Kinderbüro feierte Zehnjähriges – Vom Projekt zum ergänzenden Baustein im Betreuungsangebot

Gut gelaunt beim Festakt (v.l.): Die Bürgermeister Martin Wohlketzetter (Farchant) und Daniela Bittner (GAP), das Blumenmädchen Elisabeth, Rosa Hochschwarzer (Frau & Beruf GmbH), Hedwig Fischer (Kath. Arbeitnehmerbewegung), Beate Königer (Kinderbüro GAP), Landrat Harald Kühn, Caroline Geiling (Kreisjugendamt). Foto: Ilka Trautmann

Dank dem Engagement vieler entwickelte sich aus einem grenzüberschreitenden Eures-Projekt das Kinderbüro Garmisch-Partenkirchen, das heute als Einrichtung der Familie und Beruf GmbH zu einem wichtigen Baustein im sozialen Profil des Landkreises geworden ist. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens gratulierten Vertreter des Kreisjugendamtes, der Landkreisgemeinden, der Arbeitsmarktverwaltung, der Bildungs- träger und sozialer Verbände zu dieser Erfolgsgeschichte. Das Kinderbüro bildet seit zehn Jahren zur qualifizierten Tagesmutter / Tagesvater aus, vermittelt die Kindertagespflege im Landkreis und setzt zahlreiche weitere Projekte um.

„Unsere Einrichtung ist das Ergebnis einer hervorragenden Zusammenarbeit“, stellte Rosa Hochschwarzer, die Geschäftsführerin der Frau und Beruf GmbH stolz fest. Seit zehn Jahren bietet das Kinderbüro Garmisch-Partenkirchen jungen Familien im Landkreis Beratung und Vermittlung von Tagesmüttern und (einigen wenigen) Tagesvätern sowie deren fachliche Begleitung. Die Kindertagespflege eignet sich wegen ihrer Familiennähe und ihrer zeitlichen Flexibilität besonders für die Betreuung von unter Dreijährigen. Ein kleiner Videofilm, den das Kinderbüroteam selbst gedreht hat, gab bei der Jubiläumsfeier interessante Einblicke in den Alltag einer Tagesmutter. Deren qualifizierte Arbeit, die verschiedenen Aktivitäten und der Spaß, den die Kinder haben, wurden so anschaulich und ließ die Besucher nicht nur einmal schmunzeln. Zum Beispiel in den Szenen, die in einem Großweiler Haushalt entstanden, wo zwei betreute Kinder mit großer Konzentration unter Anleitung der Tagesmutter ihre Fingerfertigkeiten schulten, und das kleine blonde Mädchen nach einigen vergeblichen Versuchen mit Inbrunst meinte: „I kriag’s net hi.“ Neben dieser klassischen Betreuung im eigenen Haushalt wurden im Film auch die „Bärengruppe“ und das „Wichtelhaus“ vorgestellt. Hier haben sich Tagesmütter zusammengeschlossen und einen Raum angemietet. Im „Wichtelhaus“ können so zum Beispiel acht Kinder in einer Gruppe von 8 bis 13 Uhr betreut werden. Landrat Harald Kühn, der dem Kinderbüro herzlich zu zehn Jahren erfolgreicher Arbeit gratulierte, bezeichnete das soziale Profil für eine ländliche Region als einen entscheidenden Standortfaktor. Einrichtungen und Maßnahmen, die die familiäre Situation stärken, seien enorm wichtig gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, die vor allem im südlichen Landkreis mit Überalterung und einem Rückgang der Bevölkerung deutlich wird. Auch Zweite Bürgermeisterin Daniela Bittner aus Garmisch-Partenkirchen zollte dem Kinderbüro ihre Anerkennung. Sie kennt das Team bestens, hat sie doch selbst für ihr Kind die Betreuungsmöglichkeit durch eine Tagesmutter in Anspruch genommen. „Das Kind in die Obhut einer zunächst Fremden zu geben, ist kein leichter Schritt. Deshalb ist das Kinderbüro, das passgenau vermittelt, das die Kompetenz und das Umfeld der Tagespflegepersonen kontrolliert, so wichtig,“ berichtete Daniela Bittner. Sie nannte die Einrichtung einen „wichtigen, ergänzenden Baustein im Betreuungsangebot“ und appellierte gleichzeitig an die große Politik, die Vergütung für die Tagespflege endlich anzuheben. Viel Beifall erhielt auch Beate Königer, die abwechselnd mit Rosa Hochschwarzer (Geschäfts- führung der Frau und Beruf GmbH) souverän durch das Festprogramm führte und vor zehn Jahren, als die Einrichtung gegründet wurde, am ersten Lehrgang zur qualifizierten Tagesmutter teilnahm. Nun koordiniert sie als Leiterin des Kinderbüros mit ihrem Team die Vermittlung der Tagesmütter, organisiert die Qualifizierungslehrgänge und wird nicht müde, weitere Projekte zum Gelingen von Familie und Beruf, die in Zusammenarbeit mit der „Frau und Beruf GmbH“ entwickelt werden, umzusetzen. Den überaus passenden musikalischen Rahmen der Feierstunde steuerte das Ehepaar Zebura bei, das mit großer Virtuosität heitere und schwungvolle Melodien interpretierte.

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