Nun braucht er Geld. Es lockt ihn die Legende vom vergrabenen Gold und er macht sich mit Gerätschaften auf zur Kasalm. Seine hübsche Frau Anastasia (Stephanie Rehm) will ihn zurückhalten, denn sie macht sich Sorgen und wird später krank. Doch der Hägle marschiert los und mit ihm zwei Kumpane, der Rautner und der Velhäusl (Toni Weinberger und Georg Löcherer), die vom Reichtum der Schlehdorfer und des Kosters erzählen. Zu Dritt machen sie sich auf, graben und schaufeln, hauen die Steine aus einem Bach, graben wieder woanders. Nichts. Auf einem Friedhof trifft Hägle den Seher Haidhausener (Rainer Pokorny - beeindruckend unheimlich) in schwarzer Mönchskutte, der ihm aus seiner Spiegelschale weissagt, dass er einen toten Baum findet, einen Schatten von einem Berg erblickt und einen Punkt, einen Schatz ? oder sind es Krallen ? Zusammen gehen sie den Baum suchen, finden ihn und graben in der Nähe verbissen und fanatisch. Eine Sennerin (Elisabeth Hofmeister) findet nach einem Gewitter in einer Quelle, in der Nähe der Kasalm, plötzlich beim Wasserholen ein paar goldene Münzen und schwarze Pfennige. Sie trägt das alles ins Kloster. Jetzt ist der Teufel los. Aus dem Dorf kommen die Bauern mit Wünschelruten und Hägle wird zu einem Rasenden. Als seine Frau Anastasia stirbt, schwört er an ihrem Sarg, „Ich finde das Gold“. Weit oben am Felsen gibt es einen alten Stollen, mit letztem Geld kaufen sie alle Dynamit und sprengen einen Durchgang. Unter dem herabstürzenden und emporwirbelnden Gestein finden sie einige Goldsteinchen . . . brechen sie auseinander, zerstampfen sie im Mörser und haben Schwefelkies. Und damit Narrengold . . . Der Zuschauer hat mitgehofft. Er hätte gern dem Joseph Hägle Glück und Gold gewünscht. Doch „mit des Schicksals Mächten ist kein ewger Bund zu flechten“. Und wenn der Film abdreht und die Bühne dunkel wird, spricht die Stimme noch einmal: „Bis heute hat der Berg sein Geheimnis nicht preisgegeben. Oder haben wir etwas übersehen?“ Eine weitere Aufführung gibt es am 30. Dezember, Beginn 20 Uhr, im Kleinen Theater. Tickets gibt’s beim Kreisboten in der Olympiastraße.

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