Lodernde Gipfel für den "Kini" – Feuermacher entzünden zum 123. Mal Gedenkfeuer

Eine kleine Mannschaft sorgt am 24. August für die beeindruckende römische II am Hebamsberg: (v.li.) Martin Norz, Thomas Bartl, Vitus Norz, Hannes Lutz, Leonhard Wiedemann und Christian Mayr. Foto: Privat

Mit zahlreichen Veranstaltungen wird heuer des 125. Todestages von König Ludwig II. gedacht, nicht an ein besonderes Ereignis sind die Bergfeuer am 24. August auf den Gipfeln rund um Oberammergau gebunden, seit 1888 gibt es das Ludwigsfeuer.

Wilhelm Lang und Karl Binder stiegen vor 123 Jahren erstmals in den Kofelflecken und entzündeten dort ein riesiges Kreuz, die Feuermacher vom Kofelflecken können also in zwei Jahren ein denkwürdiges Jubiläum feiern, 125 Jahre sind es dann. Vieles hat sich in all den Jahrzehnten getan, neben dem aus 17 Holzstößen bestehenden Kreuz in der Kofelmitte wird am Gipfel die Krone erstrahlen, am Kircheck das L, am Hebamsberg die römische II, ein Kreuz auf dem Laberköpfl und gewaltige Feuer werden am Rappenkopf und Aufacker aufflammen. Zum Kofelflecken steigen am späten Nachmittag die Blechbläser des Oberammergauer Musikvereins auf, sie eröffnen kurz nach 21 Uhr das Ludwigsfeuer mit der Fanfare, es folgen Hymnen, das Altniederländische Gebet, ein Choral von Eugen Papst „Die Himmel rühmen“ und zum Schluss die Bayernhymne. Seit einigen Jahren wird auch nach 20 Uhr mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ aller verstorbenen Feuermacher und Musiker gedacht. Zwischen den Musikstücken steigen bunte Leuchtkugeln in den Himmel, dabei wird besonders die steile Kofelwand in einen Farbwechsel getaucht. Gegen 22 Uhr machen sich Feuermacher und Musiker an den Abstieg, etwa um 23 Uhr erfolgt vom Sportzentrum am Turnerweg der Abmarsch mit Trommlerzug und Blaskapelle durch das Dorf zum Gasthof Rose, wo der Ludwigstag bei einer zünftigen Brotzeit und der ein oder anderen Maß Bier seinen Ausklang findet. Bleibt zu hoffen, dass das Sommerwetter sich wenigstens am am 24. August von einer besseren Seite zeigt. Noch nie ist das Ludwigsfeuer wegen schlechtem Wetter ausgefallen, nur wegen zu schönem. Extrem hohe Waldbrandgefahr bedingte im Jahrhundertsommer 2003 eine Absage. Fast 125 Jahre Ludwigsfeuer, da hat sich natürlich im Gemeindearchiv eine Menge Material angesammelt. Der KREISBOTE möchte heute seinen Lesern einen Blick in den Ammergauer Boten vom August 1907 gewähren, da hieß es unter anderem: „Eine schöne, ehrende Pietät der Oberammergauer ist es, am 24. August zum Andenken an Weiland König Ludwig II. einige Bergfeuer als Zeichen der Unvergesslichkeit zum Himmel lodern zu lassen. Still und ernst betrachten die Einwohner und Sommergäste das flammende Kreuz mitten im Kofel in dankbarer Erinnerung. Auf einigen Berggipfeln steigen Feuergarben in die Höhe, als sollten sie die Bitten und Wünsche der Talbewohner für den hohen Entschlafenen zum Himmel bringen. Der Schuljugend möge der Ernst dieser Feier eingeprägt werden um diese Stunde nicht durch große Ungezogenheit, Lärmen und Schreien, Werfen von bengalischen Zündhölzern und Abbrennen von sogenannten Pulverfröschen zu entweihen.“ Da hat sich doch einiges geändert in der Berichterstattung, nicht so beim Ludwigsfeuer, das läuft seit Jahrzehnten am 24. August nach einem festen Ritus ab.

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