Ministerpräsident Seehofer verfolgte mit Spannung Bekanntgabe der Darsteller der Passionsspiele

Mit Pontifikalgottesdienst, Stationsgottesdienst, Festakt, Gelübdeerneuerrung und Wahl der Hauptdarsteller stand Oberammergau vor kurzem ganz groß im Mittelpunkt. Mittlerweile ist wieder Ruhe im Dorf unter dem Kofel eingekehrt. Über 60 Medienvertreter, Kamerateams von Fernsehsendern aus dem gesamten Bundesgebiet und vor allem die weiß-blauen Übertragungswagen bestimmten die Szenerie. Der Festakt im Passionstheater wurde live im bayerischen Fernsehen übertragen.

Zu Beginn der ereignisreichen zwei Tage stand ein Pontifikalgottesdienst, zelebriert von Weihbischof Dr. Franz Dietl. Zur Begrüßung sagte er: „Es ist mir ein besonderes Anliegen, vor einem so großen Tag wie morgen mit der Gelübdeerneuerung mit ihnen, meine lieben Oberammergauer, Gottesdienst zu feiern.“ Mahnende Worte fand der Weihbischof in seiner Predigt dennoch: „Das Spiel im nächsten Jahr ist auch ein missionarischer Auftrag, von Grund auf eine religiöse Angelegenheit und nicht ein beliebiges Schauspiel. Es gilt, die geistige Dimension des Spieles zu erkennen.“ Nach dem Gottesdienst trat der Gemeinderat zu einer bedeutsamen, nichtöffentlichen Sitzung zusammen. Etwa vier Stunden tagte das Gremium, dann kam es zur Abstimmung über die von Spielleiter Christian Stückl vorgelegte Liste mit den Namen der Hauptdarsteller. Das lang gehütete Geheimnis wurde punkt 13 Uhr vor dem Passionstheater gelüftet. Nach der Ansprache vom ersten Bürgermeister Arno Nunn trug der elfjährige Christoph Stöger den Spruch zur Gelübdeerneuerung vor. Mit dem Segen ging der kirchliche Teil des Festaktes zu Ende, dem anschließend der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer eine besondere Note verlieh. „Beeindruckend, faszinierend, was wir gerade erlebt haben“, lauteten seine ersten Worte, danach ging er auf die geschichtliche Entwicklung des Passionsspieles ein und suchte eine Antwort auf die Einmaligkeit des Spieles – warum es sich über Jahrhunderte gehalten hat. Viel zu schmunzeln gab es bei seinem Dank an die Zelebranten des Festaktes: „Beide könnten die Spielleitung übernehmen, Regionalbischöfin Breit-Keßler mit ihrer kräftigen Stimme wie bei der Aufforderung zum Glaubensbekenntnis und Dr. Dietl mit seinen zart angedeuteten Regieanweisungen, ob wir aufstehen oder sitzen bleiben sollen.“ Punkt 13 Uhr gab Spielleiter Stückl die große, grüne Tafel frei für Wilhelm Häßler. Mit großen Buchstaben schrieb dieser die Namen der Gewählten an. Schätzungsweise tausend Einheimische und Gäste verfolgten das Procedere, leider konnte ein Großteil nicht viel sehen, die Fotografen und Kamerateams bildeten einen regelrechten Sichtschutz. Die Bürger nahmen es mit Humor, sie gaben die Namen der Darsteller staffelweise bis in den hintersten Bereich weiter. Große Überraschungen hatte der Spielleiter im Vorfeld angekündigt, die erste gab es gleich zum Auftakt: Frederik Mayet und Andreas Richter sind die beiden Christusdarsteller. Noch weitere Überraschungen hatte der Spielleiter parat, etwa die beiden blutjungen Petrusdarsteller Jonas Konsek und Maximilian Stöger oder Barbara Dobner und Eva Maria Reiser als Maria Magdalena. Eine große Pressekonferenz auf der Mittelbühne beschloss einen langen Tag.

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