Hochmoderner Messplatz – Klinikum hat 800000 Euro in Linksherzkatheter-Messung investiert

Dr. Christian Glatthor, Dr. Patrick Engl und Dr. Franz Dotzer untersuchen einen Patienten am neuen Linksherzkatheter-Messplatz des Klinikums. Foto: Klinikum GAP GmbH

GAP

– Nach einer knapp vierwöchigen Umbauphase ist der neue Linksherzkatheter-Messplatz des Zentrums für Innere Medizin seit Januar im Einsatz. 800000 Euro hat das Klinikum Garmisch-Partenkirchen in die Hand genommen, um die aktuellsten Medizintechnik ins Haus zu holen und damit in die medizinische Versorgung der Region zu investieren. „Nachdem der bisherige Linksherzkatheter über 13 Jahre und 20000 Untersuchungen hinweg zuverlässig in Einsatz war, haben wir uns für ein neues Gerät entschieden“, erläutert Dr. Franz Dotzer, Chefarzt der Kardiologie des Zentrums für Innere Medizin am Klinikum Garmisch-Partenkirchen, die Hintergründe. Der Linksherzkatheter der neuen Generation ermöglicht das direkte Zugreifen auf alle relevanten Befunde in zwei- und dreidimensionaler Darstellung mit höchster Bildqualität. Ein 56-Zoll-Farbmonitor ersetzt bis zu acht einzelne Bildschirme. Das verkürzt die Behandlungszeit der Patienten: „Wir vermeiden Mehrfachuntersuchungen und können schnell über die bestmögliche Therapie entscheiden“, sagt der Kardiologe. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Patienten und Mitarbeiter einer erheblich geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Die hochmoderne Medizintechnik eröffnet den Kardiologen des Klinikums, die jährlich rund 2000 Patienten im Herzkatheterlabor behandeln, erweiterte Möglichkeiten in Diagnostik und Therapie. Dank der hohen Bildqualität und der detailgenauen Darstellung von Gefäßen können die Kardiologen beispielsweise besser beurteilen, ob eine Gefäßstütze, die zur Dehnung eines verengten Herzkranzgefäßes eingesetzt wurde, exakt liegt. Auch operative Eingriffe, wie komplexe Herzschrittmacherimplantationen für eine spezielle Form von Herzerkrankungen, werden in verstärktem Maße auf der neuen Kathetereinheit durchgeführt. Eine weitere Spezialisierung in der Kardiologie ermöglicht das Einsetzen von Vorhofohrverschlüssen. Patienten mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, wobei sich Blutgerinnsel im linken Vorhof­ohr des Herzens bilden, abgelöst werden und Blutgefäße verstopfen können. Um die Gerinnselbildung zu verhindern, nehmen Patienten blutverdünnende Medikamente ein, die im Einzelfall mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sind. Alternativ wenden die Kardiologen des Zentrums für Innere Medizin mittels Kathetertechnik ein anspruchsvolles, schonendes Verfahren an, bei dem die Bildung von Blutgerinnseln im Vorhofohr durch ein spezielles Verschlusssystem verhindert wird. Das Schlaganfallrisiko reduziert sich danach deutlich, sagen die Experten, die Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten wird überflüssig. Das Herzkatheter-Team des Klinikums Garmisch-Partenkirchen hat sich im Rahmen des Gerätetausches auch intensiv Gedanken darüber gemacht, wie sie eine beruhigende Atmosphäre schaffen können. Das Linksherzkatheterlabor ist deshalb jetzt in angenehm beruhigenden Blautönen gehalten. Um Ängste beim Patienten abzubauen, der seine Behandlung wach mit verfolgen kann, ertönt nach Wunsch im Hintergrund sogar beruhigende Musik seiner Wahl.

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