Gemeinsam Staffel-Gold geholt – Magdalena Neuner sieht ihre letzten Weltmeisterschaften als "tolles Erlebnis"

Tina Bachmann, Magdalena Neuner, Miriam Gössner und Andrea Henkel (von links) holten sich den Weltmeistertitel in der Biathlon-Staffel, und das, obwohl es ein kurioses Rennen war: Neuner musste in die Strafrunde und Gössner stürzte. Mehr im Innenteil. Fotos (3): Titus Fischer

Am Sonntag weinte der Himmel, als die Biathlon-Weltmeisterschaften zu Ende gingen. Es war ein symbolisches Bild, denn gleichzeitig war das Massenstartrennen auch das letzte Rennen für Magdalena Neuner bei einer Weltmeisterschaft. Die Wallgauerin kam zum Abschluss der WM auf Rang zehn. Nach dem kommenden Wochenende beim Weltcupfinale in Chanty-Mansijsk beendet sie ihre Karriere.

Es waren tolle Titelkämpfe für Neuner. Ihre Bilanz lautete: Zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Damit hat sie insgesamt bei Weltmeisterschaften zwölf Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille gewonnen. Eine Bilanz, die sie zur besten Biathletin aller Zeiten macht. „Ich bin froh, dass es nun vorbei ist. Läuferisch ging alles noch gut, aber es waren auch psychisch und mental sehr anstrengende Wochen für mich“, sagte sie. „Es waren aber tolle Weltmeisterschaften für mich. Das war gigantisch. Ich brauche noch ein paar Tage, bis ich das alles verarbeiten kann.“ Ihren letzten Titel holte sie sich am Samstag zusammen mit ihrer Teamkollegin und Freundin Miriam Gössner im Staffelrennen. Dabei war es die Athletin vom SC Garmisch, die eine sensationelle Leistung bot und die Staffel – an Position drei laufend – zum Titel führte, nachdem sich Neuner Fehler am Schießstand leistete. Im Ziel war der Jubel des Quartetts zu dem Tina Bachmann und Andrea Henkel gehörten, riesengroß. Am Dienstag flogen Gössner und Neuner zusammen mit den anderen Deutschen nach Russland, wo nun die letzten drei Rennen der Saison anstehen. Für Neuner geht es dabei um den Gewinn des Gesamt-Weltcups. Sie liefert sich ein enges Duell mit der Weißrussin Darja Domratschewa. Mit einem grandiosen Rennen haben die deutschen Biathletinnen am Samstag ihren WM-Titel in der Staffel verteidigt. Unbeeindruckt von der starken Konkurrenz liefen Tina Bachmann, Magdalena Neuner, Miriam Gössner und Andrea Henkel zu Gold. In einem packenden Rennen hielt das Quartett dem Druck der Heim-WM stand und holte Gold vor Frankreich und Norwegen. „Es war richtig schön das auszukosten“, strahlte Schlussläuferin Andrea Henkel. Start- läuferin Tina Bachmann war vor allem froh, dass der Druck endlich weg ist: „Ich war schon relativ nervös. Heute konnte ich endlich das umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte. Für mich war es ein super Rennen.“ Auch Miriam Gössner konnte erleichtert strahlen: „Mit den Mädels, das macht so viel Spaß, wir sind so gut geworden.“ Die zuvor kritisierte Taktik – überraschend war Magdalena Neuner auf der zweiten Position und nicht wie gewohnt am Schluss gestartet – damit ein echter Coup: „Es ist doch alles super gelaufen“, sagte Neuner, die es allerdings durch einige Fehlschüsse und eine Strafrunde zwischenzeitlich sehr spannend gemacht hatte. Unter den Augen von Prinz Albert von Monaco eröffnete Tina Bachmann die Medaillenjagd für das deutsche Team. Die 25Jährige lief ein kluges Rennen. Mit einem Nachlader liegend und Null im Stehend- schießen hielt sie sich in der Spitzengruppe mit der Französin Marie Laure Brunet und der Slowenin Jana Gerekova und übernahm sogar zwischenzeitlich die Führung. Bachmann übergab fast zeitgleich mit der führenden Brunet und schickte Magdalena Neuner ins Rennen. Die 25Jährige versuchte sofort, sich von der Französin Sophie Boilley abzusetzen und eine Lücke zu den Verfolgerinnen zu reißen. Mit drei Nachladern machte es Magdalena Neuner allerdings im Liegendanschlag wieder einmal spannend. Die Russin Anastasiya Kuzmina übernahm die Führung vor Neuner und dem Quartett aus Frankreich. Doch beim zweiten Schießen lief es erneut nicht, Neuner musste in die Strafrunde. Mit 10,4 Sekunden Rückstand übergab Neuner hinter Frankreich und der Slowakei auf Gössner. Die 21jährige Garmisch-Partenkirchnerin lief grandios und heftete sich der Französin Anais Bescond an die Fersen. Beim Liegendschießen allerdings auch Gössner nicht perfekt. Mit zwei Nachladern fiel sie hinter die Slowenin Martina Chrapanova, die Null schoss, und Bescond zurück. Dahinter die Ukraine, Russland und Norwegen. Doch die Garmisch-Partenkirchenerin biss sich trotz eines Strauchlers durch und zeigte Nervenstärke. Das Stehend-Duell Gössner gegen Bescond gewann sie und schickte Andrea Henkel mit 17,5 Sekunden Vorsprung auf die Strecke. Henkel ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und schoss Null beim Liegendschießen. Mit einem Vorsprung von 25,7 Sekunden auf die Französin Dorin Habert kehrte sie in die Loipe zurück. Von hinten näherte sich plötzlich auch wieder Norwegen: Weltmeisterin Tora Berger war für die Skandinavierinnen im Rennen. Die 34jährige Henkel jedoch eine Bank für die deutschen Biathletinnen: Auch im Stehendanschlag traf die Kleinste im Team von Damentrainer Ricco Groß alle fünf Scheiben. Das war das Gold für Deutschland. Frankreich gewann Silber mit einem Rückstand von 28,5 Sekunden, Norwegen gewann, weitere elf Sekunden zurück, die Bronzemedaille.

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