Leistungsträger des SCR sind gefordert

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TITUS FISCHER GAP – Es war genau vor 13 Monaten, als Trainer Kim Collins nach einer 0:8-Klatsche im Heimspiel gegen den SC Bietigheim-Bissingen seinen Hut nehmen musste und durch Gerhard Brunner ersetzt wurde. Am vergangenen Sonntag kamen die Steelers erneut nach Garmisch-Partenkirchen, der SCR verlor mit 1:4, wie vor einem Jahr die sechste Niederlage in Folge. Doch damit war es das auch mit den Parallelen zur vergangenen Saison. Denn Maurizio Mansi, der das Team im Sommer übernommen hatte, steht überhaupt nicht zur Diskussion. „Sein Job ist überhaupt nicht in Gefahr“, stellt Geschäftsführer Ralph Bader klar. „Über eine Entlassung des Trainers mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Der kann am allerwenigsten etwas dafür.“ Ähnlich sieht es auch Stürmer Tim Regan. „Der Trainer ist derzeit die ärmste Sau. Er stellt eine gute Taktik auf und dann machen wir Spieler individuelle Fehler und verlieren dadurch die Spiele.“ Mansi hatte die Reihen vor dem Wochenende angesichts der großen Personalprobleme, drei Spieler des ersten Blocks fehlen verletzungsbedingt, umgestellt und Andrew McPherson zwischen Tim Regan und Garett Bembridge als Center aufgeboten. „Ich wollte eine Reihe zusammenstellen, die sehr offensiv ausgerichtet ist, das hat in den beiden Begegnungen nicht geklappt“, sagte der Italo-Kanadier nach den beiden Niederlagen in München und gegen die Bietigheim Steelers. „Ich brauche mehr von mehreren Spielern, jeder muss ehrgeiziger sein. Die Schüssel-spieler müssen mehr Leaderaufgaben übernehmen. Da haben wir Unterzahl und von denen auf der Bank sitzt jeder da und keiner will aufs Eis gehen. Alle haben Angst Fehler zu machen.“ So war es auch am vergangenen Freitag im Derby in München. Beim aktuellen Vizemeister war der SCR ohne Chance und unterlag 2:7. „Wir hatten einfach Angst. Herz und Leidenschaft haben heute gefehlt“, lautete das Fazit von Mansi, dessen Team schon nach zehn Minuten mit 0:2 in Rückstand lag. Zweimal war David Wrigley der Torschütze. In Überzahl kamen die Garmisch-Partenkirchner durch Tim Regan zum ersten Torerfolg. Doch die überlegenen Münchner schraubten das Ergebnis noch vor der Drittelpause auf 4:1. Nur eine Minute nach dem Anschlusstreffer nutzte zu- nächst Mark Heatley seine Chance und Martin Schymainski stocherte den Puck noch vor dem ersten Seitenwechsel über die Linie. „Wir haben vier dumme Fehler gemacht, das waren vier Tore“, ärgerte sich Mansi. Im Mittelabschnitt hoffte der SCR auf die Wende und auf ein ähnliches Husarenstück wie im Hinspiel zu Hause, das er überraschend mit 1:0 gegen den hohen Favoriten gewinnen konnte. Gerade einmal 78 Sekunden waren gespielt, als Nicolas Dumoulin das 2:4 gelang. Kurze Zeit später hätte Marcus Sommerfeld den Anschlusstreffer bei einem Penalty auf dem Schläger, doch er konnte die Möglichkeit nicht nutzen. Besser machten es die Gastgeber, die innerhalb von drei Minuten durch Schymainski und Martin Buchwieser das halbe Dutzend voll machten und so für mehr als eine Vorentscheidung sorgten. Mike Kompon stellte im Schlussabschnitt den 7:2-Endstand her. „Im zweiten Drittel haben wir etwas mehr Selbstvertrauen gezeigt, doch durch einen weiteren Fehler das 2:5 kassiert. München war einfach die bessere Mannschaft, gegen sie ängstlich und nervös zu spielen ist tödlich“, analysierte Mansi. Pat Cortina, der Trainer der Gastgeber meinte: „Das ist nicht der SC Riessersee, den wir in den Play-Offs sehen werden. Da haben heute doch zu viele gute Spieler gefehlt.“ Zwei Tage später fand die Neuauflage des Viertelfinales aus der vergangenen Saison statt. Sie brachte wie damals einen verdienten Sieger SC Bietigheim-Bissingen hervor. In der Anfangsphase, die von sehr wenigen Unterbrechungen gekennzeichnet war, nutzte Kaper Degen die erste größere Chance für die Gäste. Einen Alleingang schloss er sehenswert zur Führung ab. Die 2:0-Führung, als Alexander Serikow einen Schuss in Überzahl von der Blauen Linie abfälschte, war nach dem ersten Drittel für den amtierenden Meister verdient. Mit mehr Engagement kamen die Gastgeber aus der Kabine. Zunächst traf Justin Zilla nur den Pfosten, doch nachdem Markus Gleich von der Blauen Linie abzog, konnte Florian Vollmer, der die Übersicht behielt, den Puck im Steelers-Tor unterbringen. Kurze Zeit später hatten Andrew McPherson und George Kink den Ausgleich auf dem Schläger, doch er fiel nicht. Die abgeklärt spielenden Gäste nutzten ein Überzahlspiel und stellten den zwei Tore Abstand wieder her. Stephane Robitailles Schuss von der Blauen Linie wurde von Justin Kelly abgefälscht, titschte auf und lag im Netz. Im letzten Drittel kämpfte der SCR, doch er fand gegen die starke Bietigheimer Deckung kein Mittel. Als Trainer Maurizio Mansi den Torwart herausnahm, traf Thomas Goebel in den verwaisten Kasten zum 4:1. Damit ist er SCR in der Tabelle auf Rang zehn abgerutscht. „Wir haben gewusst, dass Bietigheim sehr kompakt in der Defensive stehen würde und dass es auf unsere Defensive ankommen würde. So ein Konter zum 0:1 ist dann natürlich tödlich.“ Anders als in München, als zwei Treffer in Überzahl fielen, war es gegen den amtierenden Meister wenig. „Unser Überzahlspiel war einfach zu hektisch. Wir haben es wieder trainiert und gewusst, wie Bietigheim spielt. Man muss dann die Scheibe schnell bewegen, aber wir haben sie zu lange gehalten und so haben wir keine Chancen bekommen“, analysierte Mansi. Sein Gegenüber, Christian Brittig war mit dem Sieg natürlich zufrieden: „Unser Ziel war es, dass wir kompakt stehen und unseren Fokus auf Tim Regan und Sepp Lehner richten. Wir wollten auf Konter setzten und auf unser Überzahlspiel. Genau das ist aufgegangen, der SCR tat sich schwer durchzukommen. Dies war der Grundstein zum Sieg.“ Mansi fordert sein Team auf, nach vorne zu blicken: „Wir haben derzeit eine schlechte Phase, wir müssen den Kopf aber weiter hoch halten und uns durch dieses Tief kämpfen.“ Zumindest kommt gegen Heilbronn wieder Stürmer Rainer Suchan zurück, der in den vergangenen Begegnungen wie seine beiden Kollegen Brad Self und Kevin Kapstad sehr vermisst wurde. Das Allheilmittel ist laut dem Coach ein Sieg. „Wenn wir ein Spiel gewinnen, dann kommt das Selbstvertrauen zurück und dann haben wir die Chance eine Siegesserie zu starten.“ Unterdessen hat sich Justin Zilla von den drei Spielern, die in der vergangenen Saison noch in der DNL-Mannschaft des SC Riessersee spielten und dort ins Viertelfinale kamen, als der derzeit beste herauskristalisiert. „Ich habe alle drei in den vergangenen Spielen ausprobiert. Patrick Zimmermann und Maximilian Reindl haben okay gespielt. Zilla hat sich durch gute Leistungen seine Chance genutzt und sich den Einsatz verdient. Gegen Bietigheim hat er einen guten Job gemacht.“ Als seine Sturmreihe auf dem Eis war, fiel auch der einzige Treffer gegen den amtierenden Meister durch Sturmpartner Florian Vollmer. Am kommenden Freitag, 27. November, geht es nun um 20 Uhr zu den Heilbronner Falken. Zuletzt zeigten die Baden-Württemberger einen klaren Aufwärtstrend. Mit dem Sieg nach Penalty-Schießen beim Tabellenletzten Freiburg feierte sie am vergangenen Sonntag beim 3:2 den vierten Erfolg in Serie.

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