Mehr Kurzarbeiter als Arbeitslose - Quote liegt im März bei 4,2 Prozent

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ILJA SIEGEMUND, Weilheim – Angesichts der weltweiten Finanzkrise steht es um den Arbeitsmarkt der Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen und Landsberg am Lech noch gut. Denn in diesem Bezirk der Agentur für Arbeit stieg die Arbeitslosenquote im abgelaufenen Monat März lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent an. „Das ist bayernweit die viertniedrigste Quote“, freute sich Ferdinand Pilzweger, Vorsitzender der Geschäftsführung der AGA Weilheim, bei der Vorstellung des aktuellen Arbeitsmarktes in den Räumen der Weilheimer Geschäftsstelle. 6833 Personen waren im März im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet, 173 mehr als noch im Februar. Die größte Sorge bereiten Pilzweger junge Arbeitnehmer unter 25 Jahren und ältere Arbeitskräfte über 50 Jahren. „Sie sind die ersten, die entlassen werden. Die Jüngeren aus sozialen Gründen und die Älteren, weil sie der Rente näher sind“, vermutete Pilzweger bei dem Pressegespräch. So stieg im März die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren um 100 Personen auf 868 und die der über 50-Jährigen um 37 auf 1868. „In Bayern gibt es nun leider den Trend, dass die älteren Arbeitskräfte wegen der Krise entlassen werden“, bestätigt Rainer Bomba, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern. Das soll sich ändern. Zudem will er die Jugendarbeitslosigkeit binnen der nächsten drei Jahre „eliminieren“. Bomba stellte in Weilheim die Arbeitslosenquote für ganz Bayern (5,2 Prozent) vor. Diese kann sich vor allem für Oberbayern sehen lassen. In diesem Bezirk ist die Quote am niedrigsten und es würden laut Rainer Bomba „paradiesische Zustände“ herrschen. Wieso Bayern auf dem Arbeitsmarkt trotz Krise so gut da steht, erklärt Bomba anhand von vier Punkten. Die Agentur versuche offene Stellen sofort zu besetzen, über die Kurzarbeit die Menschen so lange es geht am Arbeitsplatz zu halten, Arbeitslose zu qualifizieren und die Lohnersatzleistung so schnell wie möglich auszuzahlen. Auf eine Belebung des Arbeitsmarktes hofft Ferdinand Pilzweger mit dem Frühlingsbeginn und geht von einer sinkenden Arbeitslosenquote auf unter vier Prozent aus: „Mit der saisonalen Komponente kommt hinzu, dass viele Menschen vor und nach Ostern wieder ihre Arbeit aufnehmen können.“ Das könne besonders dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen zugute kommen. Dort liegt die Arbeitslosenquote mit 4,9 Prozent auf dem höchsten Niveau im Agenturbezirk. 1984 Menschen sind im Werdenfelser Land arbeitslos. „Der lange und schneereiche Winter verzögert die Wiedereinstellung von Arbeitskräften auf dem Bausektor“, stellte Pilzweger fest. In Landsberg am Lech sind 2172 (3,9 Prozent) ohne Job. Den niedrigsten Wert verzeichnet das Hauptamt in Weilheim mit 3,8 Prozent (1611). Während in diesen drei Landkreisen die Arbeitslosenquote von Februar auf März um 0,1 Prozentpunkte stieg, verzeichnete die Agentur für Arbeit für die Geschäftsstelle Schongau einen dreifachen Anstieg. Dort stieg die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozent- punkte auf nun 4,4 Prozent (1066). „Dort gibt es einige große Unternehmen, die die Wirtschaftskrise sofort zu spüren bekommen“, erklärte Pilzweger. Weilheim dagegen komme das viele Handwerk in der Region zugute. Eines haben die vier Geschäftsstellen jedoch gleich: Mehr Männer als Frauen sind von der Arbeitslosigkeit betroffen. „Das ist auffällig und durch saisonale Einflüsse nicht erklärbar“, sagte Pilzweger. Dass die Wirtschaftskrise auch Auswirkungen auf das Oberland hat, machen die Zahlen deutlich. Denn mehr Menschen sind in Kurzarbeit als arbeitslos. Das teilte Pilzweger mit. „Wir haben in Weilheim 7909 Kurzarbeiter und 6833 Arbeitslose“, sagte er. Die Zahl der Kurzarbeiter steige um weitere 1000 Beschäftigte an. Insgesamt setzen im Agenturbezirk 53 Unternehmen auf die Kurzarbeit, um durch die Krise bedingte Entlassungen zu verhindern. Darunter nicht nur große Unternehmen, wie „Hoerbiger“, sondern auch kleinere Betriebe, erklärte Heidi Holzhauser von der Agentur für Arbeit. Besonders von der weltweiten Krise betroffen und somit auf die Kurzarbeit angewiesen seien die Autozulieferer, die Metall- und auch die Logistikbranche. Bis maximal 18 Monate können die Unternehmen nun auf dieses Instrument bauen. Wie lange die heimischen Firmen darauf setzen, sei von ihrer Auftragslage abhängig. Wichtig seien nun strukturelle Veränderungen innerhalb der Betriebe, denn „die Finanzkrise wirkt nachhaltig“, betont Pilzweger, Chef des Weilheimer Agentur-Bezirkes. „Unser Ziel ist es, die Menschen mit der Kurzarbeit solange wie möglich in der Arbeit zu halten“, bekräftigte auch Rainer Bomba, der Vorsitzende der Agentur-Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern, der in Weilheim die Arbeitsmarktzahlen für ganz Bayern präsentierte (siehe unseren Bericht oben). Der Bezirk Oberbayern ist besonders gut aufgestellt: Bayernweit weist er mit 5,2 Prozent die geringste Arbeitslosenquote auf. Im Weilheimer Bezirk, der die Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen und Landsberg umfasst, betrug sie für März 4,2 Prozent

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