Große Hilfe bei Trauer – Bürgermeister Arno Nunn bedankt sich beim Müller Hansl

Bürgermeister Arno Nunn dankte Hans Müller für mehr als 40 Jahre anspruchsvollen Dienst als Leichenwärter der Gemeinde Oberammergau. Foto: Zinner

Im Rathaus wurde die Personalakte bereits geschlossen. Vor kurzem kam der erste Bürgermeister Arno Nunn in die Faistenmantlgasse, um ganz offiziell im Namen der Gemeinde Oberammergau für einen treuen und sehr anspruchsvollen Dienst zu danken.

Über 40 Jahre lang war Hans Müller als Leichenwärter der Gemeinde Oberammergau tätig und Nunn brachte es auf den Punkt, als er sagte: „Eine Aufgabe, die gemacht werden muss.“ Man spricht wenig darüber, viele Ammergauer haben es aber dankbar erfahren, als Müller in den Stunden von Trauer, Schmerz und Abschied tätig wurde. Er wusste einfach, was und vor allem wie es getan werden musste. Man weiß seine Arbeit zu schätzen und nachdem er sich jetzt von dieser Tätigkeit zurückgezogen hat, hört er im Dorf immer wieder: „Schade Hansl, dass du aufg’hört hast.“ Einen Nachfolger wird es nicht geben, die Aufgabe hat die Trauerhilfe Denk übernommen. Nach dem Vergelt’s Gott von Nunn blickte Müller ein wenig auf 40 Jahre Tätigkeit als Leichenwärter zurück: Vieles, so stellte Müller fest, hat sich in den Jahrzehnten verändert. Früher wurden die Verstorbenen noch in den Häusern aufgebahrt, bevor der Transport in das Leichenhaus erfolgte. Müller hat es aber auch erlebt, dass Angehörige mitten in der Nacht anriefen und um den sofortigen Leichentransport baten. Das Waschen und Einbetten gehörte ebenso zu den Aufgaben wie die Vorbereitung im Leichenhaus zum Rosenkranz und der Beerdigung. Am Friedhof war seine Aufgabe erst beendet, wenn die letzten Trauergäste das Grab verlassen hatten. Vieles wurde im Laufe der Jahrzehnte zur Routine. Schlimm, so Müller, waren Einsätze bei Unfällen oder mit Kindern. Gerade in den letzten Jahren nahm die Belastung für ihn zu wenn es galt, gute Bekannte, Freunde, Schulkameraden und Weggefährten aus den Vereinen auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Bei rund 2000 Sterbefällen wurde die Hilfe von Müller gebraucht. Rückblickend sagt er: „Es hat alles immer reibungslos funktioniert, dafür gilt mein besonderer Dank der Gemeinde Oberammergau, den Leichenträgern und dem Bestattungsunternehmen Kiste in Garmisch-Partenkirchen.“ Im weiteren Gespräch schweift Müller in die Orts-und Familiengeschichte, die Passionsspiele und seinen beruflichen Weg aus. Das Schreinerhandwerk erlernte er in der Schreinerei Schmid, danach stieg er in den elterlichen Betrieb seines Vater Johann Müller ein. Acht Mal wirkte er seit 1950 bei den Passionsspielen mit, im Orchester als Geiger, er war Dekorationer, spielte zwei Mal den Apostel Bartholomäus und wirkte im Volk mit. Bürgermeister Nunn wünschte einen gesunden, ruhigen und schönen Ruhestand und da wird es den Müller Hansl immer wieder an seinen Lieblingsplatz ziehen, der Hütte am Aiple.

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