Negativserie des SCR hat ein Ende gefunden

Der SC Riessersee hat die Negativserie von sieben punktlosen Spielen am Sonntag beendet. Ausgerechnet gegen den Tabellenführer Schwenninger Wild Wings gab es erstmals seit dem 25. Oktober, als die Hannover Indians mit 3:2 geschlagen wurden, wieder Punkte. Nachdem der SCR den Baden-Württembergern einen beherzten Kampf geliefert hatte, stand am Sonntag ein Punkt zu Buche. Zunächst ging es zwei Tage zuvor nach Heilbronn, wo eine 1:6-Niederlage eingefahren wurde. „Der Sieg war verdient“, konstatierte SCR-Trainer Maurizio Mansi.

„Die Falken waren schneller am Puck, haben mehr Zweikämpfe gewonnen und waren besser in Überzahl. Wir haben wieder einmal für unsere individuellen Fehler bezahlt.“ Dabei erwischten die Garmisch-Partenkirchner einen Auftakt nach Maß. Der Minutenzeiger hatte auf der Stadionuhr noch nicht einmal drei Umdrehungen absolviert, als George Kinks Puck über die Linie rutschte. Doch die Gäste kamen zurück. Dustin Lee Johner stellte noch im ersten Drittel auf 1:1. In der 27. Minute war es Cory Urquart, der die Baden-Württemberger erstmals an diesem Abend in Führung brachte. Als Paul-John Fenton im Nachschuss den Puck fünf Minuten vor Drittelende zum 3:1 über die Linie drückte, schien eine kleine Vorentscheidung gefallen. Kurz nach Wiederbeginn folgte eine entscheidende Szene. SCR-Goalie Mark McArthur wurde von Schiedsrichter Stascha Ninkov frühzeitig zum Duschen geschickt. Was war passiert? Luigi Calce war nach einem Stockschlag zu Boden gegangen. Doch der Unparteiische hatte sich geirrt. Nicht McArthur, sondern Tim Regan hatte das Foul begangen. Doch dieser durfte weiterspielen, während für den Goalie die Begegnung zu Ende war. So kam Sebastian Weiß zwischen die Pfosten. Für den erst vor kurzem volljährig gewordenen Torhüter war es das erste Mal, dass er in der 2. Bundesliga zum Einsatz kam. Markus Gleich kassierte kurze Zeit später auch eine Strafe und so waren nur noch drei Riesserseer auf dem Eis. Diese Chance ließen sich die Gastgeber nicht nehmen und trafen durch Dustin Lee Johner zum 4:1. Bei einfacher Überzahl schoss Urquart Treffer Nummer fünf, zwei Minuten vor dem Ende machte Axel Hackert sogar noch das halbe Dutzend voll. Am vergangenen Samstag entschied der Kontrollausschuss, dass die Strafe gegen McArthur aufgehoben wird. Sowohl die Videobilder wie auch die Aussage der beteiligten Vereine und Spieler ergaben eindeutig, dass Regan der Übeltäter war. So musste der gebürtige US-Amerikaner gegen den Spitzenreiter zuschauen während McArthur im Tor stand. Der Stürmer stand in Zivil neben seinen Kollegen hinter der Bande und konnte es kaum glauben, was die aufs Eis zauberten. Es spielte nur eine Mannschaft, der Tabellenelfte aus Garmisch-Partenkirchen, der völlig verdient durch Garett Bembridge nach schönem Zuspiel von Andrew McPherson in Führung ging. 40 Sekunden später stellte Troy Bigam auf 2:0. Die erste richtige Powerplaysituation führte zum dritten Treffer, Nicolas Dumoulin hatte von der Blauen Linie abgezogen. Die Zuschauer hatten die besten 20 Minuten ihrer „Blauen“ gesehen. Die Schwenninger waren ohne jegliche Chance, auch Gästecoach Axel Kammerer musste dies anerkennen: „Mit dem 0:3 waren wir noch gut bedient.“ Bei den Werdenfelsern klappte das, was zuletzt nicht funktionierte: „Wir haben taktisch sehr gut gespielt, Druck auf die Verteidiger und aufs Tor ausgeübt und sind defensiv gut gestanden“, lautete das Fazit von Mansi. Genau dies hatte er vor diesem Wochenende gefordert. Kurz nach Wiederbeginn sogar das 4:0 diesmal war McPherson der Torschütze. Damit waren zwei der ersten vier Treffer sogar in Überzahl gefallen, das zuletzt überhaupt nicht berauschend war. Die Mannschaft hatte sich in der vergangenen Woche intern zusammengesetzt und über die Situation gesprochen. Kapitän Sepp Lehner denkt sogar wegen seiner mäßigen Leistungen über ein vorzeitiges Karriereende nach dieser Spielzeit nach, obwohl sein Vertrag noch bis 2011 läuft. Geschäftsführer Ralph Bader bekundete „höchsten Respekt“ gegenüber der Aussage des Urgesteins „denn ein ehrlicher Spieler der sich Gedanken macht ist mir lieber als ein Spieler der nur seinen Vertrag aussitzt und sein Geld kassiert“. Doch dann kam der Tabellenführer zurück. Kammerer war in der Pause so angefressen gewesen, dass er im Gegensatz zu seinen sonstigen Gepfolgenheiten das Team nicht zur Schnecke machte, sondern meinte, dass es froh sein könne, dass es nur 0:3 stehe und es auch gegen Landshut das Spiel noch gewonnen habe. Zunächst traf Peter Kathan in Überzahl. Drei Minuten vor Ende des Drittels fiel Treffer Nummer zwei für die Gäste durch Robin Just. Doch dieser war höchst umstritten, denn Schiedsrichter Christian Neubert hatte zuvor das Spiel abgepfiffen, erst dann hatte der Stürmer die Scheibe über die Linie gedrückt, doch der Treffer zählte. „Wir haben zur Zeit kein Glück mit den Schiedsrichtern“, ärgert sich Geschäftsführer Ralph Bader. Gegen Ravensburg ging dem vorentscheidenden 2:3 ein Stockschlag voraus, dann die Szene in Heilbronn und nun das. Im Schlussdrittel verpassten die Gäste zunächst bei doppeltem Überzahl den Anschlusstreffer zu markieren, doch dann fiel der dritte Treffer doch, Torschütze war Brock Hooton. Nach einem Foul an Josef Frank musste Markus Schröder vorzeitig zum Duschen, doch der SCR schaffte es nicht, den Vorsprung im fünfminütigen Überzahlspiel auszubauen. Bei der nächsten Strafe gegen die Gäste verlor Dumoulin die Scheibe an der Blauen Linie, den Konter schloss Daniel Hacker zum 4:4 ab. Noch im selben Überzahlspiel verlor der SCR erneut die Scheibe und Florian Zeller konnte ganz alleine auf McArthur zulaufen, doch der Kanadier verhinderte den Rückstand. Kurze Zeit später vergab Florian Vollmer die Großchance für den SCR-Sieg. So blieb es beim Remis nach 60 Minuten. Da auch die Verlängerung torlos blieb, musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Auch hier ging es hin und her. Von den ersten drei Schützen auf jeder Seite trafen beim SCR Rainer Suchan sowie Marcus Sommerfeld, während Bembridge den Puck übers Tor jagte. Bei den Wild Wings waren Brock Hooton und Jason Guerriero, während Matthias Forsters Puck zunächst gehalten schien, dann aber Richtung Torlinie kullerte und doch noch liegen blieb. Beim SCR vergaben in der Folgezeit Josef Frank, Suchan und Sommerfeld, auf der anderen Seite machten es Hooton, Guerriero und Forster auch nicht besser. So kam es zu Runde sieben, die die Entscheidung brachte: Während Guerriero traf, scheiterte Florian Vollmer, so war der knappe 5:4-Sieg für die Schwenninger nach Penaltyschießen perfekt. Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Für Trainer Maurizio Mansi ist die Sache klar: „Wir haben einen Punkt gewonnen“, betonte er. „Ein Punkt ist besser als keiner, natürlich wären zwei oder drei noch besser gewesen.“ Nun kommen am Freitag die Wölfe Freiburg ins Olympia-Eissportzentrum. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr. Hier heißt es nun für den SCR zu zeigen, dass die gute Leistung vom Sonntag die Wende zum Guten war. In der Tabelle stehen die Breisgauer derzeit auf dem letzten Rang. Auch das DSF ist vor Ort und zeigt am Samstag ab 10.40 Uhr eine Zusammenfassung der Partie.

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