Mannschaft von Mark Kosick gecoacht

Krinner geht

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Toni Krinner hat den SCR „verschnupft“ verlassen.

GAP – Der SC Riessersee hat keinen Trainer mehr. Der bisherige Coach, Toni Krinner, hat die Werdenfelser völlig überraschend verlassen. Der Grund: Der 47-Jährige und SCR-Geschäftsführer Ralph Bader waren unterschiedlicher Meinung bei der Kaderplanung. Krinner wollte David Brine unbedingt behalten, obwohl die Werdenfelser mit dem Kanadier fünf Ausländer im Kader hatten, von denen pro Spiel nur vier eingesetzt werden können. Bader hatte aus wirtschaftlichen Gründen die Option gezogen und sich von Brine getrennt. Nun fühlte sich Krinner in seiner Autorität untergraben und warf das Handtuch. Toni Krinner übernahm den SCR vor fast genau zwei Jahren auf dem letzten Tabellenplatz und führte ihn bis ins Viertelfinale der vergangenen Saison. Aktuell steht der SCR in der Tabelle auf Rang fünf.

Am vergangenen Montag nutzte der SCR eine vertraglich festgelegte Trennungsoption. „Das war der letzte Tag, an dem wir die Option ziehen konnten“, berichtet Ralph Bader. Der 30-Jährige brachte es für die Werdenfelser in 15 Spielen auf vier Tore und neun Assists. Am vergangenen Wochenende war Brine nach der Genesung des vorher verletzten Jaro Kracik überzähliger Ausländer im Team des SCR. Da sich Joey Vollmer kurz vor Weihnachten verletzt hatte, hatten die Werdenfelser mit dem Slowaken Tomas Tomek einen neuen Goalie geholt. Somit hatten sie fünf Ausländer im Kader, von denen immer nur vier spielen dürfen. 

Am vergangenen Donnerstag hatten sich Bader und Krinner über die Personalie Brine, den der Trainer unbedingt behalten wollte, unterhalten. Bader teilte dem Trainer mit, dass er dem Spieler sagen kann, er könne bleiben – was dieser auch tat. Am Samstag sprachen Krinner und Bader über andere personelle Optionen. Und am Sonntagmittag schließlich teilte Bader dem Trainer mit, dass man es sich nicht leisten könne, einen fünften Ausländer auf der Tribüne zu haben, der drei Monate nur sporadisch zum Einsatz komme. 

„Ich wollte das Geld sparen oder anders verwenden“, betont Ralph Bader. „Der Trainer meinte, dass er ihn behalten wolle, aber wenn es wirtschaftlich nicht geht, dann geht es eben nicht.“ Nach dem Spiel gegen Landshut sprach der Geschäftsführer das Thema noch einmal an. „Da meinte der Trainer: Da brauchen wir nicht mehr reden, ich solle entscheiden.“ So teilte also Bader dem Spieler Brine mit, dass er nicht bleiben könne. „Ich muss darauf achten, dass es wirtschaftlich läuft. Ich muss den Kopf dafür hinhalten, wenn nicht. Brine hat meine Entscheidung hingenommen. Das ist sicherlich eine unglückliche Situation, aber kein Grund, als Trainer hinzuschmeißen. Ich habe eine Verantwortung dem Team gegenüber. Das Wirtschaftliche steht immer über dem Sportlichen.“ 

Bader wurde von der Entscheidung Krinners, hinzuwerfen, eiskalt erwischt. Das war am Dienstagabend. „Es war ohne Ankündigung oder Andeutung, ohne irgendwelche Hinweise. Es gab nichts vorher, keinen Streit, keinen Zoff. Es war auch nicht so, dass die Geschichte Brine das Fass zum überlaufen brachte. Null Komma Null“, versichert der Geschäftsführer. „Toni Krinner hat für sich entschieden, es gehe gegen seine Prinzipien, wenn er dem Spieler sagt, er könne blieben und die Entscheidung dann ein paar Tage später anders ausfällt. Also muss er aufhören. Aber das hat nichts mit dem Einmischen in sportliche Kompetenzen zu tun. Die Wirtschaftlichkeit geht hier vor.“ 

Bader hat die Umentscheidung Brine mitgeteilt. „Ich habe alles auf meine Kappe genommen und ihm auch erklärt, dass es einfach blöd gelaufen ist.“ Ralph Bader versuchte am Dienstag und auch am Mittwoch, den Trainer umzustimmen. „Ich habe ihn 20 Stunden bekniet, doch es brachte nichts“, so sein Fazit. Auch die Mannschaft wollte den Coach unbedingt halten. Der Mannschaftsrat mit Kapitän Tim Regan, Sepp Staltmayr und Florian Vollmer setzte sich alleine mit dem Coach zusammen und diskutierte eine Stunde mit ihm – doch vergeblich. „Wenn es ein Fehler war, dann muss man den doch auch mal verzeihen können“, ist Ralph Bader enttäuscht. „Erst recht, wenn man sich so gut wie wir versteht. In der Vergangenheit haben wir ihm alle Wünsche erfüllt, die finanziell erfüllbar waren.“


Der Blick nach vor

Nun muss der SC Riessersee nach vorne blicken. „Am Dienstag und Mittwoch haben wir alles versucht und probiert. Dann war Schockstarre, Wut und Enttäuschung und seit Donnerstag muss es nun weiter gehen. Wir müssen nach vorne blicken“, betont Bader. Das Training nach dem Rücktritt leitete in den vergangenen Tagen Kapitän Tim Regan und der verletzte Mark Kosick, der auch am Freitag im Heimspiel gegen Spitzenreiter Bietigheim Steelers hinter der Bande stehen wird. Los geht’s um 20 Uhr im Olympia-Eissportzentrum. Als offizieller Trainer fungiert Geschäftsstellenleiter Paul Karl. Er ist als einziger im Besitz der A-Lizenz-Prüfung, die zum coachen in einem DEL2-Spiel benötigt wird. 

Am Sonntag geht’s um 17 Uhr zu den Lausitzer Füchsen, die derzeit einen Rang vor dem SCR auf Platz fünf stehen. Bader hofft, im Laufe der kommenden Woche einen neuen Trainer zu finden.

Von Titus Fischer

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