Vo da Liab und der Frühjahrszeit – Gausingen der Oberländer Trachtenvereinigung ein voller Erfolg

Die Eschenloher Sänger.

Aus Spaß an der Freud’ singen und musizieren, ja das gibt es noch. Die 60 Mitwirkenden am Frühjahrssingen der Oberländer Trachtenvereinigung, die den Ohlstädter Postsaal bis auf den letzten Platz füllten, bewiesen es. Josef Mayr, erster Gauvorstand der Oberländer Trachtenvereinigung, begrüßte die Besucher aus dem ganzen Oberland mit dem Satz vom Kiem Pauli „Zur Volksmusik gehört der ganze Mensch“ und fügte hinzu „und natürlich auch s’Herz“. Gausängerwart Peter Egner, der durch’s Programm führte, freute sich, dass sein Appell vom letzten Jahr, als in der Bayernhalle fast keine Sängerinnen und Sänger zu hören waren, auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

Als der letzte Ton des Trompetenduos Hannes Schulze und Seppi Wörmann, die sich, aus Oberau und Eschenlohe stammend, „dom & dunt“ (droben und drunten) nennen, verklungen war, stimmte die Ohlstädter Illingstoa-Musi die Besucher auf die nachfolgenden Isartaler Sängerinnen aus Wallgau ein, die vom Frühjahr, den Kialan und Kalblan sangen, die jetzt ausgelassen werden. Auf die Unterammergauer „Schad’nseitn-Musi“ sang das Duo Weinzierl/ Saller aus Garmisch vom herzigen Dirndl, vo da Liab und vom Herz, das er ihr zum Pfand gibt. Nicht oft zu hören die darauf folgende „Steig­reiner Maultrommel- und Okarinamusi“ aus Bad Kohlgrub, nach der dann Toni Wörner mit der Ziach den ersten Durchgang abschloss. „Vo de Ross und der Freud’ auf der Strass“ sangen mit Harfenbegleitung dann die Riegseer Sänger aus Aidling. Frisch wurde es mit den Geschwistern Ostler aus Garmisch, die mit Gitarre und Ziach den richtigen „Schlanz“ heraus hatten. Herzlich lachen konnte man über die G’schichtln der Mundartsprecherin Maria Biehler, die von giftigen Schwammerln und der Rivalität unter den heimischen Bergen handelten. Nachdem das Duo Knilling aus Mittenwald vom Jagalem und die „Obersea-Musi“ aus Murnau mit Harfe und Blech ihr Stückl beendet hatten, sangen die Krüner „Soiernberg-Sänger“ von der Gamsjagd. Für ihren mehrstimmigen Jodler in allen Stimmlagen bis zum Bass erhielten sie besonders viel Beifall. Bis zu den nächsten Gruppen gab Peter Egner Einblicke in die für Nicht-Bayern Widersprüchlichkeit der bayerischen Sprache (z. B. „Beiß´ Zähn zs’amm und mach’s Maul auf“– beim Zahnarzt), die trotzdem ein hohes Kulturgut sei. Der Hugelfinger Zwoag’sang „Deimarieda“ sang dann vo drunt am Bacherl. Perlende Töne in höchster Vollendung ließ darauf Sepp Wörner auf seiner Soloharfe erklingen. Den schwindenden Schnee und den Kuckucksschrei hatten sich die Geschwister Reßler aus Söchering zum musikalischen Thema gemacht. Auf den Sprittelsberger Zwoag´sang aus Bad Kohlgrub war dann mit den „Eschenloher Sängern“ ein Männerquartett der Extraklasse zu hören. Bei aller Freude an den jungen Stimmen ist es doch immer wieder ein besonders Erlebnis, g’standene Mannsbilder so perfekt singen zu hören. Da die Partenkirchner Plattlamusi zwei Krankheitsfälle zu verzeichnen hatte, sprangen zwei andere Musikanten ein und man trat als „Werdenfelser Plattlamusi“ auf. Den ersten Teil vor der Pause beschloss dann Biwi Rehm mit dem Seeruf-Jodler („I muaß umi über’s Wassa“). Da alle Gruppen zweimal auftraten, wurde es ein langer Abend, der aber angesichts der gesanglichen wie instrumentalen Qualität, die hier geboten wurde, wie im Flug verging.

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