"Grünes Bildungszentrum Berge": Akademie für Alm-, Land- und Waldwirtschaft wurde in Eschenlohe eröffnet

Viele Akteure haben sich für den Standort eingesetzt

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Zufriedene Gesichter bei der Eröffnung (v.l.): Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl, Minister Helmut Brunner, Landtagsabgeordneter Harald Kühn, AELF-Leiter Markus Schmorell, Kreis- und Bezirksbäuerin Christine Singer und Landrat Anton Speer.

Eschenlohe – Landwirtschaftsminister Helmut Brunner brachte es auf den Punkt: „Ich schätze es sehr, dass die Initiative für das Grüne Bildungszentrum Berge aus der Region kam.“ Namentlich bedankte er sich deshalb beim Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weilheim, Markus Schmorell, dessen Stellvertreter und Bereichsleiter Landwirtschaft, Matthias Löffler, bei Kreisbäuerin Christine Singer, BBV-Obmann Nikolaus Onnich, bei Landrat Anton Speer und Bürgermeister Anton Kölbl.

Mit dem neu geschaffenen Bildungszentrum Berge wird den Besonderheiten der Land- und Forstwirtschaft in der Region Rechnung getragen. Die landwirtschaftliche Nutzfläche im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erstreckt sich von 650 m in den Tälern bis auf über 1800 m auf den Almen. „Die Arbeit in der Berglandschaft bereitet unseren Landwirten und Bäuerinnen Sorge und Freude zugleich. Die erschwerte körperliche Arbeit, die Agrarbürokratie und die Sorge um die Zukunft, liegen eng beieinander. Aber wir hängen hier auch besonders an unseren Landwirtschaftsbetrieben und unseren Almen“, erklärte Landrat Anton Speer voller Stolz. Er freut sich, dass die Alm-Akademie der nicht mehr voll ausgelasteten Grundschule Eschen- lohe angegliedert werden konnte und so der Standort Eschenlohe – hier war früher die landwirtschaftliche Verbandsschule des Landkreises beheimatet – eine Fortentwicklung erfährt. 

Das neue Schulzentrum ist besonders auf die Bedürfnisse der Nebenerwerbslandwirte ausgerichtet, und das macht auch Sinn, denn rund 80 Prozent der fast 1000 Betriebe werden in unserer Region im Nebenerwerb bewirtschaftet. Das Bildungsprogramm Landwirt, das kompakte Unterrichtswochen in Theorie und Praxis anbietet, ermöglicht es Teilnehmern mit außerlandwirtschaftlichem Beruf, ihren Betrieb im Nebenerwerb fachlich fundiert zu führen und den Abschluss im Ausbildungsberuf Landwirt/ Landwirtin zu erwerben. Diesen Montag bereits startete das erste dreiwöchige Ausbildungsmodul – die Anzahl der Bewerbungen übersteigt hier bereits die Kapazität der Akademie. 

Angeboten wird in Eschenlohe ferner das Bildungsprogramm Bergwald sowie weitere Seminare und Schulungen des AELF und weiterer Bildungsträger. Viel Beifall gab es für Kreis- und Bezirksbäuerin Christine Singer, die in der Schaffung der Akademie ein Signal dafür sieht, dass die kleinstrukturierte Landwirtschaft, „wie sie bei uns hier typisch ist, Zukunft hat und auch gewollt ist“. Sie rief die Landwirte dazu auf, die Tradition zu bewahren und trotzdem über den Tellerrand zu schauen, regionale Kreisläufe zu stärken, auf Klasse statt Masse zu setzen und ruhig auch Nischen zu suchen. Bürgermeister Anton Kölbl zeigte sich froh, dass man sich für Eschenlohe als Akademiestandort entschieden hat, „weil wir hier alles haben: Landschaftspflege und Naturschutz, Streuwiesen und Milchviehhaltung, Gebirgswaldbau und Schutzwaldpflege, Forsttechnik und Waldarbeit“.

Von Ilka Trautmann 

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