Der Sternrundgang in der Silvesternacht hat Tradition in Oberammergau

"A guads neis Jahr"

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Der Rundgang mit dem großen Weihnachtsstern wird von Musik begleitet.

Oberammergau - Rund 2000 Menschen werden sich in der Silvesternacht wieder am Sternrundgang in Oberammergau beteiligen. Die Leute versammeln sich zuerst in der Eugen-Papst-Straße vor dem Ammergauer Haus um einen großen, beleuchteten und sich drehenden Weihnachtsstern. Ab 19 Uhr zieht die Gruppe durch den Ort. Das hat seit mehr als 200 Jahren Tradition.

Das Stimmengewirr ist vielfältig: Egal ob „Happy new year“ oder „Bone année“, jeder weiß, was gemeint ist: „A guads neis Jahr!“ Schon weit vor 19 Uhr scharen sich die Menschen vor dem Ammergauer Haus. Dort gibt es für alle Teilnehmer des Sternrundganges bunte Laternen – die Oberammergauer kommen meist erst bei den folgenden Stationen am Pilatushaus und am Sternplatz dazu.

Der Männerchor, ein Bläserensemble und die Musikkapelle führen die Gruppe an. Die gespielten Chorsätze stammen u.a. vom Komponisten der Passionsmusik, Rochus Dedler. Mögen es am Ende des Rundganges am Dorfplatz 1500 oder 2000 Menschen sein, sei’s drum, im Dunkeln lässt sich die Zahl nur schwer schätzen. Wenn die Blaskapelle jedenfalls zum Schluss das „Lobet den Herrn“ anstimmt, wird ein vielhundertköpfiger Chor begeistert mitsingen. Die erste urkundliche Erwähnung des Sternrundganges findet sich im „Saalbuch“ des Klosters Ettal, das im Dorfarchiv aufbewahrt wird. Demnach wurden in den Jahren zwischen 1771 und 1789 in der Silvesternacht vom Pfarrer an die „Sternbuben“ 24 Kreuzer ausbezahlt. Pater Joseph Daisenberger, der Autor des Passionsspieltextes schreibt 1859 in seiner Oberammergau Chronik: „Für die Erwachsenen ist das Sternsingen in der Neujahrsnacht gedacht. Wobei der Weihnachtsstern unter Absingen von Neujahrsliedern von einer Schar junger Leute herumgetragen wird.“ Der große Weihnachtsstern – wie ihn Daisenberger nennt – ist von innen beleuchtet; auf der Vorderseite zeigt er ein Jesuskindlein und auf der Rückseite ein weißblaues Rautenmuster. Wenn die Blaskapelle zum Tusch ansetzt und die Menschen an jeder Station ihr „A guads neis Jahr“ rufen, beginnt der Stern sich schnell zu drehen.

Von Günter Bitala

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