Hinterglasmaler stellen in Murnau aus

Die Ausstellung hat Tradition: Zum 41. Mal zeigen die Murnauer Hinterglasmaler ihre Bilder. Ausstellungsbeginn ist am Samstag, 8. August, im katholischen Pfarrheim St. Nikolaus. Uli Klein erinnert sich an die Anfänge: „Mit einer Gedächtnisausstellung für den Glasmaler Heinrich Rambold hatte 1967 alles begonnen.“ Damals machten auch vier ‚Sonntagsmaler‘ mit, wie sie sich selber nannten. Das brachte Andreas Waltenberger auf die Idee, eine jährliche Ausstellung der Murnauer Hinterglasmaler zu organisieren.

Mit dabei sind dieses Mal Hedi Scheck, Christl Winkle, Uli Klein und Rainer Pittrich. Als in Aschau, in der Nähe des heutigen Grafenaschau, der Glashüttenmeister Trischler 1731 eine Glashütte einrichtete, begannen die Murnauer mit der Hinterglasmalerei. Mit der Hinterglasmalerei waren meist ganze Familien beschäftigt, die auch Federblumen und Holzrahmen herstellten oder als Kirchenmaler arbeiteten. Andere Hinterglasmaler betrieben ihr Kunsthandwerk in Nebenerwerb und verdienten sich ihren Lebensunterhalt als Blumenhändler oder Gemeindediener. Heute sind es ein halbes Dutzend Hinterglasmaler, die sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben, um sich in ihrer alten Kunst auszutauschen und gemeinsam ihre Werke auszustellen. Uli Klein hat nach dem Krieg mit dem Malen angefangen. Er ist ein Könner präzise gezeichneter Gesichter. Hübsch anzusehen sind die Bilder von Christl Winkle, auf denen sie mit einem Schmunzeln ihre Mitmenschen karikiert. Rainer Pittrich hält seine Ideen zunächst mit Wasserfarben fest. Diese Aquarelltechnik ist später bei vielen seiner Hinterglasbilder wiederzuerkennen. Hedi Scheck orientiert sich an der überlieferten Kunst der Hinterglasmalerei, entwickelt aber ihren eigenen Stil zu eigenwilligen Motiven weiter. Die Ausstellung ist von Samstag, 8. bis Sonntag, 16. August, im Pfarrheim St. Nikolaus bei freiem Eintritt zu sehen; von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr.

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