Für mehr Sicherheit am Bahnhof

Raufen, drängen, schubsen und zu nah an den Gleisen stehen, dies ist kein seltenes Bild, das sich an Bahnhöfen zeigt, wenn Schüler auf den Zug warten. Auch in Garmisch-Partenkirchen, wo sich in Spitzenzeiten rund 600 Schüler tummeln, kommt es zu Fehlverhalten. Damit ist jetzt Schluss: Am vergangenen Freitag wurden insgesamt 24 SchülerInnen des St. Irmgard Gymnasiums und Realschule, des Werdenfels-Gymnasiums und der Zugspitz-Realschule zu Schulwegbegleitern ernannt.

Ausweise mit dem Logo der Bundespolizei, die unter anderem für alle Bahnhöfe, Haltepunkte und Strecken der Bahn zuständig ist, und der Deutschen Bahn (DB) AG, die gemeinsam das Projekt initiiert haben, baumeln den Schülern um den Hals, wenn sie morgens den Zug zur Schule nehmen. SchülerInnen ab der achten Jahrgangsstufe dürfen diese Aufgabe übernehmen. Bedingung ist nur, dass sie selbst Fahrschüler sein müssen. „Überhaupt kein Problem“ sei es gewesen Freiwillige an den Schulen zu finden, sagt Norbert Keuchel, Hauptmeister, der zusammen mit Andreas Buchenau, Obermeister, die 24 Jugendlichen an einem Tag zu Schulwegbegleitern ausgebildet hat. Von 8 bis 14 Uhr lernten die Schüler rechtliche Hintergründe und übten in Rollenspielen den Umgang mit den unterschiedlichsten Situationen am Bahnhof. Positiv sei, dass die Schüler „jede Fahrt- richtung“ abdecken, sagt Keuchel. Die Schulwegbegleiter seien keine Petzen, sondern sie melden, „wo es wirklich Schwierigkeiten gibt“, hebt Polizeidirektor Jürgen Mause, Chef der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, in seiner Ansprache bei der Ernennung hervor. Durch die Meldungen von Schwachstellen oder kritischen Situationen könne die Bundespolizei „gezielt Streifen einsetzen“, führt Mause aus. Doch nicht nur beobachten sollen die Schulwegbegleiter, sondern auch Zivilcourage zeigen und direkt Fehlverhalten bei Mitschülern ansprechen, sowie brenzlige Situationen deeskalieren. Dafür brauche es „besondere Tugenden, wie Zivilcourage, Pflichtbewusstsein und Durchsetzungsvermögen“, sagt Reinhard Bothschafter, Oberstudiendirektor des Werdenfels-Gymnasiums. Und Landrat Harald Kühn hofft, dass die Schüler bei dieser Tätigkeit „wertvolle Erfahrungen sammeln können.“ Nicht nur dass die Schüler sagen können, dass sie sich schon „in jungen Jahren für die Gemeinschaft engagiert haben“, betont Bothschafter, sondern sie erhalten als Dankeschön und Anreiz auch alle zwei Monate ein Bayernticket der DB AG. Natürlich werden die „Schulwegbegleiter auch mal kontrolliert“, betont Keuchel. Die Schulwegbegleiter: St. Irmgard-Gymnasium: Sarah Dohmen, Sephanie Höller, Natascha Wörl, Isabella Wenzl. Anja Lechler und Lena Schuster- eder.Werdenfels-Gymnasium: Simon Brandner, Sebastian Schug, Lisa Tuma, Tobias Fels, Ariane Schönnagel und Christian Schröder. Anton Hörbinger, RVO-Schulwegbegleiter.St. Irmgard-Realschule: Lisa Schreiber, Melina Wörnle, Lena Hausmann, Anna Lang, Lisa Kiehn und Lisa Hillebrand. Zugspitz-Realschule: Franzi Andrae, Dominic Salminger, Franz Fütterer, Simon Hausenblas, Johannes Braun und Stephan Purkart.

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