Sehen, staunen und erleben: Auftaktveranstaltung von "Lebendiger Werkstatt" war ein voller Erfolg

Hinter die Kulissen geblickt

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Florian Metzner  (mitte) zeigte seine Werkstatt.

GAP – Man könnte sagen, dass die Planung der Lebendigen Werkstatt Partenkirchen vor knapp eineinhalb Jahren begann. Die Gemeinde traf sich mit den Inhabern der Betriebe, um zu sehen, wie man diese attraktiver machen könnte. Dann kam Franz Kässer von der Chocolaterie Amelie ins Spiel. Er eröffnete ein weiteres Geschäft in der Ludwigstraße und wenige Zeit später war das Projekt geboren. Am Samstag war die Auftaktveranstaltung mit vielen Besucher, die den Ortsteil jetzt noch bisschen besser kennengelernt haben.

„Heute fällt der Startschuss für etwas Großes. Das Handwerk in Partenkirchen zeigt sein Können. Wir müssen weg von der ‚Wegwerf-Gesellschaft‘ – das ist der Grundgedanke des heutigen Tages“, erklärte Organisator Marco Wanke bei der Eröffnung mit Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Franz Kässer (Chocolaterie Amelie), Peter Ries (GaPa-Tourismus), Anton Krätz (1. Vorstand von „Partenkirchen erleben“) und dem Wirtschaftsförderer der Gemeinde, Oliver Steinbach. „Heute sollte man die Gelegenheit nutzen, um diese entstandene Dynamik weiter zu entfalten“, so die Bürgermeisterin.

37 Betriebe und Werkstätten öffneten ihre Türen, um sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Wie entsteht ein Schuh? Kann man Seife selber machen? Wie lange braucht ein Schreiner, um einen Tisch zu schreinern? Fragen, die an diesem Tag alle beantwortet wurden. So zeigte auch Hannes Neuner in seiner Werkstatt, wie er einen Tisch aus Eichenholz herstellt. „Ein Esstisch ist ja der Lebensmittelpunkt für viele Familien. Da wird gegessen, geredet und schöne Stunden verbracht. Ich verarbeite altes Holz, wo Leben drin war. Das ist alles keine Kunst, diese Dinge kann man wirklich brauchen“, lacht er. Einen Einblick in die Welt der Schuhe und in die des Schuhe-Machens gab Bernhard Berwein vom gleichnamigen Schuhaus. „Es hat sich vieles verändert. Die Leute kaufen eher billige Schuhe und lassen diese auch noch reparieren“, so Berwein. Das Traditionsgeschäft gibt es seit 1814 und das sieht man in der Werkstatt. Berwein stellt allerdings auch Schuhe noch selbst her, wie Haferlschuh aus Boxcalf. Sie haben zwar ihren Preis, aber sie halten. Einen Nachfolger hat der rüstige Herr auch schon gefunden. Sein Neffe wird den Laden weiterführen.

Lebendige Werkstatt in der Ludwigstraße

37 Betriebe machen Programm – Weitere Infos auf www.partenkirchen-erleben.de

Informative Gespräche, überraschende Einblicke, spannende Arbeiten und eine Busfahrt, an der jeder teilnehmen wollte - das war die Auftaktveranstaltung von der „Lebendigen Werkstatt“ in Partenkirchen. Ein Besuch bei Florian Wöretshofer zeigte, was ein Raumausstatter alles können muss. Polstern, schneidern, dekorieren, etc - ein Allround-Talent. Außerdem kennen er und sein Bruder Johannes sich mit Parkett richtig gut aus. „In der dritten Generation führen wir den Meisterbetrieb nun weiter und es macht uns sehr viel Spaß“, sagte Florian. Spaß an ihrer Arbeit hat auch Künstlerin Sani Kneitinger. Sie stellte einige ihrer wunderschönen Bilder aus und zeigte, dass das Body Painting eine wahre Kunst ist. Von ihren Ideen und ihrem Talent waren viele Besucher mehr als begeistert. In der Chocolaterie Amelie wurden für Groß und Klein Schokoträume wahr. Die Kinder und Jugendlichen durften sich ihre eigene Schokolade am Stil basteln und versüßen. Streusel, Gummibärchen, Bonbons - der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Live-Kunst auf der Leinwand zeigte Max Lochner.

Damit die Besucher auch zu anderen Werkstätten außerhalb der Ludwigstraße kamen, organisierte Marco Wanke einen amerikanischen Schulbus, der aus Washington DC kam. Dieser war unter anderem das Highlight. Alexander Morstadt vom Verkehrsunternehmen war es eine große Freude dabei sein zu dürfen. Er fuhr die Besucher von Platz zu Platz. Vor allem die Kinder zeigten großes Interesse. Wanke erklärte während der Fahrt die einzelnen Betriebe und machte auf ihre Besonderheiten aufmerksam. Musikalische Unterstützung gab es Edi Schönach und den Werdenfelser Bläsern.

Wie eine Geige entsteht, das zeigte Markus Grill. Fingerspitzengefühl war dort an der Tagesordnung. Das braucht man auch bei der Seifenherstellung. „Bis eine Seife fertig ist, kann bis zu einem Jahr dauern“, erklärte Daniela Palmberger. „Von der Rezeptentwicklung bis zum Verkauf kann viel Zeit vergehen. Es wird probiert, entwickelt und für jeden Anspruch und Geschmack ist etwas dabei“, erklärten Daniela Palmberger und Reinhold Schuhmann von „Die Seifensieder“.

Der Regen am Nachmittag hat der Veranstaltung keinen Abbruch getan. Die Besucher machten es sich in den Cafés gemütlich. Wanke und die Werbegemeinschaft „Partenkirchen erleben“ sind mit dem Auftakt mehr als zufrieden gewesen. „Die Besucher haben viel Neues herausgefunden. Es war eine sehr, sehr starke Aktion. Wir bedanken uns auch bei der Gemeinde und GaPa-Tourismus für die großartige Unterstützung“, so Wanke. Bei der Versteigerung des Holz-Steinbocks kamen 80 Euro zusammen. Diese gehen an die Werbegemeinschaft.

Von Alma Jazbec

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