Künstlerische Spurensuche

Mit einer Reihe von Schenkungen, Leihgaben und Ankäufen konnte die Sammlung des Schlossmuseums Murnau im abgelaufenen Jahr erweitert werden. Dazu gab es interessante Sonderausstellungen, wie Leiterin Brigitte Salmen berichtet.

Neu im Museum zu sehen sind japanische Holzschnitte und Zeichnungen, die dem Umfeld des „Blauen Reiters“ zuzuschreiben sind. Die im Museum gezeigten Arbeiten von Gabriele Münter wurden durch die Gemälde „Flieder und Apfelsinen I“, „Petroleumlampe und Alpenveilchen“ sowie „Murnau“ ergänzt. Außerdem ist der Münter-Linolschnitt „Kandinsky“ neu ausgestellt. Ganz neu eingetroffen, und entsprechend erst seit wenigen Tagen zu sehen, ist die Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlung: Das Gemälde von Gabriele Münter „Mann im Sessel“, das den Kunstmaler Paul Klee zeigt. Als eine „enorme Bereicherung“ empfindet Brigitte Salmen die Dauerleihgabe der Privatstiftung Schlossmuseum Murnau eines Original-Exemplars des Almanachs „Der Blaue Reiter“. Als Leihgabe der Städtischen Galerie im Lenbachhaus (München) erhielt das Schlossmuseum das Kandinsky-Gemälde ‚Murnau – Studie mit Baum‘. Ebenfalls eine Leihgabe ist die private Sammlung von Werken von Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Drei Sonderausstellungen lockten Besucher an: „Atlantis steigt auf. Paul Alfred Müller – Science Fiction in Murnau“; „Unfassbar. 150 Jahre Schäfflertanz in Murnau“; „Carl Spitzweg – Vor und hinter den Kulissen“. Derzeit läuft die Sonderausstellung „Nikolaus Lang. Spuren“. Nikolaus Lang zählt zu den bekanntesten deutschen Vertretern der Kunstrichtung „Spurensicherung“. Er spürt naturgeschichtlichen und kulturgeschichtlichen Erscheinungen nach. Er sammelt deren Überlieferungen und Fundstücke und verleiht ihnen durch minutiöse Bearbeitung und sensibler Zusammenstellung neue Würdigung und Qualität. Der geographische Bogen seiner Spurensicherungen spannt sich, von der heimischen Region um Murnau und Bad Bayersoien ausgehend, nach Italien und Australien, wo er sich zwischen 1986 und 1989 und auch später immer wieder monatelang aufhielt, und sich dort mit den Arbeiten und dem Leben der Aborigines auseinandersetzte. Auch äußerlich tut sich eine Menge rund um das Museum; Brigitte Salmen: „Ein Projekt, das der dringend notwendigen räumlichen Erweiterung des Schlossmuseums dient, ist der Umbau des Gebäudes Schloss-hof 2 und 3; so dass zum ersten Mal ein eigener Veranstaltungsraum zur Verfügung stehen wird, dazu ein weiterer Ausstellungsraum, ein Medienraum, ein Garderobenraum und ein spezielles Depot.“ Derzeit wird der Horváth-Raum nach neuestem Forschungsstand umgebaut; das geschieht mit einer Spende des ‚Förderkreises Schlossmuseum Murnau‘ und einem Zuschuss der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Für das kommende Jahr sind zwei große Ausstellungen geplant: Ab März werden Ergebnisse des Grabung zum Umbau des Gebäudes Schloßhof 2 und 3 gezeigt. Mit großem Medieninteresse rechnet Brigitte Salmen zur Ausstellung, die im Juli 2010 beginnt: „Max Beckmann – Apokalypse; Visionen der Endzeit in Überlieferung und Moderne“. Museumsleiterin Brigitte Salmen: „Ausgehend von einem eindrucksvollen Zyklus Beckmanns, der während des zweiten Weltkrieges entstand, greifen wir das Thema vom Mittelalter bis in die 1950er Jahre auf.“

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